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11. September 2019, 10:51 Uhr

iPhone 11 und Apple Watch Series 5

Das können die neuen Apple-Gadgets

Aus Cupertino berichtet

Apple hat neue iPhones, ein neues iPad und eine neue Version der Apple Watch vorgestellt. Nach der Präsentation hat unser Reporter die Edel-Gadgets vor Ort ein erstes Mal ausprobiert.

Wer von einem der aktuellen iPhone-Modelle auf eines der jetzt angekündigten Geräte umsteigt, wird sich nicht umstellen müssen: Von ihren Außenmaßen entsprechen die neuen Smartphones ihren Vorgängern - und auch in der Hand fühlen sie sich genauso an. Optisch und technisch hat sich allerdings einiges geändert.

Das fällt vor allem bei den Kameras auf, die weiter aus dem Gehäuse hervorzuragen scheinen als bei den iPhones XR, XS und XS Max. Zumindest sieht es auf Fotos so aus. Tatsächlich aber sind die Rückseiten der neuen iPhones 11, 11 Pro und 11 Pro Max aus einem durchgehenden Stück Glas gefertigt, das bei den Kameras etwas dicker ist und nicht weiter aus dem Gehäuse ragt als bisher. Trotzdem entsteht genau dieser Eindruck, wohl einfach, weil die quadratische Kameraeinfassung so groß ist. Mit dem Rücken auf einen Tisch gelegt, wackeln die neuen iPhones, genau wie die alten.

Wie gut die Kameras wirklich sind, wird nur ein Test zeigen können. Anhand der Demofotos, die Apple zeigte, sollte man das nicht beurteilen. Auf Anhieb interessant wirkten aber die neuen Möglichkeiten des Ultraweitwinkelobjektivs, vor allem für Gruppenfotos.

Sehr sinnvoll dabei: In der Kamera-App werden die Bedienelemente im Weitwinkelmodus jetzt von dem Bild des Ultraweitwinkelmodus unterlegt, sodass man sehen kann, ob es sich lohnen würde, den Fokus zu verschieben oder das Ultraweitwinkelobjektiv zu benutzen.

Aus Selfie wird Slofie

Eine im Alltag ebenfalls potenziell praktische Neuerung ist die Möglichkeit, mit einem Wisch über den Auslöser vom Foto- in den Videomodus und zurück zu wechseln. Interessant sehen auch die Beispiele für im Nachtmodus geschossene Fotos aus, die bei schlechtem Licht extrem viel bessere Bildergebnisse als bisher versprechen. Auch hier fehlt aber die praktische Überprüfung.

Die Selfiekamera der neuen iPhones könnte bald auch als Slofie-Kamera bekannt werden, da sie einen Zeitlupenmodus enthält, mit dem man sich nicht nur schöne Selbstbildnisse machen kann. Ich-schüttel-meinen-Kopf-Videos dürften damit kurzzeitig Hochkonjunktur bekommen.

Wirklich schöne Resultate erbrachte beim kurzen Ausprobieren der sogenannte High-Key-Effekt, der den Hintergrund bei Porträtfotos extrem aufhellt, sodass die Porträtierten in einer weißen Unendlichkeit zu stehen scheinen. Diese Funktion werden viele Nutzer mit dem Update auf iOS 13 freilich auch auf älteren iPhones nutzen können.

Helligkeit vs. Laufzeit

Bei meinem ersten Ausprobieren der neuen Geräte deutete sich an, dass die Bildschirme besser geworden sind. Zur Demonstration abgespielte HDR-Filme und 4K-Videos sehen darauf extrem scharf und kontrastreich aus, auch in dunklen Bereichen. Abzuwarten bleibt aber, ob sich die versprochene Helligkeit von bis zu 1200 Nits im Alltag auch nutzen lässt, um etwa bei Sonnenschein gut vom Bildschirm ablesen zu können.

Abzuwarten bleibt auch, inwieweit eine solche Bildschirmhelligkeit den Stromverbrauch in die Höhe treibt und damit die Laufzeit verkürzt. Immerhin hat Apple für die neuen iPhones eine bis zu fünf Stunden längere Akkulaufzeit versprochen.

Die Qual der Wahl

Bei der Frage, für welches iPhone man sich künftig entscheiden soll, steht natürlich immer noch der Preis im Vordergrund: Wer bloß unbedingt irgendein iPhone haben will, kann jederzeit das iPhone 8 nehmen. Dessen Technik ist zwar schon etwas angestaubt, dafür ist es mit 529 Euro aufwärts ungeschlagen günstig. Das iPhone XR für 699 Euro ist im Vergleich jedoch wohl die bessere, weil zukunftssicherere Wahl.

Soll es eines der neuen Modelle sein, wird man am iPhone 11 nicht vorbeikommen. Bis auf das Zoomobjektiv und die Bildschirmtechnologie (LCD statt OLED) bietet es im Grunde dieselbe Technik und Leistung wie seine Pro-Varianten. Mit einem Einstandspreis von 799 Euro ist es allerdings deutlich günstiger und sogar 50 Euro billiger als zuvor das iPhone XR. Die große Frage bleibt dann nur, welche der sechs Farben man bevorzugt: Violett, Grün, Gelb, Schwarz, Weiß oder Rot?

Wer mehr ausgeben will und kann, muss für ein iPhone 11 Pro mit 5,8-Zoll-Display mindestens 1149 Euro hinlegen. Das iPhone 11 Pro Max mit 6,5-Zoll-Bildschirm kostet in Vollausstattung, also mit 512 GB Speicher, 1649 Euro. Die Preise stimmen exakt mit denen der Vorgängermodelle iPhone XS und XS Max überein. Immerhin fällt hier die Wahl der Farben leichter: Zu Schwarz und Weiß gesellen sich Gold und das neue "Nachtgrün". Bestellbar sind die neuen iPhones ab dem 13. September, in den Läden stehen sie ab dem 20. September.

Die ersten Eindrücke von der neuen Apple-Watch-Generation finden Sie in der folgenden Fotostrecke.

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