iPhone Forscher wollen Schadsoftware per Netzteil einschleusen

Amerikanische Forscher wollen Schadsoftware via Netzteil in Apple-Geräte einschleusen. Den Beweis wollen sie in einigen Wochen auf einer Sicherheitskonferenz erbringen. Mit einem Prototyp funktioniert der Hack angeblich schon.

iPhone mit Ladekabel: Via Netzteil wollen Forscher Schadsoftware einschleusen
Matthias Kremp

iPhone mit Ladekabel: Via Netzteil wollen Forscher Schadsoftware einschleusen


In seinem Handy-Ladegerät wird kaum ein Anwender eine Bedrohung sehen. Amerikanische Sicherheitsforscher vom Georgia Institute of Technology wollen demnächst zeigen, dass die nützlichen Stromspender trotzdem zur Bedrohung werden können. Auf der Sicherheitskonferenz Black Hat, die Ende Juli in Las Vegas stattfindet, wollen sie zeigen, wie man iOS-Geräte per Netzteil mit Schadsoftware infizieren kann.

Die Forscher behaupten, Software über ein verändertes Ladegerät auf iPhones, iPads und auch iPods aufspielen zu können. Der Software-Transfer soll bei ihrem Prototyp nur 60 Sekunden dauern und vom Anwender unbemerkt ablaufen. "Alle Nutzer sind betroffen", schreiben die Informatiker. "Denn unser Ansatz bedarf weder eines Jailbreaks noch der Nutzerinteraktion."

Die Computerexperten stufen Apple-Gadgets als generell anfällig für Schadsoftware ein. "Trotz der Fülle an Abwehrmechanismen in iOS, haben wir eine beliebige Software in die aktuelle Generation der Apple-Geräte mit der aktuellen Betriebssystemversion einschleusen können", schreiben sie.

Sie kündigen auch an, auf der Konferenz im Juli zu zeigen, wie man die von ihnen genutzte Sicherheitslücke schließen kann. Erspähen lässt sich die über eine Hintertür aufgespielte Software den Informatikern zufolge nicht: "Um die resultierende Infektion dauerhaft zu machen, zeigen wir, wie ein Angreifer die Software auf die gleiche Weise verstecken kann wie Apple seine eingebauten Anwendungen."

Laut einem Bericht von "Forbes" ist Apple von den Forschern über das Problem informiert worden. Eine Stellungnahme des Unternehmens zu den Vorwürfen liegt nicht vor.

Bisher muss man aber auch kaum fürchten, sein Gerät über ein manipuliertes Netzteil infizieren zu können. Apple-Nutzer würden die bösartigen Stromlieferanten auf Anhieb an ihren ungewohnten Abmessungen erkennen. Der Prototyp ist deutlich größer als übliche Geräte, denn damit der Trick funktioniert, haben die Forscher einen Mini-Computer in das Netzteil einbauen müssen, der etwa so groß wie eine Kreditkarte ist. Apples Original-Netzteile sind bedeutend kleiner.

kpg

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insgesamt 83 Beiträge
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Seite 1
toblerone01 04.06.2013
1. Invincible!
Und wieder einmal zeigt sich die Qualität von Apple. Hier muss die Wissenschaft erst einmal lange forschen, bis sie Viren einschleusen kann - hallo?! Wenn das nicht für sich spricht. Kein Wunder, dass wir in unserer Family gerade das 13. iPhone gekauft haben (mein aktuelles und vier alte, das aktuelle meiner Frau und 3 alte, beide Töchter jeweils zwei), und das wird nicht das letzte gewesen sein!
schnitteuk 04.06.2013
2.
Zitat von toblerone01Und wieder einmal zeigt sich die Qualität von Apple. Hier muss die Wissenschaft erst einmal lange forschen, bis sie Viren einschleusen kann - hallo?! Wenn das nicht für sich spricht. Kein Wunder, dass wir in unserer Family gerade das 13. iPhone gekauft haben (mein aktuelles und vier alte, das aktuelle meiner Frau und 3 alte, beide Töchter jeweils zwei), und das wird nicht das letzte gewesen sein!
Es hat doch keine gesagt, dass dieses Projekt zum ersten Mal überhaupt Viren auf ein iPhone bringen soll. Die gibt es da auch schon, wenn auch vielleicht nicht so häufig wie auf anderen Plattformen. Das Neue an diesem Projekt ist der Übertragungsweg des Virus.
sara prezl 04.06.2013
3. absolut irre
was haben denn diese angeblichen amerikanischen Superforscher geraucht ? einen Computer in ein ix - beliebiges Netzteil einbauen, also manipulieren, um dann euphorisch mitzuteilen, oh man kann Schadsoftware aufspielen. Und natürlich wieder mal ein Tritt gegen Apple. Man kann diesen Minikomputer sicher in jedes Netzteil einbauen. Und was hat den Autor des Spiegels dazu bewogen, diesen Artikel zu schreiben.
maledicto 04.06.2013
4. titel
Zitat von toblerone01Und wieder einmal zeigt sich die Qualität von Apple. Hier muss die Wissenschaft erst einmal lange forschen, bis sie Viren einschleusen kann - hallo?! Wenn das nicht für sich spricht. Kein Wunder, dass wir in unserer Family gerade das 13. iPhone gekauft haben (mein aktuelles und vier alte, das aktuelle meiner Frau und 3 alte, beide Töchter jeweils zwei), und das wird nicht das letzte gewesen sein!
Es sind fast immer Forscher, die zero-day-Lücken aufdecken. Was eindeutig gegen das iPhone spricht ist, dass ohne jegliches Zutun des Nutzer Schadsoftware eingespielt werden kann, indem einfach das falsche Ladekabel verwendet wird. Das ist heftig. Wenn Sie so trotzig kund tun, dass Sie das iPhone toll finden und noch weitere kaufen wollen, lassen Sie sich gesagt sein, dass das niemanden stört. Jedem das seine.
maledicto 04.06.2013
5. titel
Zitat von sara prezlwas haben denn diese angeblichen amerikanischen Superforscher geraucht ? einen Computer in ein ix - beliebiges Netzteil einbauen, also manipulieren, um dann euphorisch mitzuteilen, oh man kann Schadsoftware aufspielen. Und natürlich wieder mal ein Tritt gegen Apple. Man kann diesen Minikomputer sicher in jedes Netzteil einbauen. Und was hat den Autor des Spiegels dazu bewogen, diesen Artikel zu schreiben.
Ja, man kann sicher auch in andere Netzteile Minirechner einbauen bzw. diese anbringen. Normalerweise lässt sich aber keine Software ohne Nutzeraktionen installieren, indem einfach ein Rechner angeschlossen wird.
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