iPhone 7 und Apple Watch 2 Was Apple am Mittwoch zeigen wird

Am Mittwoch will Apple in San Francisco seine Neuheiten vorstellen. Das iPhone 7 wird dazugehören, Updates für iOS und Mac OS sowieso. Doch was kann man von den Neuerungen erwarten?

Apple-Einladung
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Wie immer gibt sich Apple kurz vor der Präsentation neuer Hard- und Software zugeknöpft. Kein Wort zu dem, was kommenden Mittwoch enthüllt werden soll, ist Apples Mitarbeitern zu entlocken. Doch wie üblich hat das Unternehmen in seiner Einladung zu der Veranstaltung dezente Hinweise versteckt.

"See you on the 7th", heißt es da doppeldeutig. Denn obwohl das Event am 7. September stattfindet, kann man den Satz auch so interpretieren, dass damit das iPhone 7 gemeint ist. Zudem sind im Hintergrund verschwommene Lichter zu erkennen. Eine klare Andeutung auf ein neues Kamerasystem in der nächsten iPhone-Generation.

Aber darüber war man sich in den einschlägigen Blogs ohnehin längst einig. Schon vor Wochen sind im Netz Bilder aufgetaucht, die die Gehäuse der neuen iPhones zeigen sollen. Im größeren der beiden war deutlich eine ungewöhnliche breite Aussparung für die Kamera zu sehen.

Das iPhone sieht doppelt

Sollten die Bilder authentisch sein, würde das bedeuten, dass das größere der beiden nächsten Apple-Smartphones bessere Kamerafunktionen bekommt als das kleine. Das ist auch schon bei den iPhones 6 und 6s so. Hier werden die größeren Plus-Modelle jeweils mit einem optischen Bildstabilisator bestückt, für den im kleineren Gehäuse kein Platz ist.

Die breite Aussparung im angeblichen iPhone 7 Plus könnte durch eine Doppelkamera besetzt werden, ähnlich der in Huaweis P9. Doch während bei Huawei die zweite Kamera Schwarzweiß-Aufnahmen macht, deren Daten die Kontraste im Farbbild verbessern sollen, soll die Funktion bei Apple eine andere sein. So wird gemutmaßt, dass eine der beiden Kameras ein Weitwinkel-, die andere ein Teleobjektiv habe.

So würden einerseits neue Zoom-Möglichkeiten entstehen. Anderseits ließen sich mit einer solchen Konstruktion Lichtfeldaufnahmen erzeugen, also Bilder, bei denen man nachträglich auf unterschiedliche Punkte scharfstellen kann. Sollte sich das bewahrheiten, wäre es nicht verwunderlich, wenn Apple speziell hierfür eine neue App oder einen Webdienst einführen würde, über den man solche Bilder tauschen kann.

Schwarz und schwärzer

Für potenzielle iPhone-Käufer eventuell noch spannender als die neuen Kameras könnten zwei Farbvarianten der Geräte sein. Das japanische Blog "macotakara" zeigte vergangene Woche ein Foto, das die Simkartendeckel der neuen iPhones zeigen soll. Neben den bekannten Varianten in Gold, Silber und Roségold waren dort zwei neue Schwarztöne zu sehen, ein glänzendes "Piano Black" und ein mattes "Dark Black".

Darüber hinaus lässt sich gut erahnen, was Apple am Mittwoch vorhat, wenn man die letzten Veröffentlichungen des Ex-Bloggers Mark Gurman und des Analysten Ming-Chi Kuo zusammenfasst. Beide habe in der Vergangenheit mit ihren Prognosen gute Treffsicherheit bewiesen:

Das glauben die Experten über die neuen iPhones zu wissen:

  • Es wird wieder zwei Versionen geben: ein iPhone 7 mit 4,7-Zoll- und ein iPhone 7 Plus mit 5,5-Zoll-Bildschirm.
  • Die Bildschirme werden, wie das iPad Pro 9,7, mehr Farben als bisher anzeigen können. Sie sollen damit realistischer und lebendiger wirken.
  • Der Speicher wird aufgerüstet. Statt 16 GB sind nun 32 GB im kleinsten Modell eingebaut. Ein 64-GB-Version soll es nicht mehr geben, die Mittelklasse bekommt 128 GB, das Top-Modell 256 GB. Aufrüstbar ist der Speicher nicht.
  • Ein neuer A10-Prozessor soll für mehr Leistung sorgen.
  • Der mechanische Homebutton wird durch eine Touch-Fläche ersetzt, die bei Berührung durch Vibrationen das Gefühl vermitteln soll, man habe einen Knopf gedrückt.
  • Die Kopfhörerbuchse wird verschwinden. Damit man trotzdem herkömmliche Kopfhörer anschließen kann, soll ein Adapter für die Lightning-Buchse beiliegen. Andere Gerüchte sprechen davon, dass es iPhone-Versionen geben wird, denen stattdessen ein Bluetooth-Headset, genannt AirPod, beiliegt.
  • Durch den Verzicht auf Homebutton und Kopfhörerbuchse wird das iPhone wasserdicht nach dem IPX7-Standard. Das heißt, man kann damit duschen, es im Regen benutzen und es auch in Wasser eintauchen. Zum Schwimmen sollte man es lieber nicht mitnehmen.

