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Lesegeräte: E-Reader im Überblick

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Digitale Bücher Welcher E-Reader passt zu mir?

Der E-Reader-Markt boomt im Weihnachtsgeschäft, die Geräteauswahl ist üppig - genauso groß sind die Preis- und Leistungsunterschiede. Was taugen preiswerte Lesegeräte? Welche Funktionen fehlen dem Kindle? Wie gut ist die Konkurrenz? Der Überblick zeigt, welcher Reader zu wem am besten passt.

Einige leuchten, andere passen in die Jackentasche, bei den meisten ist der Touchscreen Standard - die Vielfalt bei E-Readern war noch nie so groß wie heute. Doch keines der Lesegeräte ist perfekt: Einige sind hervorragend für Anmerkungen und Markierungen in E-Books geeignet, dafür kann man nur bei einem Anbieter E-Books kaufen.

Die größten Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen gibt es bei diesen Punkten: Kann man E-Books aus anderen Webshops ohne mühsame (und bei Kopierschutz womöglich illegale) Konvertierung lesen? Wie schwierig ist es, Textstellen zu markieren und Anmerkungen einzutippen? Sind die Notizen dann nur auf dem E-Reader zu lesen? Oder werden sie synchronisiert, so dass man markierte Passagen zum Beispiel bequem gesammelt im Webbrowser sieht? Ist es möglich, E-Books auch auf Tablets und Smartphones zu lesen - und zwar an der Textstelle, an der man eben auf dem E-Reader aufgehört hat?

Es gibt also viele Kriterien, auf die Käufer achten müssen. Unser Marktüberblick zeigt die Vorteile und Nachteile der besten aktuellen Geräte aus drei Preissegmenten.

Premiumklasse für unter 130 Euro - leuchtende Geräte mit Top-Auflösung

E-Reader mit digitaler Tinte und beleuchtetem Bildschirm haben einen ganz offensichtlichen Vorteil: Man kann auch in Dunkelheit (im Bett, im Flugzeug) ohne zusätzliche Lichtquelle lesen.

Das seitlich auf den Bildschirm fallende Licht verbessert die Lesbarkeit auch bei Tag, weil der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund höher ist. Drei dieser leuchtenden Lesegeräte sind in Deutschland derzeit für jeweils 129 Euro im Handel. Die Darstellung ist bei allen gleich gut, Kontrast und Auflösung sind höher als bei allen anderen derzeit erhältlichen E-Readern.

130-Euro-Reader: Kobo Glo (links) und Kindle Paperwhite

130-Euro-Reader: Kobo Glo (links) und Kindle Paperwhite

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Mit dem Kindle Paperwhite (hier geht es zum Test) lassen sich Textstellen einfacher und schneller markieren und Anmerkungen leichter tippen als auf Konkurrenz-Produkten. Die Kindle-Software synchronisiert alle Notizen und Unterstreichungen über alle Amazon-Lesegeräte und Kindle-Apps auf Tablets und Smartphones hinweg. Dieser Synchronisierungsdienst ist bislang einzigartig - eine große Hilfe für alle, die mit Büchern arbeiten. Wer den Kindle Paperwhite wegen dieser Vorteile zu Weihnachten verschenken will, hat Pech: Ausgeliefert wird frühestens wieder Ende des Jahres. Eine Alternative zum Tippen und Markieren ist der Kindle Touch (109 Euro) - allerdings ohne Licht und mit geringerer Auflösung. Den Aufpreis für die Version mit Mobilfunkmodul kann man sich sparen, wenn man ein Smartphone hat, auf das der E-Reader per W-Lan-Direktverbindung zugreifen kann.

Vorteile und Nachteile des Kindle Paperwhite im Schnellcheck:


Der kanadisch-japanische Hersteller des Kobo Glo (hier geht es zum Test) hat das Lesen und Kaufen von E-Books so komfortabel wie Amazon gestaltet - und mit Abstand besser als alle übrigen Anbieter. Zudem sind die Kobo-Reader standardmäßig offen für kopiergeschützte E-Books anderer Händler.

Vorteile und Nachteile des Kobo Glo im Schnellcheck:


Der von Thalia vertriebene Bookeen Odyssey HD Frontlight (hier geht es zum Test) ist nur Menschen zu empfehlen, die nie parallel auch auf Smartphone oder Tablet lesen wollen, vor allem deutsche Werke kaufen und keinen Wert auf Notizen und Textmarkierungen legen. Wer all das nicht braucht, erhält einen E-Reader mit gutem Display.

