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iPhone 6: Vorbereitung aufs Apple-Event

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iPhone 6 Warum dieses Apple-Event historisch werden muss

Was ist dran an den Gerüchten um das iPhone 6 und die iWatch? Am Dienstagabend will Apple den Schleier lüften. Mehr Gäste als je zuvor wurden an einen Ort eingeladen, der für Apple eine besondere Bedeutung hat - und sie wieder bekommen könnte.

Am 24. Januar 1984 enthüllte der damals noch junge Steve Jobs im Flint Center for the Performing Arts in Cupertino den Macintosh. Es war der erste Jedermannscomputer mit einer grafischen Benutzeroberfläche und Maus. Der Mac veränderte die Computerwelt. Alle wichtigen Rechner, die nach ihm kamen, basierten auf demselben Prinzip von Mausklicks und Symbolen.

Heute, etwas mehr als 30 Jahre später, kehrt Apple für die Präsentation seiner Neuheiten seit langer Zeit zum ersten Mal ins Flint Center zurück, statt sie wie gewohnt in San Francisco zu zeigen. Das Gebäude in Cupertino bietet Platz für etwa doppelt so viele Zuschauer wie jenes in San Francisco. Das ist auch nötig, denn Apple hat viel mehr Einladungen als sonst verschickt und unter anderem etliche Modejournalisten eingeladen, an der Präsentation teilzunehmen.

Der enorme Aufwand und der für Apple historische Ort können zweierlei bedeuten: Entweder leidet der Konzern an maßloser Selbstüberschätzung, oder er hat wirklich etwas vollkommen Neues, Überraschendes zu zeigen, etwas, das die Welt verändern könnte.

Nicht immer der Erste, aber oft der Beste

Dass die kalifornische Firma so etwas kann, hat sie mehrfach bewiesen. Zum ersten Mal mit dem Macintosh, Jahre später mit dem iPod. 2007 folgte das iPhone, das erstmals konsequent auf Touchscreen und Fingergesten setzte. Wenige Jahre später revolutionierte Apple den Computermarkt mit dem iPad, dem ersten Tablet-PC, der wirklich populär wurde.

Der Erste war Apple bei all dem nicht. Vor dem Mac hatte es Computer mit Maussteuerung gegeben, meist als Forschungsprojekte. Der iPod war beileibe nicht der erste portable digitale Musikspieler, das iPhone nicht das erste Smartphone mit Touchscreen und das iPad nicht der erste Tablet-Computer.

Aber immer wenn Apple seine eigene Version dessen entwickelte, was es schon gab, erschien das Ergebnis neu und anders als das, was es schon gab - auch wenn es nicht sofort perfekt war. So wie das iPhone, für das es anfangs keinen App Store gab und das erst nach Jahren die schnelle Mobilfunktechnik UMTS lernte. Doch jedes dieser Apple-Geräte hat eine Branche verändert. Der iPod war das Ende der Walkman-Player, das iPhone machte Tastatur-Handys zu Nischenprodukten.

Wofür der ganze Zinnober?

Die Zeichen deuten darauf hin, dass es dieses Mal wieder so weit sein könnte, dass Apple einen Markt umkrempelt. Doch das oder die neuen iPhones werden das sicher nicht können. Alles Wichtige über sie ist längst durchgesickert. Zwei Modelle wird es wohl geben, mit unterschiedlich großen, sicher aber größeren Bildschirmen als bisher. Sie werden viele technische Verbesserungen mit sich bringen, NFC-Nahfunk beherrschen, als digitale Geldbörse dienen und noch mehr. Aber das wäre nicht revolutionär - und dafür würde Apple keinen derartigen Zinnober veranstalten.

Deshalb dürfte etwas dran sein an den Gerüchten, Apple habe ein Wearable entwickelt. Das Wort Smartwatch zu benutzen, wäre vermessen, auch wenn sich der Konzern längst die Rechte an dem Begriff iWatch gesichert hat. Vielleicht ist es nur ein besseres Fitnessarmband für die Healthkit-App, die mit iOS 8 kommen wird. Aber auch dafür wäre der Aufwand zu groß.

Auf das Gerät müssen Kunden wahrscheinlich noch warten

Wahrscheinlicher ist es deshalb, dass Apple etwas entwickelt hat, das irgendwie eine Smartwatch ist, aber anders funktioniert als die Geräte, die man bisher unter dieser Bezeichnung kennt. Wenn den Kaliforniern dieser Geniestreich gelungen ist, könnten sie den Bereich der Wearables für einige Jahre ebenso dominieren, wie sie es bei den Tablets mit dem iPad taten.

Wenn dieses Wearable tatsächlich der Star der Vorstellung sein sollte, dürfte es allerdings noch einige Monate dauern, bis man es kaufen kann. Um das Gerät bis zur offiziellen Präsentation geheimzuhalten, dürfte darüber noch nichts an Apples Produktionspartner in Asien weitergegeben worden sein. Diese Strategie hat schon beim aktuellen Mac Pro gut funktioniert, von dem bis zum Schluss keine Daten und keine Bilder durchgesickert waren.

Sollte Apple am Dienstag in Cupertino aber doch "bloß" ein neues iPhone vorstellen, wäre es an der Zeit, sich Sorgen zu machen, wie es mit der Firma weitergehen soll.

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