Bundesamt für Strahlenschutz Keine Hinweise auf erhöhtes Hirntumor-Risiko durch Handys

Die Gefahr, an einem Gehirntumor zu erkranken, steigt bei Kindern und Jugendlichen durch den Gebrauch von Mobiltelefonen nicht. Eine neue Studie hat demnach Restunsicherheiten verringert.
Junge Mädchen telefonieren mit Handys: Kein erhöhtes Risiko für Hirntumore

Junge Mädchen telefonieren mit Handys: Kein erhöhtes Risiko für Hirntumore

Foto: Armin Weigel/ picture alliance / dpa

Wenn Kinder und Jugendliche Mobiltelefone und schnurlose Festnetztelefone, sogenannte DECT-Telefone, nutzen, entsteht daraus kein erhöhtes Risiko für Hirntumore. Das legen nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz  (BfS) die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten internationalen Studie nahe. Es gebe nach derzeitigem Kenntnisstand keine wissenschaftlich gesicherten Belege für gesundheitsschädigende Wirkungen durch Mobilfunk für den Menschen, erklärte die Behörde. Die neue Studie untermaure diese Erkenntnis.

Demnach legt die Auswertung der Studie nahe, dass das Risiko für eine Erkrankung an einem Hirntumor für Nutzer von Mobil- und DECT-Telefonen nicht höher ist als für Menschen, die solche Geräte nicht verwenden. »Die neuen Ergebnisse tragen dazu bei, wissenschaftliche Restunsicherheiten auch mit Blick auf Kinder und Jugendliche zu verringern – sie bestätigen, dass die im Mobilfunk geltenden Grenzwerte Erwachsene und Kinder schützen«, erklärte BfS-Präsidentin Inge Paulini am Montag in Salzgitter.

Methodische Verzerrungen

Die Auswertung der Studie zeigt nach BfS-Angaben bei einigen Altersgruppen sogar ein mit zunehmender Nutzungsintensität und -dauer tendenziell sinkendes Erkrankungsrisiko. Hierbei gehen die Verfasser aber von methodischen Verzerrungen oder anderen nicht kausalen Effekten aus. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre, dass erkrankte Jugendliche ihr Nutzungsverhalten »aufgrund von Symptomen der Erkrankung, die bereits vor der Diagnose vorlagen«, verändert haben könnten.

Es gebe daher keinen Grund zu der Annahme, dass es einen schützenden Effekt haben könnte, Handys, Smartphones und schnurlose Telefone zu nutzen, betonten die Forschenden laut BfS. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass sie aufgrund der genannten Verzerrungen »ein geringfügig erhöhtes Risiko nicht ausschließen«.

In der groß angelegten internationalen Mobi-Kids-Studie  untersuchten die Expertinnen und Experten das Nutzungsverhalten von 899 Kindern und Jugendlichen, die im Alter zwischen zehn und 24 Jahren an einem Hirntumor erkrankten. Die Daten wurden mit denen einer Kontrollgruppe verglichen. Die Datenerhebung wurde in Form von Interviews entweder mit den Jugendlichen selbst oder mit deren Eltern durchgeführt.

Nach Angaben des Bundesamts nahmen zwischen 2010 und 2015 rund 2800 junge Menschen aus 14 Staaten teil – auch aus Deutschland.

mak/AFP
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