Vorteile und Nachteile des Odyssey HD Frontlight im Schnellcheck:

E-Reader für 130 Euro: Bookeen, Kindle, Kobo

Gerät Bookeen Cybook Odyssey HD FrontLight Kobo Glo Kindle Paperwhite
Maße (cm) 16,6 x 12 x 0,94 15,7 x 11,4 x 1 17 x 11,68 x 0,91
Gewicht (Gramm) 187,248 185 212 / 221 (mit 3G)
Auflösung (Pixel) 1024 x 758 1024 x 768 1024 x 768
Bildschirm (Diagonale) 15 cm 15 cm 15 cm
Anzeige 16 Graustufen, 213 dpi 16 Graustufen, 216 dpi 16 Graustufen, 212 dpi
Speicher (Gb) 2 (erweiterbar per MicroSD-Karte auf bis zu 34) 2 (erweiterbar per MicroSD-Karte auf bis zu 34) 2
Schnitt-
stellen
W-Lan, Micro USB W-Lan, Micro USB W-Lan, Micro-B USB, optional: 3G
Besonder-
heiten
beleuchtetes Display, Touchscreen, Micro-SD-Slot beleuchtetes Display, Touchscreen, Micro-SD-Slot beleuchtetes Display, optional: kostenloser Mobilfunk-Zugriff auf Amazon
Unterstützte Formate ePub, ePub mit Adobe Digital Editions DRM, FB2 ePub, ePub mit Adobe DRM, PDF, PDF mit Adobe DRM, Mobi AZW, TXT, PDF, Mobi ohne DRM
Integrierter E-Book-Shop Thalia Kobo Amazon
Lese-Apps Android (Thalia) (alternative Apps wie Readmill, Bluefire Reader für iOS) iOS, Android, PC, Mac Browser, iOS, Android, Windows 8, Windows Phone, Blackberry, Mac, Windows
Online-Synchronisierung - Leseposition, markierte Textstellen, Notizen Leseposition, markierte Textstellen, Notizen
Preis * 129 Euro 130 Euro 129 Euro (W-Lan) / 189 Euro (3G)
lieferbar * Ende November Ende November / Anfang Dezember Ende Dezember
* laut geizhals.at /Amazon.de, Stand: 14.11.2012

Mittelklasse für unter 80 Euro - der Kobo Mini schlägt den Billig-Kindle

Die E-Reader im mittleren Preissegment haben eine Auflösung von 800 x 600 Pixeln. Das ist weniger als bei den 130-Euro-Readern (1024 x 768). Je nach Größe des Bildschirms und der gewählten Schriftart wirkt Text auf den 80-Euro-Readern manchmal etwas pixelig - aber nur, wenn man ganz genau hinschaut.

80-Euro-Reader: Kobo Mini im Größenvergleich mit einem iPhone4

80-Euro-Reader: Kobo Mini im Größenvergleich mit einem iPhone4

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Der Kobo Mini (hier geht es zum Test) gehört zu den derzeit preiswertesten E-Readern. Für 80 Euro erhält man ein Lesegerät mit guter Software und sehr schnell reagierendem Touchscreen.

Vorteile und Nachteile des Kobo Mini im Schnellcheck:


Amazon nennt seinen günstigsten E-Reader ganz schlicht Kindle (hier geht es zum Test). Das Lesegerät steuert man über einen Vier-Wege-Schalter - zum Markieren von Textpassagen ist diese Bedienung gut geeignet, zum Schreiben von Notizen nicht. Ein günstiger Einstieg für alle, die die Markierungsfunktionen des Kindle nutzen wollen, aber keinen überragenden Bildschirm brauchen.

Vorteile und Nachteile des Kindle im Schnellcheck:

E-Reader für 80 Euro: Kobo Mini und Kindle

Gerät Kindle Kobo Mini
Maße (cm) 16,6 x 11,4 x 0,87 10,2 x 13,3 x 1
Gewicht (Gramm) 170 134
Auflösung (Pixel) 800 x 600 800 x 600
Bildschirm (Diagonale) 15 cm 13 cm
Anzeige 16 Graustufen, 167 dpi 16 Graustufen
Speicher (Gb) 2 2
Schnitt-
stellen
W-Lan, Micro-B USB W-Lan, Micro-USB
Besonder-
heiten
- Touchschreen
Unterstützte Formate AZW, TXT, PDF, Mobi ohne DRM ePub, ePub mit Adobe DRM, PDF, PDF mit Adobe DRM, Mobi
Integrierter E-Book-Shop Amazon Kobo
Lese-Apps Browser, iOS, Android, Windows 8, Windows Phone, Blackberry, Mac, Windows iOS, Android, PC, Mac
Online-Synchronisierung Leseposition, markierte Textstellen, Notizen Leseposition, markierte Textstellen, Notizen
Preis 79 Euro 79 Euro
lieferbar * ja ja
* laut geizhals.at, Stand: 14.11.2012

Kompaktklasse für unter 60 Euro - umständliche Bedienung zum Niedrigpreis

Bei der Textdarstellung ist der Unterschied zwischen den 80 und den 60-Euro-Lesegeräten nicht auffällig. Die Auflösung ist dieselbe, der Kontrast dank digitaler Tinte ähnlich hoch. Allerdings muss man auf ein W-Lan-Modul verzichten - und somit auf eine komfortable Synchronisierung.

