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Schön, groß, schlank, teuer iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test

Ist größer wirklich besser? Mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus bietet nun auch Apple Smartphones im Großformat an. Wie liegen sie in der Hand, wie ist die Foto- und Video-Qualität? Der Test.

Das neue iPhone 6 hat einen 4,7-Zoll-Bildschirm, das iPhone 6 Plus sogar einen mit 5,5 Zoll. Aber das sind beileibe nicht die einzigen Veränderungen gegenüber den Vorgängermodellen.

Auf den ersten Blick - und vor allem beim Anfassen - fällt das neue Design auf. Rundum rund und zudem spürbar dünner ist es geworden. Scharfe Kanten wie noch beim iPhone 5s gibt es nicht mehr. Als langjähriger iPhone-Nutzer muss ich mich erst daran gewöhnen, dass der Einschaltknopf jetzt rechts statt oben sitzt. Der Vorteil: So kann ich ihn bequem mit dem Daumen erreichen, zumindest beim iPhone 6.

Für das 6 Plus gelten andere Regeln. Um das XL-iPhone bedienen zu können, muss ich es anders halten, es seitlich mit der ganzen Hand umfassen. Den ganzen Bildschirm erreichen meine Finger trotzdem nicht. Der neue Einhandmodus soll das vereinfachen: Tippe ich zweimal auf die Home-Taste, rutscht der Bildschirminhalt nach unten (siehe Video). Ob ich mich auf Dauer daran gewöhnen werde, wage ich zu bezweifeln. Es ist eben doch eher ein Zweihand-Handy.

Fotostrecke

Neue Apple-Smartphones: iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test

Foto: Matthias Kremp

Die Bildschirme der beiden iPhones liefern tiefes Schwarz, kräftige Farben und starke Kontraste, sie erinnern mich an Samsungs Amoled-Displays. Beeindruckend ist, wie gut sich die Bildschirme auch seitlich ablesen lassen, ohne dass Schärfe und Farbtöne sich verändern.

Apple begründet das mit der Verwendung sogenannter Dual-Domain-Pixel. Anders als sonst üblich, werden die Pixel hier nicht in einem strikten 90-Grad-Raster zueinander angeordnet, sondern stehen leicht verwinkelt zueinander. Der Technik-Website "Anandtech " zufolge ist das allerdings keine echte Neuheit: HTC soll solche Displays schon im One (M7) und im One X verwendet haben.

Foto-Luxus gibt es nur beim iPhone 6 Plus

Als Apple die neuen iPhones der Öffentlichkeit präsentierte, war ich wohl nicht der einzige, der sich wunderte, dass die Auflösung der Kamera unverändert acht Megapixel beträgt. Zumindest einen 13-Megapixel-Sensor hatte ich erwartet. Trotzdem hat sich einiges geändert: Vor allem sollen sogenannte Focus Pixel dafür sorgen, dass die Kamera schneller auf ein neues Motiv fokussiert und bei Videoaufnahmen kontinuierlich auf unterschiedlich weit entfernte Motive scharfstellen kann.

Im Test hat das auch gut funktioniert. Gegenüber Aufnahmen mit einem iPhone 5s waren Unterschiede sichtbar, wenn auch keine gewaltigen. Deutlich erkennbar sind die Verbesserungen bei mäßiger Beleuchtung, bei der das iPhone 6 weniger Bildrauschen erzeugt als sein Vorgänger.

Noch deutlicher sind die Unterschiede beim iPhone 6 Plus, das zusätzlich einen optischen Bildstabilisator hat. Für mein Testfoto in einem schlecht beleuchteten Kellerraum mussten iPhone 5s und 6 die Kameraempfindlichkeit auf ISO 2000 hochschrauben, während dem 6 Plus für dieselbe Aufnahme ISO 500 genügte (siehe Fotostrecke).

