iPhone und iPad Apple hebt Preise an - wegen Gema-Gebühren

Zum Jahreswechsel sind iPhones und iPads teurer geworden - aber nur in Deutschland. Grund ist eine Urheberrechtsabgabe, die Apple fast komplett auf die Kunden umlegt.
ZPÜ-Website auf einem Smartphone: Fünf Euro Urheberrechtsabgabe pro Gerät

ZPÜ-Website auf einem Smartphone: Fünf Euro Urheberrechtsabgabe pro Gerät

Foto: SPIEGEL ONLINE

In Deutschland sind Smartphones und Tablets von Apple zum Jahreswechsel teurer geworden - zumindest ein bisschen. Bei iPhones beträgt der Aufschlag 4,95 Euro, bei iPads 6,95 Euro.

Hinter der Preiserhöhung steht eine kürzlich getroffene Vereinbarung mit der "Zentralstelle für private Überspielrechte" (ZPÜ) über eine Urheberrechtsabgabe. Demnach ist eine Pauschale von eben fünf Euro pro Smartphone und sieben Euro pro Tablet fällig.

Apple gibt diese Kosten fast komplett an Kunden weiter. Ein Beispiel: Im Apple Online Store kostet das iPhone 6s mit 16 GB Speicher statt 739 Euro nun 744,95 Euro. Der Konzern bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass die Preiserhöhung mit der Urheberrechtsabgabe zu tun habe. Wie andere Hersteller die neuen Sätze umlegen, ist bislang noch unklar.

Mit der Summe werden alle legalen Privatkopien abgegolten, die Benutzer von urheberrechtlich geschützten Werken, etwa von Liedern, auf ihre Smartphones ziehen. Das Geld geht an die Verwertungsgesellschaften, darunter die Gema oder VG Bild-Kunst und VG Wort. Diese Gesellschaften wiederum schütten Geld an Urheber wie Autoren oder Komponisten aus.

Die Pauschalabgaben werden seit langem auf Geräte wie Computer, MP3-Player, Kopierer, Drucker etc. sowie auf Speichermedien wie USB-Sticks und CD-Rohlinge fällig. Um eine Vereinbarung für Smartphones und Tablets wurde jahrelang gerungen. Erst im Dezember 2015 einigten sich ZPÜ und der Branchenverband Bitkom.

Die nun fälligen fünf bzw. sieben Euro sind reduzierte Sätze, die für diejenigen gelten, die dem sogenannten Gesamtvertrag beigetreten sind. Dazu gehören in erster Linie die Bitkom-Mitglieder. Andere Hersteller und Importeure sollen 6,25 Euro pro Smartphone und 8,75 Euro pro Tablet zahlen. Die Sätze für dienstlich genutzte Geräte sind niedriger.

Ursprünglich hatte sie ZPÜ deutlich höhere Beträge verlangt - für Smartphones mit einer Speicherkapazität von mindestens 8 Gigabyte sollten 36 Euro fällig sein.

fab/AP
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