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Das Smartphone mit Leica-Optik: Huawei P9 im Test

Foto: SPIEGEL ONLINE

Huawei P9 im Test Die Kamera, die auch ein Smartphone ist

Beim neuen P9 wirbt Huawei vor allem mit dem Namen des legendären Herstellers Leica. Aber ist die Kamera so gut, wie es das Unternehmen verspricht?

Bei diesem Smartphone geht es eigentlich nur um die Kamera. Das hat Huawei schon bei der Präsentation des P9 in London klargemacht, die sich in großen Teilen um die Fotofunktionen drehte. Allerdings hat sich das chinesische Unternehmen auch viel Mühe gegeben, sich hinsichtlich der Fototechnik von der Konkurrenz zu unterscheiden. Und das nicht nur, indem man zwei Kameras in den Rücken des Geräts eingebaut hat, denn das ist beispielsweise im LG G5 ebenso.

Beim P9 hat Huawei ein ganz eigenes Konzept umgesetzt. So hat man sich mit dem Highend-Kamerahersteller Leica zusammengetan, der die Summarit-Objektive der beiden Kameras zuliefert. Damit hat es sich dann aber auch, vonseiten Leicas.

Die Fotosensoren nämlich stammen von Sony und sind die zweite Besonderheit. Beide haben einen Auflösung von 12 Megapixeln, doch einer von beiden ist farbenblind. Er dient dazu, mehr Licht und mehr Kontrastinformationen aufzuzeichnen. Im Handy werden die Daten der beiden Kameras dann zu einem Gesamtbild zusammengerechnet. Huawei verspricht sich davon "mehr Licht, mehr Schärfe und mehr Kontrast".

Mal die Automatik abschalten

Unsere Testbilder zeigen, dass das vielleicht nur ein klein wenig übertrieben ist. Schon im Automatikmodus macht das P9 meist sehr gute Aufnahmen. Dabei fällt auf, das die Kamera-App sehr schnell startet und auslösebereit ist. Alle üblichen Funktionen, wie HDR, Zeitlupe oder automatisch verschönerte Selfies sind per Wisch von der linken Seite abrufbar.

Vom rechten Bildschirmrand wischt man das Konfigurationsmenü herein. Hier lässt sich etwa einstellen, dass automatisch ausgelöst wird, wenn man "Cheese" sagt oder die Kamera ein Lächeln erkennt. Nützlicher ist die Funktion "Objektverfolgung", die ein einmal anvisiertes Motiv im Fokus behält, auch wenn Kamera oder Motiv sich bewegen. Im Test hat das prima funktioniert.

Nicht überzeugen konnte dagegen die von Huawei angepriesene Leistung bei schlechter Beleuchtung. Aufnahmen bei wenig Licht erzeugen in dunklen Flächen deutliches Rauschen. Hier versagt offenbar die Automatik. Denn im manuellen Modus, den Huawei als "Pro" bezeichnet, kann man durch gezielte Steuerung von Öffnungszeiten und Blende weit bessere Ergebnisse erzielen. Ohnehin ist dieser Modus für Hobbyfotografen das Highlight der Kamera-App, bietet er doch viel mehr Möglichkeiten, das Bild zu beeinflussen, als die Automatik-Modi.

Etwas mehr Licht bitte!

Aber das P9 ist ja nicht nur eine Kamera, sondern vor allem ein Smartphone. Und als solches macht es in fast jeder Hinsicht eine gute Figur. Das fängt bei der Verarbeitung an, die sauber ausgeführt ist. Dank der leicht abgerundeten Seiten liegt es gut in der Hand. Die matte Rückseite fühlt sich angenehm an und ist - anders als Hochglanzoberflächen - weitgehend resistent gegen Fingerschmutz.

Das Display wirkt fast randlos, so schmal ist der Rahmen. Der Bildschirm selbst stellt Texte und Bilder scharf und mit kräftigen Farben dar, könnte bei Sonnenlicht aber heller sein und wird merklich dunkler, wenn man es aus schrägen Blickwinkeln betrachtet.

Mit dem hauseigenen Achtkernprozessor erreicht das P9 in Leistungsmessungen beachtliche Werte. Der Prozessor ist ähnlich fix wie der von Oberklassemodellen wie Samsungs Galaxy S7. In Tests, die auch die für Spiele wichtige Grafikleistung einbeziehen, schneidet es deutlich schlechter ab. Die Ausdauer des Akkus liegt mit knapp siebeneinhalb Stunden Dauerwiedergabe eines Full-HD-Videos im durchschnittlichen Bereich.

Der Fingerabdrucksensor ist auf der Rückseite gut platziert, funktioniert zuverlässig und schnell. Um das Gerät aufzuwecken und zu entsperren genügt es, den Finger kurz darauf zu legen.

Fazit

Mit den Top-Smartphones von Samsung und Apple kann das Huawei P9 nicht ganz mithalten, dafür müssten der Bildschirm und die Grafikleistung noch etwas besser sein. Doch die Kamera spielt schon in der oberen Liga mit, auch wenn sie nicht an die Qualität von Galaxy S7 und iPhone 6S Plus heranreicht. Bezieht man dann aber den Preis mit ein - das P9 kostet mit 32 GB Speicher 569 Euro - spricht doch einiges für den Herausforderer aus China.

Technische Daten

Hersteller Huawei
Modell P9
Maße (Millimeter) 145 x 71 x 7
Gewicht (Gramm) 144
Display-Diagonale 5,2 Zoll
Display-Auflösung 1920 x 1080
Prozessor 2,5 GHz Octacore
Arbeitsspeicher 3 GB
Massenspeicher 32 GB
Speichererweiterung ja
Kamera (hinten/hinten/vorne) 2 x 12 Mpx / 8 Mpx
Mobilfunktechnik LTE
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.2.
Betriebssystem Android 6.0
Besonderheiten Keine
Preis (Euro) 569
Alle Daten sind Herstellerangaben
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