Zeitraffer und Zeitlupen

Ganz erstaunlich ist, wie gut die neuen iPhones mit elektronischer Hilfe Videobilder beruhigen können. Um das auszuprobieren, habe ich ein kurzes Filmchen auf dem Fahrrad gedreht, Freihand und auf einem holprigen Radweg. Das Ergebnis ist, abgesehen von der schiefen Kamerahaltung, sehr schön wackelfrei:

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Spaß macht es auch, die Zeitlupenfunktion auszuprobieren, die auf den neuen Handys bis zu 240 Bilder pro Sekunde aufnimmt:

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Und schließlich bieten die iPhones nun auch eine Zeitraffer-Funktion. Die arbeitet, wenn man das Handy entsprechend fixiert, sehr einfach und problemlos. Schade nur, dass man die Bildrate nicht verändern kann:

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Schneller als die Konkurrenz

Leistungsmessprogramme wie Geekbench bescheinigen den beiden Sechser-iPhones bemerkenswerte Rechenkraft. Zwar ist der neue A8-Prozessor, den Apple beiden Geräten eingepflanzt hat, nur mit zwei Rechenkernen bestückt, hat nur ein Gigabyte Arbeitsspeicher und tuckert mit bescheidenen 1,4 GHz. Er lässt aber beispielsweise den 2,5 GHz schnelle Quadcore-Chip in Sonys neuem Xperia Z3 hinter sich. Das sollte erstmal ausreichen.

Erfreulich ist, dass sich die Leistungssteigerung nicht auf die Akkulaufzeit niederschlägt. Einen Arbeitstag hielten beide problemlos durch, das iPhone 6 Plus zeigte wegen seines größeren Akkus oft noch 20 Prozent mehr Restkapazität an als das kleinere Modell. Dafür dauert es auch fast vier Stunden, den Akku aufzuladen.

Vom NFC-Chip, der die iPhones zu digitalen Geldbörsen machen soll, haben deutsche Nutzer vorerst nichts. Sein Bezahlsystem Apple Pay will der Konzern vorerst nur in den USA einführen. Meine Versuche, das iPhone 6 mit anderen NFC-Geräten zu verbandeln, verliefen ohne Ergebnis.

Fazit

Ich habe ein wenig Probleme damit, mich mit dem iPhone 6 Plus anzufreunden. Ja, es ist irre schnell, ja, es hat einen tollen Bildschirm und ja, es sieht großartig aus. Aber es ist eben auch ein bisschen sperrig, genau wie andere Smartphones seiner Größenordnung auch. In die Handtasche passt es besser als in die Hosentasche.

Mittelgroß ist dagegen genau richtig. Das iPhone 6 liegt prima in der Hand, liefert genau das, was man an zusätzlicher Bildfläche braucht, und flutscht mühelos in jede Hemd- oder Hosentasche.

Bleibt nur ein Problem, der Preis: Bis zu 999 Euro kostet das iPhone 6 Plus, das iPhone 6 bis zu 899 Euro. Viele Fans scheint das aber nicht zu bremsen: 24 Stunden nach Verkaufsbeginn meldete Apple bereits vier Millionen Bestellungen, am Dienstagabend lag die Lieferzeit bereits bei vier Wochen. In der Nacht zum Freitag werden wieder Tausende vor den Apple Stores in aller Welt campieren, um doch noch ein iPhone am Erstverkaufstag zu ergattern.

Technische Daten

Hersteller Apple Apple
Modell iPhone 6 iPhone 6 Plus
Maße (Millimeter) 138 x 67 x 6,9 158 x 78 x 7,1
Gewicht (Gramm) 129 172
Sprechzeit Bis zu 14 Stunden Bis zu 24 Stunden
Standby Bis zu 10 Tage Bis zu 16 Tage
Display-Diagonale 4,7 Zoll 5,5 Zoll
Display-Auflösung 1334 x 750 1920 x 1080
Prozessor 1,4 GHz Dualcore 1,4 GHz Dualcore
Arbeitsspeicher 1 GB 1 GB
Massenspeicher 16/64/128 GB 16/64/128 GB
Speichererweiterung Nein Nein
Kamera (hinten/vorne) 8 Mpx / 1,2 Mpx 8 Mpx / 1,2 Mpx
Mobilfunktechnik UMTS, HSPA+, LTE UMTS, HSPA+, LTE
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0 4.0
Betriebssystem iOS 8 iOS 8
Besonderheiten NFC, Barometer, Fingerabdrucksensor NFC, Barometer, Fingerabdrucksensor, optischer Bildstabilisator
Preis (Euro) 699/799/899 799/899/999
Alle Daten sind Herstellerangaben