Mensch gegen Maschine Lass den Roboter mal mähen

Rasenstutzen ohne Schweiß und Lärm? Mit dem Automower 310 von Husqvarna soll dieser Traum in Erfüllung gehen. Wir haben in schwierigem Gelände getestet, was der Mähroboter draufhat.
Foto: Matthias Kremp

Bevor ich einen Garten hatte, glaubte ich, Rasenmähen wäre eine entspannende Beschäftigung. Von wegen. Zuerst schnitt ich das Gras noch mit einem Spindelmäher und Muskelkraft, später elektrisch. Vor zwei Jahren schließlich probierte ich einen Roboter-Rasenmäher aus. Das war schon eine tolle Erfahrung: Dem Automaten bei der Arbeit zuzusehen macht viel mehr Spaß, als selbst zu schwitzen. Aber vollends zufrieden war ich damals nicht, an den schrägen Flächen meines warftartigen Grundstücks scheiterte der Roboter regelmäßig.

Das muss nicht sein, verspricht die Firma Husqvarna. Bis zu 45 Prozent Steigung sollen die Robomäher der Schweden bewältigen. Also war die Entscheidung schnell getroffen: Zum Test ließ ich mir einen Automower 310 schicken. Im Husqvarna-Sortiment ist der 310er eines der eher kleinen und günstigen Modelle. 45 Prozent Steigung schafft er nicht, immerhin aber 40 - das sollte für meinen Garten reichen.

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Husqvarna Automower 310 im Test: Der Mähroboter für schwieriges Gelände

Foto: Matthias Kremp

Das Arbeitsprinzip ist nahezu dasselbe wie beim Gardena-Mähroboter, den ich vor zwei Jahren testete. Um das Arbeitsgebiet des Automowers zu markieren, muss man den Garten zunächst mit einem Führungskabel begrenzen. Für den Roboter wirkt es wie eine unsichtbare Wand, es zeigt ihm, wo es für ihn nicht weitergeht. Für mich bedeutet das Ganze rund zwei Stunden Arbeit, in denen ich das Kabel verlege und mit Plastikhaken im Boden verankere.

Für diese Arbeit sollte man sich Zeit nehmen und vorher das Handbuch studieren. Dort steht, wie man Hindernisse markiert, etwa ein Blumenbeet im Rasen, und wie eng man Kurven verlegen darf. Ist die grüne Strippe anfangs noch gut sichtbar, versinkt sie binnen weniger Wochen unsichtbar im Boden.

Zeit für die Installation

An der Nahtstelle des Kabels, dort wo sich Anfang und Ende begegnen, stellt man die Ladestation auf. Mithilfe der Orientierungskabel findet der Roboter immer den Weg zurück hierhin. Sinkt der Ladestand des Akkus beim Mähen unter einen bestimmten Schwellenwert, fährt er automatisch zum Aufladen an die Station.

Ein Manko dieser Konstruktion ist das Netzteil. Einerseits ist es laut dem Hersteller nicht wasserfest und soll am besten nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Anderseits muss man es natürlich mit einer Außensteckdose verbinden. Das macht es nicht leicht, einen günstigen Platz dafür zu finden.

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Ist alles soweit vorbereitet und der Akku des Mähers aufgeladen, müssen am Gerät einige Einstellungen vorgenommen werden: Wie groß ist die Rasenfläche? Wie oft und wann soll gemäht werden? Ist die Fläche womöglich zweigeteilt? Manches erklärt sich von selbst, trotzdem empfiehlt es sich, auch hierbei das Handbuch zur Hand zu haben. Als Letztes stellt man die Schnitthöhe ein. Beim Automower ist dafür unter einem Deckel schmutzgeschützt ein Drehregler angebracht.

Nachtarbeiter

Nach all diesen Vorarbeiten kann man den Rasenmäher - und das Rasenmähen - für den Rest des Jahres vergessen. Tatsächlich schob sich der Automat zuverlässig auch die schrägen Flächen meines Gartens hinauf.

Nur an einer Stelle hatte er regelmäßig Probleme. Dort grub er sich mit den Rädern in den Boden ein, wenn er bei Regen das Gras schnitt. Husqvarna bewirbt es als Vorteil, dass die Mähroboter auch bei Niederschlag arbeiten können. Das stimmt grundsätzlich auch, aber wenn es an Steigungen rutschig wurde, rutschte mein Testgerät eben auch mal aus. Praktisch wäre ein Regensensor, der den Apparat bei schlechtem Wetter von der Arbeit abhält.

Das ist dann aber auch das einzige Manko, das ich feststellen konnte. Im Übrigen mähte der Automower meine Rasenfläche wochenlang vollkommen unauffällig und so leise, dass ich keine Hemmungen hatte, ihn auch mal abends loszuschicken.

Keine Chance dem Unkraut!

Dreimal pro Woche rückte der dunkelgrau lackierte Mähroboter aus, auch wenn es scheinbar keinen Grund dafür gab und das Gras nicht schnell genug nachwachsen konnte. Doch genau das ist der Trick: Indem so ein Mähroboter immer nur die Spitzen der Halme schneidet, erzeugt er nur kleine Mengen Schnittgut, die schnell verrotten und dem Gras als Dünger dienen können.

Foto: Matthias Kremp

Das Ergebnis dieser feinen Behandlung war bei mir nach einigen Wochen nicht zu übersehen: Der Rasen wurde dichter, auch dort, wo wenig Sonne hinkommt. Unkraut hatte kaum eine Chance. Nur um die Rasenkanten musste ich mich alle paar Wochen noch kümmern.

Fazit

Der Automower 310 erfüllt die Hoffnung, dass man seinen Rasen einfach in die Obhut eines Roboters geben kann. Gestört hat mich nur, dass der Roboter auch im schlimmsten Regenguss tapfer das Gras zu schneiden versuchte. Heftig ist allerdings der Preis, den man für den kleinen Luxus einer Mähmaschine zahlen muss: Der Listenpreis für den Automower 310 liegt bei 1900 Euro. Damit sich so eine Investition lohnt, muss der Kleine schon einige Jahre mähen.

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