Billig-E-Reader: Txtr Beagle (links) und Trekstor eBook Reader 4.0

Billig-E-Reader: Txtr Beagle (links) und Trekstor eBook Reader 4.0

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Die Buchhandelsketten Weltbild und Thalia verkaufen einen Trekstor E-Reader mit E-Ink-Display für gerade mal 60 Euro. Der Trekstor eBook Reader 4Ink liegt gut in der Hand, der samtige Kunststoff fühlt sich angenehm an, die Darstellung ist gut. Für ein Einsteiger-Gerät ist die Bedienung allerdings zu kompliziert: Man muss den Reader an einen Computer anschließen und jedes gekaufte E-Book mit einer speziellen Software auf den Reader übertragen. Bei den anderen Geräten funktioniert das drahtlos. Ein Billig-Reader für Computerkundige, die nur mit einem Gerät lesen wollen und nichts vom Markieren wichtiger Passagen halten.

Vorteile und Nachteile des Trekstor eBook Reader im Schnellcheck:


Der Txtr Beagle erleichtert die mangels W-Lan oft komplizierte Bedienung der Billig-E-Reader mit einem cleveren Umweg: E-Books lädt man über das Smartphone auf das Lesegerät, verbunden werden beide über eine Bluetooth-Verbindung. Das hat bei unserem Test eines Prototyps gut funktioniert. Die Werke im E-Pub-Format kauft man direkt per Smartphone-App bei Txtr. Es ist aber auch möglich, mit dem Adobe-System kopiergeschützte E-Books anderer Anbieter via Smartphone auf den Beagle zu laden.

Der E-Reader hat den kleinsten Bildschirm aller Lesegeräte. Die Darstellung ist ordentlich, der Bildaufbau ähnlich schnell wie beim Trekstor E-Reader. Langes Lesen mit dem Txtr Beagle ist erheblich angenehmer als auf einem Tablet oder Smartphone. Der Beagle soll laut Hersteller "im Frühjahr 2013" in Deutschland verkauft werden. Txtr sucht noch Partner (beispielsweise Mobilfunkfirmen), die den Beagle subventioniert im Paket mit anderen Produkten verkaufen. So will Txtr den Preis auf 10 Euro drücken. Wer jetzt ein günstiges Lesegerät haben will, muss nicht auf den Beagle warten. Wie teuer der E-Reader sein wird, ist derzeit unklar. Würde der Txtr Beagle ohne Subvention beispielsweise 50 Euro kosten, wäre der 80 Euro teure Kobo Mini womöglich doch das preiswertere Gerät .

Vorteile und Nachteile des Txtr Beagle im Schnellcheck:

E-Reader unter 60 Euro: Trekstor und Txtr

Gerät Trekstor E-Book Reader 4 Txtr Beagle
Maße (cm) 16,7 x 12,3 x 0,9 14 x 10,5 x 0,48
Gewicht (Gramm) 216 128
Auflösung (Pixel) 800 x 600 800 x 600
Bildschirm (Diagonale) 15,2 cm 12,7 cm
Anzeige 16 Graustufen 8 Graustufen
Speicher (Gb) 4 (als Modell 4Ink bei Thalia und Weltbild nur 2) 4
Schnitt-
stellen
USB Bluetooth
Besonder-
heiten
Micro-SD-Slot, E-Book-Kauf nur über PC E-Book-Kauf nur über Smartphone mit Txtr-App
Unterstützte Formate ePub, ePub mit Adobe DRM, PDF, HTML, RTF, TXT, FB2, PDB, ePub, ePub mit Adobe DRM, PDF
Integrierter E-Book-Shop nein Txtr
Lese-Apps nein Android, iOS, PC/Mac OS (Adobe Digital Editions)
Online-Synchronisierung nein nein
Preis * 67,55 (Trekstor Modell) / 59,99 (Thalia / Weltbild) angeblich 10 Euro mit Mobilfunkvertrag
lieferbar * ja Frühjahr 2013
* laut Hersteller / geizhals.at / thalia.de / weltbild.de
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