E-Reader Amazon stellt neuen Kindle Paperwhite vor

Amazon hat die dritte Version seines E-Readers Kindle Paperwhite vorgestellt. Äußerlich ist er vom Vorgänger nicht zu unterscheiden. Eine signifikante Neuerung gibt es doch.

Kindle Paperwhite, Modell 2015: Optisch vom Vorgänger kaum unterscheidbar
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Kindle Paperwhite, Modell 2015: Optisch vom Vorgänger kaum unterscheidbar


Die Einführung des Kindle Paperwhite im Jahr 2012 scheint sich für Amazon gelohnt zu haben. In einer Pressemitteilung zur neuen Version des E-Book-Readers wird das Modell Paperwhite als der "beliebteste und meistverkaufte Kindle" bezeichnet.

Die Gründe für diese Popularität sind leicht zu verstehen: Der Paperwhite ist vergleichsweise dünn und leicht - und hat trotzdem schon seit der ersten Version einen Bildschirm, der für seinen starken Kontrast und die hohe Auflösung gelobt wird. Vor allem aber hat Amazon hier erstmals eine Beleuchtung eingebaut, sodass man auf dem Gerät auch ohne Leselampe problemlos in dunkler Umgebung lesen kann.

Beim neuen Modell, das keine Versionsnummer trägt, sondern weiterhin schlicht Kindle Paperwhite heißt, soll genau das noch verbessert worden sein. Die Auflösung des E-Ink-Displays wurde auf 300 Punkte pro Zoll (dpi) erhöht, ist nun also ebenso hoch wie beim Luxus-Reader Kindle Voyage und zeigt laut Amazon doppelt so viele Pixel an wie der Bildschirm des bisherigen Modells. Die Akkulaufzeit soll davon unbeeinflusst bleiben.

Matthias Kremp

Amazon Kindle Voyage: Mit dem neuen Modell schafft sich das Unternehmen eine neue Premium-Hardware zum Lesen digitaler Bücher.

Matthias Kremp

Kunststoff ist es doch: Mit seinen unregelmäßig geformten Konturen erinnert der Kindle Voyage an dir Formgebung von Tarnkappen-Jets.

Matthias Kremp

Schön schlank: Mit nur 7,6 Millimetern ist der Voyage so dünn wie ein Highend-Smartphone und außerdem …

Matthias Kremp

... nicht viel größer als ein Reisepass. So passt er auch in kleine Taschen, so dass man ihn fast überall hin mitnehmen kann.

Matthias Kremp

Spiegelfrei: Das Deckglas des Displays wurde chemisch leicht aufgeraut, so dass es keine harten Reflexe erzeugt. Sehr dezent ist hier die Beleuchtung zu erkennen.

Matthias Kremp

Fast wie gedruckt: Das neue E-Ink-Display des Kindle Voyage hat eine Auflösung von 300 Punkten pro Zoll. Das entspricht der Qualität einfacher Laserdrucker.

Matthias Kremp

Feine Rundungen: Selbst in dieser stark vergrößerten Ansicht sind keine Treppeneffekte zu erkennen.

Matthias Kremp

Drücken statt tatschen: Alternativ zum Umblättern auf dem Touchscreen kann man berührungsempfindliche Felder am Rand des Bildschirms benutzen, um eine Seite vor oder zurück zu springen.

Matthias Kremp

Macht es leicht: In der W-Lan-Version wiegt der neue Kindle 180 Gramm., mit 3G-Modul 188 Gramm. Das ist so leicht, dass man ihn gerne auch etwas länger in der Hand behält.

Matthias Kremp

Geht so: Als Zubehör bietet Amazon für 45 Euro die sogenannten Origami-Hüllen an, die das Gerät deutlich dicker und schwerer machen und auch zum Aufstellen des Kindle taugen. Immerhin, stabil sind sie.

Matthias Kremp

Ein bisschen mehr: Das Hauptmenü wird aufgerufen, indem man einmal auf den Bildschirm tippt - so wie bei allen Touchscreen-Kindles.

Matthias Kremp

Shopping-Portal: Der Voyage wäre kein Kindle, würde er nicht die Möglichkeit bieten, weitere Bücher und Zeitschriften bei Amazon zu kaufen.

Matthias Kremp

Gut, wenn man mal die Brille vergessen hat: Natürlich lassen sich auch Schriftgröße und Zeilenabstand variieren.

Matthias Kremp

Literatur durchleuchtet: Amazons X-ray-Funktion zeigt beispielsweise an, wann und wie häufig eine bestimmte Person in einem Buch vorkommt.

Matthias Kremp

Mehr erfahren: Per X-ray kann man sich schnell einen Überblick verschaffen, wie eine Person im jeweiligen Buch dargestellt wird.

