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iPhone 8, iPhone X und mehr: Das waren die Highlights der Apple-Show

Foto: Marcio Jose Sanchez/ AP

iPhone 8, iPhone X und mehr Das sind Apples spannendste Neuheiten

Eine neue Smartwatch und gleich drei neue Smartphones, von denen eins deutlich mehr als 1000 Euro kostet: In seiner jüngsten Produktshow hat Apple gezeigt, wie es sich die Mobilgeräte der näheren Zukunft vorstellt.

Nicht weniger als den "größten Fortschritt seit dem Original-iPhone" versprach Tim Cook, als er nach mehr als einer Stunde endlich zum Star des Abends kam, dem kommenden iPhone X. Zuvor hatte vor allem das neue Gebäude, in dem Apple erstmals seine Neuheiten präsentierte, viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mitten im Silicon Valley gelegen und doch mit der Anmutung, es wäre ganz weit draußen auf dem Land, beeindruckte es das Publikum schon vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung.

Doch als Cook dann endlich das iPhone X zeigte, gab es zumindest bei den Mitarbeitern im Saal kein Halten mehr: Sie begleiteten die Vorstellung mit tosendem Applaus und Jubel, wie er wohl zu einer Werbeshow im eigenen Haus gehört.

Mit dem neuen Modell führt Apple bei seinem Vorzeigegerät nach einigen Jahren auch ein völlig neues Design ein. Die Vorderseite wird fast völlig vom Bildschirm ausgefüllt, der von einem nur wenige Millimeter dünnen Rahmen eingefasst wird. Nur an der Oberseite gibt es eine kleine Unterbrechung. Dort sind die Kamera und mehrere Sensoren untergebracht.

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Das ist Face ID

Diese Sensoren sind wichtig. Apple nutzt sie für eine Technik namens Face ID, so nennt der Konzern seine Variante der Gesichtserkennung. Anders als die etwa von Samsung bei einigen Smartphones verwendete Gesichtserkennung soll sich Face ID nicht von einem Foto foppen lassen.

Indem nicht nur das zweidimensionale Bild des Anwenders, sondern dessen dreidimensionale Gesichtsform abgetastet und als mathematisches Modell gespeichert wird, sollen Täuschungsversuche verhindert werden.

Für Hacker, wie etwa die Experten vom Chaos Computer Club, dürfte das nach einer Herausforderung klingen. Ob man das System etwa mit einer Büste überlisten kann?

Das kann das neue Display

Als Antrieb nutzt Apple beim iPhone X den neuen A11 Bionic, einen Prozessor mit sechs Rechenkernen, der etwa 70 Prozent schneller sein soll als sein Vorgänger. Er ermöglicht Extras wie einen verbesserten Porträtmodus der Doppelkamera, die mit zweimal 12-Megapixeln schneller und besser fotografieren soll als die Vorgängermodelle. Wie beim iPhone 7 Plus hat sie ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv, deren Aufnahmen vom Prozessor ineinandergerechnet werden können.

Den neuen Bildschirm bezeichnet Apple als "Super Retina Display". Er hat eine Diagonale von 5,8 Zoll, zeigt 2436 x 1125 Pixel an und basiert auf OLED-Technologie. Der Kontrastumgang wird mit 1: 1.000.000 angegeben. Zudem beherrscht er sowohl HDR als auch Apples True-Tone-Technik, die dafür sorgen soll, dass Farben unabhängig vom Umgebungslicht immer gleich wirken.

Mit dem iPhone X führt Apple endlich auch eine drahtlose Ladefunktion ein, wie es sie bei anderen Herstellern längst gibt. Apples stützt sich dabei auf den Qi-Standard, sodass man passende Ladegeräte etwa von Belkin oder Ikea bekommen kann.

Schmerzhaft dürften für Apple-Fans die Preise sein. Angeboten wird das iPhone X mit wahlweise 64 GB für 1149 Euro oder mit 256 GB für 1319 Euro. Bestellungen werden ab dem 27. Oktober angenommen, die Auslieferung soll am 3. November beginnen.

Auch neu: iPhone 8 und iPhone 8 Plus

Die Zeit bis dahin überbrückt Apple mit dem iPhone und 8 Plus. Diese neuen Modelle sehen auf den ersten Blick ein bisschen wie alte Bekannte aus. Bei ihnen handelt es sich um aktualisierte und verbesserte Versionen der iPhones 7 und 7 Plus, allerdings mit einer Rückseite aus gehärtetem Glas.

Beide sind mit dem neuen A11 Bionic-Prozessor des iPhone X bestückt, haben verbesserte Kameras und den bekannten Fingerabdruckscanner Touch ID. Auch die Displays dieser Modelle sind mit der True-Tone-Technik ausgerüstet, entsprechen ansonsten hinsichtlich Maßen und Auflösung denen von iPhone 7 und 7 Plus. Ihre Kameras sind mit neuen Fotochips bestückt und auch bei diesen Modellen hat Apple drahtlose Ladetechnik eingebaut.

Das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus sind ab dem 22. September mit 64 oder 256 GB erhältlich, für ab 799 Euro beziehungsweise ab 909 Euro bei der Plus-Variante.

Apple Watch mit LTE-Modul

Auch eine neue Apple Watch, Series 3 genannt, wurde in Cupertino vorgestellt. Bis auf Kleinigkeiten wie eine rote Krone sieht sie aus wie die alte, ist allerdings mit einem LTE-Modul bestückt, das sie unabhängig vom iPhone macht. Die Series 3 kann autark online gehen und so für Telefonate oder zum Streamen von Musik benutzt werden.

In Deutschland wird die Apple Watch Series 3 ausschließlich im Netz der Telekom funktionieren und sich eine Telefonnummer mit dem iPhone des Nutzers teilen. Über die Preise für solche Mobilfunkverträge war am Dienstag noch nichts bekannt. Bekannt ist dagegen, dass die Series 3 ab 449 Euro kosten wird. Zusätzlich ist eine Version ohne LTE ab 369 Euro verfügbar.

Apple TV

Zuletzt bekommt auch Apples TV-Box eine Neuauflage: Sie ist endlich 4K-fähig und kann die neuen UHD-Fernseher in deren nativer Auflösung ansteuern. Das war überfällig, die Konkurrenzmodelle von Amazon, Google und Nvidia können das schon lange. Apple legt hier allerdings noch einen drauf und kündigt an, das Gerät beherrsche auch den HDR10-Standard für Filme mit erweitertem Kontrastumfang sowie die Videotechnik Dolby Vision.

Im iTunes Store wird es dazu passend künftig auch Filme in 4K-Auflösung zu kaufen und zu leihen geben. Die gute Nachricht: 4K-HDR-Filme werden nicht teurer als Full-HD-Filme sein. Bereits gekaufte Filme werden kostenlos in 4K-Versionen umgetauscht.

Auch eine Apple-TV-App von Amazon Prime Video wurde angekündigt. Sie soll "später in diesem Jahr" kommen. Mit 32 GB kostet das Apple TV 4K 199 Euro, mit 64 GB 219 Euro. Bestellbar ist es ab dem 15. September, ein genaues Lieferdatum gibt es noch nicht.


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