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31. August 2016, 18:17 Uhr

Samsung Gear S3

Smartwatches zum Durchdrehen

Aus Berlin berichtet

Samsung stellt auf der Ifa die neue Smartwatch Gear S3 vor. Zwei Versionen sollen unterschiedliche Käufer locken. Ein Ring eint die tickenden Technik-Zwillinge.

Geht es um Smartwatches, stellt man sich bei Samsung auf fette Gewinne ein. Der Markt für die Armbandcomputer werde in den kommenden Jahren deutlich wachsen, erklärt ein Manager des Unternehmens, als er Journalisten in Berlin die neuen Modelle vorführt. Noch in diesem Jahr werde der Markt einen Sprung machen, sich 2017 gar verdoppeln.

Gut möglich, dass er die aktuellen Marktprognosen da ein bisschen durch die rosa Brille betrachtet, aber auch die Experten der Marktforschungsfirma Gartner rechnen damit, dass Smartwatches an Popularität zulegen. Ihren Berechnungen zufolge wurden 2015 40,3 Millionen solcher Geräte abgesetzt, für 2016 rechnen sie mit 60,4 und 2017 mit 66,3 Millionen. Laut Gartner werden die Hersteller damit in diesem Jahr 11,5 Milliarden Dollar Umsatz machen.

Von diesen Milliarden möchte Samsung natürlich möglichst viele selbst verdienen. Deshalb stellt der Konzern auf der Ifa in Berlin seine neue Gear S3 in zwei verschiedenen Versionen vor. Zum einen gibt es das Modell Classic, das, der Name sagt es, wie eine klassische Armbanduhr wirken soll. Mit einem Durchmesser von 46 Millimetern ist diese zwar recht groß, aber klobige Uhren sind in. Ihr Gegenstück ist die Gear S3 Frontier, die wesentlich martialischer auftritt, robuster und noch etwas klobiger wirkt.

Technik-Zwillinge

Aber das sind nur Äußerlichkeiten. Ansonsten sind die beiden Varianten der neuen Samsung-Smartwatch technisch identisch. Sie haben ein 1,3 Zoll kleines, rundes Display, das 360 x 360 Pixel darstellt. Sie werden von einem kleinen Dualcore-Prozessor angetrieben und sind wasser- und staubdicht. Versionen mit eingebauter eSim zum mobilen Surfen und Telefonieren gibt es nicht, die Gear S3 ist für alles, was online stattfindet, auf die Kopplung mit einem Mobiltelefon angewiesen. Und das Telefon muss ein Samsung-Gerät sein, auf Produkten der Konkurrenz läuft die entsprechende App nicht.

Wie auf den Vorgängermodellen nutzt Samsung auch auf den Gear S3 das Betriebssystem Tizen, statt des in der Branche beliebteren Android Wear von Google. Kein Wunder also, dass die Gear S3 beim ersten Ausprobieren in einem Berliner Hotel sehr an die Gear S2 erinnert, die mit derselben Software arbeitet.

Ein Ring ...

Das Kernelement ist wieder der Ring um das Display. Indem man an ihm dreht, wählt man verschiedene Menüpunkte aus und kann Funktionen aufrufen. Das funktioniert gut und erinnert an das Prinzip der drehbaren Lünette an der Apple Watch. Beide Systeme dienen dazu, den Blick auf das kleine Display freizuhalten, der sonst durch Finger versperrt würde. Ganz ohne den Touchscreen anzutippen, kommt man aber auch hier nicht klar (siehe Bilderstrecke).

Sehr viel Neues hat die Smartwatch freilich nicht zu bieten. Ein GPS-Empfänger ermöglicht eine neue Notruffunktion. Tippt man dreimal schnell aufs Display, sendet das Gerät eine Notfallmeldung samt GPS-Koordinaten an einen voreingestellten Kontakt. Neben den üblichen Sensoren sind zudem ein Barometer und ein Höhenmesser eingebaut. Vor allem bei Bergtouren kann das nützlich sein, etwa, um eine Verschlechterung des Wetters durch fallenden Luftdruck vorherzusehen.

Die Alten werden bleiben

Weniger plastisch, dafür alltagstauglicher ist das neue Always-On-Display, das die Uhrzeit jetzt auch im Ruhezustand mit vollfarbigen Ziffernblättern anzeigt. Das ist dann fast wie bei einer richtigen Uhr: Egal wie und wann, die Uhrzeit kann man immer ablesen. Zumindest, wenn man daran gedacht hat, den Akku aufzuladen, doch der soll drei bis vier Tage durchhalten.

Letztlich sind Gear S3 Classic und Gear S3 Frontier damit nur maßvoll verbesserte Upgrades ihrer S2-Vorgängermodelle. Ein bisschen besser, ein bisschen größer, mit neuem Design. Da wundert es nicht, dass Samsung die Vorjahresmodelle der Gear-S2-Serie ebenso im Programm behält wie die eher auf Fitnessfunktionen optimierte Gear Fit 2 - ab jetzt allerdings zu reduzierten Preisen.

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