Ifa-Fototrends Weniger Megapixel, mehr Bildqualität

5. Teil: Neue Bildsensoren von Sony und Fuji sollen weniger rauschen


Sony präsentiert zur Ifa zwei kleine Kameras mit festverbautem Objektiv und dem neuen "Exmor R" getauften Bildsensor. Dieser Chip soll das spärlich einfallende Licht bei Dämmerung und in der Nacht verlust- und störungsfreier zu Digitalbildern umrechnen. Theoretisch zumindest - was die Technik in der Praxis taugt, wurde bislang nicht getestet.

Sony baut diese Technik in die Kompaktkamera TX1 und die WX1 ein. Die Kompaktknipsen sind sich recht ähnlich: Beide haben einen neue Panorama-Funktion namens "Sweep Panorama". Dabei drückt man einmal den Auslöser und zieht die Kamera horizontal oder vertikal weiter, die Software errechnet dann aus den schnell hintereinander aufgenommenen Einzelbildern ein Panaromabild. Der Unterschied: Die WX1 deckt dabei horizontal einen Blickwinkel von 256 Grad ab, die TX1 185 Grad - also in etwa einen Halbkreis um den Fotografen.

HD-Videos nehmen beide Kompaktknipsen auf, die verbauten Objektive unterscheiden sich leicht: Die TX1 hat einen stärkeren Telebereich (35 - 140 mm Brennweite äquivalent zu Kleinbild), die WX1 mehr Weitwinkel (24 bis 120 mm). 380 Euro empfiehlt Sony als Verkaufspreis für die TX1, 350 Euro für die WX1.

Neue Fuji-Chips: S200EXR und F200EXR

Auch Fuji bewirbt eine neue Bildsensortechnik. Der Super-CCD-EXR-Sensor soll "extrem rauscharme" Bilder erzeugen, verspricht Fuji. Die neuen Bridgekamera S200fs ist der Nachfolger der für ihre überdurchschnittliche Bildqualität gelobten Superzoom-Kamera S100fs. Leider ist der Sensor des Nachfolgers kleiner. Die neue Bridgekamera hat ebenfalls ein 14-faches Zoomobjektiv, rückt aber aus dem Weitwinkelbereich heraus (Brennweite: 30,5 bis 436 mm kb-äquivalent, die S00fs begann bei 28 mm).

Die S200EXR bietet ein Objektiv mit 14,3-fach-Zoom (30,5-436 mm) und 12-Megapixel-Auflösung. Interessant: Die S200EXR wird auch im Rohdatenformat RAW aufnehmen - womöglich können dank des neuen Bildsensors Bilder in besserer Qualität aus den Rohdaten errechnet werden. Die Kamera soll laut Fujifilm 500 Euro kosten. Die Kompaktknipse F70EXR arbeitet mit demselben EXR-Bildsensor, hat einen kleineren Brennweitenbereich (27 bis 270 mm kb-äquivalent) und unterstützt nicht das RAW-Format. Sie soll für 280 Euro verkauft werden.

Wie gut die RAW-Aufnahmen des neuen Fuji-Sensors werden, müssen Tests zeigen. Der Chip wurde schon in der vom Frühjahr an erhältlichen Kompaktkamera F200EXR verbaut, die in Test ordentlich, aber nicht atemberaubend gute Bildqualität lieferte. Das Fachmagazin "Colorfoto" lobte Farbwiedergabe, Dynamik und Rauschverhalten, wobei die Aufnahmefunktion für "minimales Rauschen" keineswegs das Rauschen reduzierte, sondern eine "sichtbar bessere Textur" lieferte. Sprich: Die Rauschunterdrückung musste nicht ganz so brutal weichzeichnen.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.