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Neue Tablet-Rechner Apple rüstet seine iPads gegen die Konkurrenz

Abspecken gegen den Abschwung: Apple macht seinen Tablet-Rechner dünner, leichter und schneller. Mit dem iPad Air reagiert der Konzern auf die wachsende Android- und Windows-Konkurrenz. Das iPad mini bekommt ein neues Display.

San Francisco - Erst die Pflicht, dann die Kür: Apple hat in San Francisco am Dienstagabend zunächst neue Mac-Hardware und das dazugehörige Betriebssystem Mac OS X präsentiert. Dann kam der Moment der Wahrheit: In den vergangenen Monaten waren immer mehr Details über angeblich neue iPads bekannt geworden. Gleichzeitig hat die Konkurrenz mit Android- und Windows-Tablets mittlerweile brauchbare Alternativen zum iPad im Angebot. Wie also reagiert Apple?

iPad Air: Apple schrumpft sein iPad. Das neue Modell wiegt nur noch ein Pfund, rund 470 Gramm, und ist 7,5 Millimeter dick. Schneller soll es laut Apple auch sein. Dafür gibt es in Anlehnung an die leichten Notebooks einen neuen Namen: iPad Air. Es ersetzt das alte iPad und soll zu einem Einstiegspreis von 480 Euro ab November erhältlich sein. Zwischen 16 und 128 GB Speicher stehen zur Auswahl.

Schade: Das neue iPad Air hat zwar den A7-Chip, aber weder die 8-Megapixel-Kamera des iPhone 5S noch dessen Touch-ID-Fingerabdrucksensor.

iPad mini: Das kleinere iPad bekommt einen hochauflösenden Bildschirm, wie er schon bei den großen iPads und den MacBook Pros zum Einsatz kommt. Einzelne Pixel sind kaum mehr zu erkennen. Im Prinzip ist es ein iPad Air in klein. Derselbe Prozessor, dieselbe Auflösung, dasselbe LTE. Nur billiger ist es, der Einstiegspreis liegt bei 390 Euro. Zwischen 16 und 128 GB Speicher stehen zur Auswahl.

MacBook Pro: Nur maßvoll, dafür aber umso effektiver, wurden die MacBook-Pro-Notebooks aufgefrischt. Ihr wichtigstes neues Merkmal sind die neuen Intel-Prozessoren der Haswell-Serie, im großen 15-Zoll-Modell heißt er Crystalwell. Sie bringen zwar nur wenig mehr Leistung als ihre Vorgänger, gehen dafür aber sparsam mit dem Akkustrom um und sollen damit für spürbar längere netzunabhängige Laufzeiten von bis zu neun Stunden sorgen. Drei Kinofilme sollen sich so nacheinander anschauen lassen.

Einstiegspreise der Geräte, die Apple ab sofort verkaufen will: Für das 13-Zoll-Modell 1300 Euro, für die größere Version 2000 Euro.

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Neue Hardware: Apple zeigt iPad Air und neue MacBook Pros

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Mac Pro: Nachdem Apples neuen Highend-Rechner bei seiner Premiere auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni nur hinter Glas gezeigt wurde, konnte man ihn nun endlich ohne Trennwand sehen. Der Profi-Computer bricht mit dem üblichen PC-Design und lässt eher an eine Mischung aus Blumenvase und Kühlturm denken. Letzteres ist auch der Gedanke hinter dem Design: Konvektionen sorgt in dem Gehäuse für eine geräuschlose Kühlung.

Technisch steckt im Mac Pro alles, was gut und teuer ist. Neben Intel-Xeon-Server-Prozessoren mit bis zu zwölf Kernen gehören dazu Grafikkarten mit zwölf Gigabyte Grafikspeicher, Flash-Festplatten und die neuen Thunderbolt-2-Anschlüsse. Das in den USA zusammengeschraubte Gerät soll ab Dezember für 3000 Dollar erhältlich sein.

Mavericks: Neben iOS 7 ist Mac OS X 10.9 "Mavericks" das zweite große Betriebssystem-Update, das sich Apple für dieses Jahr vorgenommen hat. Mavericks ist ab sofort verfügbar, steht über den App Store zum Download bereit und ist kostenlos. Es soll auf allen Geräten installiert werden können, die Apple seit 2007 verkauft hat.

In Mac OS X sind jetzt die Lese-Software iBooks und die von iPhone und iPad bekannte Karten-App enthalten. Der Kalender wurde unter anderem um eine Funktion ergänzt, die zu Ereignissen die erwartete Reisezeit hinzufügt. Der Webbrowser Safari wurde ebenfalls überarbeitet und kann jetzt automatisch Links anzeigen, die Personen, mit denen man per Twitter oder Linkedin verbunden ist, gepostet haben. Eine ähnliche Funktion hat Microsoft bereits dem Internet Explorer 11 spendiert.

Der Schlüsselbund von OS X synchronisiert Benutzernamen und Passwörter via iCloud mit allen Apple-Geräten, die man mit seinem Apple-Account verknüpft. Eine 256 Bit starke AES-Verschlüsselung soll die Daten dabei vor dem Zugriff Fremder schützen.

Bei der Arbeit mit dem Dateimanager Finder sollen Reiter helfen, mit denen mehrere Finder-Fenster zusammengelegt werden können, wie man es von Webbrowsern kennt. Außerdem kann man Dateien nun mit beliebigen Schlagworten versehen, die es leichter machen sollen, zusammenhängende Dateien wiederzufinden. Dabei ist es unerheblich, ob diese lokal oder in der iCloud gespeichert sind.

mak/ore
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