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Ein Update für das iPad: Das bringt das neue iOS 4.2

Foto: Matthias Kremp

iOS 4.2 Update bringt iPad neuen Schwung

Multitasking, drahtlos Drucken und ganz viel Airplay: Mit einem fetten Software-Update macht Apple das iPad fit für den Winter und bereitet es für die Weihnachtssaison vor. Viele der neuen Funktionen begeistern - nur eine nicht.

Lange haben die Gerüchteköche darüber spekuliert, wann es denn nun kommt, heute wurde es veröffentlicht: das neue iPad. Doch Obacht, das neue ist das alte iPad, zumindest was die Hardware betrifft. Nicht etwa eine neue Hardware hat Apple am Montag angekündigt, sondern ein Update für das Betriebssystem iOS veröffentlicht, das seit heute kostenlos für iPad, iPod touch und iPhone zum Herunterladen bereit steht.

Eigentlich, so wollen es Beobachter erfahren haben, hätte die Software schon vor einer Woche ausgeliefert werden sollen. Die vermeintlich letzte Vorabversion war bereits an Entwickler verteilt worden. Dann aber wurde noch ein Fehler in der W-Lan-Software entdeckt und die Publikation verschoben. Doch seit dem Montagnachmittag ist das Update über iTunes verfügbar, kostenlos. Einzige Bedingung: Man benötigt iTunes 10.1 und einem kompatiblen iPod, ein passendes iPhone oder eben ein iPad. Letzteres ist ohnehin das Gerät, dem das Update am meisten bringt. Seine kleineren Vorgänger laufen längst mit iOS 4.1, während das Apple-Tablet bislang noch bei Softwareversion 3 verharrte.

Aber immerhin: Das Warten hat sich gelohnt. Vor allem das auf die aktualisierte Version des Updates samt W-Lan-Fehlerbehebung. Denn gerade der W-Lan-Empfang zickte auch bei meinem Test-iPad gerne und häufig, wenn ich es mit bestimmte Hotspots zusammenschaltete. War an Apples Airport-Stationen ein problemloser Betrieb möglich, schwankte die Empfangsqualität bei Fritzbox-Netzen erheblich, bis hin zum Verbindungsabbruch.

MIDI macht Musik

Nach dem Update ist davon nichts mehr zu spüren. Selbst zur Fritzbox ein Geschoss über mir steht die Verbindung jetzt wie verkabelt, was sich in einer erfreulich verbesserten Übertragungsleistung, vulgo Geschwindigkeit, ausdrückt.

Mein persönliches Wunsch-Feature in iOS 4.2: Die vereinheitlichte Inbox für E-Mail- Ich frage stets mehrere Mail-Accounts parallel ab, was bei der alten Software lästiges Geklicke vor und zurück erforderte. Durch das iPhone-Update auf iOS 4 wusste man schon, dass das auch besser geht, wenn die Mails aller Accounts in der vereinheitlichten Inbox landen. Seit heute tun sie das, was Zeit spart und Nerven schont.

Auch zwei weitere iPad-Novitäten von iOS 4.2 kennt man schon von iPhone und iPod touch: Multitasking und Ordner. Beides ohne Frage nützliche Funktionen, aber nichts Sensationelles. Dasselbe gilt auf für die MIDI-Unterstützung. MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist ein Jahrzehnte alter Standard für Datenübertragung zwischen digitalen Musikinstrumenten und Computern. Dass das iPad jetzt MIDI kann, dürfte Musiker frohlocken lassen, denn Musik-Papps gibt es in Hülle und Fülle, wenn die sich jetzt auch noch von außen per Klaviatur ansteuern lassen, wird das Tablet zum ernstzunehmenden Musikinstrument.

Drucken ja, aber bitte nicht alle

Vor allem aber wird es zum Musik- und Film-Server, kann Songs und Filme via W-Lan beispielsweise ans Apple TV senden, was problemlos klappt. Airplay nennt Apple das. Hersteller wie Denon haben bereits ihrerseits Geräte wie AV-Receiver angekündigt, die Airplay-kompatibel sein sollen. Genau darauf dürfte Apple spekulieren. Denn vorerst ist die Funktion eine kleinen Benutzergruppe vorbehalten, jenen nämlich, die ein Apple TV 2 oder Apples Airport Express Hotspot besitzen.

Ganz ähnlich sieht es mit der Airprint genannten Druckfunktion aus. Die funktioniert super, druckt Texte und Bilder in bester Qualität. Allerdings gilt auch hier die Einschränkung der Kompatibilität. Aktuell bietet ausschließlich HP passende Drucker an. Vor allem aber kann man noch nicht aus allen Apps drucken. Aus dem Fotoprogramm, der Mail-App und dem Browser funktioniert es ganz wunderbar, ausgerechnet Apples Textverarbeitungs-App Pages aber bietet bisher keine Druckmöglichkeit an. Eine Manko, das hoffentlich bald durch ein Update ausgemerzt wird.

Für Menschen wie mich aber, die das iPad auch als eBook-Reader nutzen, ist eine andere Neuerung viel dramatischer: Der kleine, seitlich angebrachte Schalter, mit dem sich die Bildschirmausrichtung bislang arretieren ließ, so das sich der Bildschirm-Inhalt nicht mitdrehte, wenn man das iPad etwas dreht, hat jetzt eine neue Funktion. Seit dem Update dient er zu Stummschalten des Lautsprechers. Eine Funktion die bisher schon leicht erreichbar war, indem man die Lautstärkewippe für wenige Sekunden drückte.

Auf diese Neuerung hätte ich gern verzichtet und würde mir wünschen, dass mit dem nächsten Update eine Option eingeführt wird, die den Nutzer selber auswählen lässt, welche Funktion der kleine Schiebeschalter denn nun auslösen soll.

Hallo Cupertino, hört mich jemand?