Auch von einer neuen Apple Watch 2 ist die Rede. Sollte sich das bestätigen, wäre das neue Modell ein maßvolles Upgrade. Demnach hat die Apple Watch 2:

  • einen eingebauten GPS-Empfänger
  • einen schnelleren Prozessor
  • eine längere Akkulaufzeit
  • und immer noch keine eigene Sim-Karte.

Wenig ist in den Gerüchten bisher von weiterer neuer Hardware die Rede. Dabei wäre etwa beim Macbook Air ein Upgrade mit USB-C-Buchse fällig. Außerdem fehlt Apple derzeit ein hochauflösender Monitor im Angebot, der zu den aktuellen Rechnern passen würde.

Sicher ist, dass Apple am Mittwoch eine Reihe von Software-Updates veröffentlichen wird, die bereits seit der Entwicklerkonferenz WWDC im Betatest laufen: iOS 10, Mac OS 10.12, tvOS 10 und watchOS 3.

Welche dieser Gerüchte sich am Ende als wahr herausstellen und welche Neuheiten Apple auch vor Insidern hat geheim halten können, wird sich Mittwoch zeigen, wenn Tim Cook um 19 Uhr deutscher Zeit die Bühne betritt. Wir sind wie immer dabei und werden aus San Francisco berichten.



insgesamt 69 Beiträge
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spon-facebook-10000015195 05.09.2016
1. Ich freu mich schon...
Mal schauen, welche gravierende Bugs in iOS 10 die älteren Geräte lahmlegen. Die neuen iPhones sind leider auch nicht mehr als ein Hardwarefacelift. Allein der Entfall der Klinkenbuchse ist ein gekonnter Schachzug - so kann man wieder Gewinn über neues Zubehör einfahren. Ärgerlich für die Kunden, gut für Apple.
Bobby Shaftoe 05.09.2016
2.
Den Wegfall von Schnittstellen übt Apple schon seit den PowerPCs, damals hat es LocalTalk getroffen, das der Fangemeinde vorher immer als der Heilige Gral verkauft wurde. Du hast ein LocalTalk-Netz? Pech gehabt, dann musst Du eben neu aufbauen. Aber Apple Fanboys schlucken eben jeden Mist.
sverris 05.09.2016
3. Ob die Steuertricks Folgen haben?
Ich denk ja leider immer wieder, es würden auch mehr und mehr Leute mal an sich selbst denken, an ihre eigenen Steuersätze - und dann Produkte von Firmen, die derart wenig Steuern zahlen, endlich meiden... Es geht hier übrigens auch um D-land. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apples-steuertricks-duerften-deutschen-fiskus-millionen-kosten-a-902370.html
mettwurstlolli 05.09.2016
4.
Zitat von sverrisIch denk ja leider immer wieder, es würden auch mehr und mehr Leute mal an sich selbst denken, an ihre eigenen Steuersätze - und dann Produkte von Firmen, die derart wenig Steuern zahlen, endlich meiden... Es geht hier übrigens auch um D-land. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apples-steuertricks-duerften-deutschen-fiskus-millionen-kosten-a-902370.html
Aha, und wenn Sie durch den Supermarkt gehen, wissen Sie wieviel Steuern die Hersteller der jeweiligen Produkte gezahlt haben? Im Übrigen dürften Sie dann auch nicht bei IKEA einkaufen, nicht bei Google suchen, keinen facebook-account haben und nicht bei Amazon bestellen... nur um einige wenige zu nennen.
spatenheimer 05.09.2016
5.
Zitat von Bobby ShaftoeDen Wegfall von Schnittstellen übt Apple schon seit den PowerPCs, damals hat es LocalTalk getroffen, das der Fangemeinde vorher immer als der Heilige Gral verkauft wurde. Du hast ein LocalTalk-Netz? Pech gehabt, dann musst Du eben neu aufbauen. Aber Apple Fanboys schlucken eben jeden Mist.
Ja, sowas hasse ich auch. Wollte letztens meinen PC aufrüsten und musste feststellen, dass der Core i7 nicht in den 132-pin-Sockel vom 80386 passt. Was soll das?! Also neuen PC mit Windows 10 gekauft. Na toll, in die merkwürdigen Steckplätze passt mein 8-bit Soundblaster überhaupt nicht rein. Warum wird 25 Jahre alte Technik nicht weiter unterstützt?!
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