Matthias Kremp

Am besten auf Automatik: Ein Lichtsensor sorgt dafür, dass der Bildschirm immer optimal ausgeleuchtet ist und sich das Licht abschaltet, wenn genug Umgebungslicht vorhanden ist.

Matthias Kremp

Stromnot: Statt der bis zu sechs Wochen Akkulaufzeit, die Amazon in Aussicht stellt, war der Stromspeicher des Testgeräts bereits nach einer Wochen leer.

Die zweite Neuerung ist die Einführung der neuen Schriftart Bookerly als Standardschrift für E-Books. Bookerly sei speziell "für das Lesen auf digitalen Geräten" entwickelt worden, erklärt Amazon.

Amazon-Kunden, die anstelle eines Kindles die Kindle-App auf einem Tablet zum Lesen benutzen, können die neue Schrifttype schon seit einiger Zeit verwenden. Sie macht dort einen etwas feiner gezeichneten Eindruck als die zuvor genutzte Hauptschriftart Caecilia. Einen deutlich spürbaren Unterschied durch die Verwendung von Bookerly konnten wir bisher nicht feststellen.

Neben diesen Änderungen sei auch das Schriftsatzsystem des Kindle Paperwhite in der neuen Version verbessert worden, schreibt Amazon. So soll etwa die Silbentrennung besser funktionieren. Auch kann die Software jetzt beispielsweise Initialen anzeigen, also vergrößerte Buchstaben am Anfang eines Kapitels.

Genauso wie sich die äußere Erscheinung des neuen Paperwhite gegenüber dem Vorgänger nicht verändert hat, bleiben auch die Listenpreise dieselben. Das Modell mit WLAN kostet 119,99 Euro, die 3G-Version ist mit 179,99 Euro deutlich teurer. Die Vorjahresmodelle wurden seit einiger Zeit zu vergünstigten Preisen von 99 und 159 Euro angeboten, möglicherweise auch, um Lagerbestände abzubauen. Die Auslieferung des neuen Kindle Paperwhite soll am 30. Juni beginnen.

mak



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
zeichenkette 17.06.2015
1. OK, und jetzt...
bitte mal etwas daran arbeiten, dass sich das Ding auch nett und wie ein Buch anfühlt und zu benutzen ist. Also anstatt schwarzem Käsedosenplastik eine Leinenstruktur (darf auch Kunststoffgewebe sein) in verschiedenen Farben und einen Buchdeckel zum Umklappen nach hinten, damit man sich die hässlichen Hüllen sparen kann und man nach dem Aufklappen sofort auf der Seite weiterlesen kann, auf der man halt war (anstatt erst nach einem winzigen Einschaltknopf suchen zu müssen und die Kiste dann noch mit einem Wisch auf dem Display entriegeln zu müssen). Das sind nämlich die Punkte, die einem immer noch mit dem Holzhammer beibringen, dass man da kein Buch liest, sondern ein technisches Gerät bedient. Wäre echt nicht schwer, das weitestgehend zu lösen. Eine native Unterstützung für Epub wäre auch nett, auch wenn man das mit Calibre inzwischen einfach so aufspielen kann (mit automatischer Konvertierung).
moev 17.06.2015
2.
Zitat von zeichenkettebitte mal etwas daran arbeiten, dass sich das Ding auch nett und wie ein Buch anfühlt und zu benutzen ist. Also anstatt schwarzem Käsedosenplastik eine Leinenstruktur (darf auch Kunststoffgewebe sein) in verschiedenen Farben und einen Buchdeckel zum Umklappen nach hinten, damit man sich die hässlichen Hüllen sparen kann und man nach dem Aufklappen sofort auf der Seite weiterlesen kann, auf der man halt war (anstatt erst nach einem winzigen Einschaltknopf suchen zu müssen und die Kiste dann noch mit einem Wisch auf dem Display entriegeln zu müssen). Das sind nämlich die Punkte, die einem immer noch mit dem Holzhammer beibringen, dass man da kein Buch liest, sondern ein technisches Gerät bedient. Wäre echt nicht schwer, das weitestgehend zu lösen. Eine native Unterstützung für Epub wäre auch nett, auch wenn man das mit Calibre inzwischen einfach so aufspielen kann (mit automatischer Konvertierung).
Also wenn Sie einen Paperwhite (ab der ersten Generation) oder Voyage haben und keine Billighülle, dann tut er genau das was Sie bemängeln (aufwachen nach Aufklappen auf zuletzt gelesener Seite). Wie sich die erste Kindleversion (die noch mit den Tasten) verhält kann ich nicht sagen
netteruser85 17.06.2015
3. Es gibt..
...doch schon schöne, strukturierte Hüllen, die das alte Paperwhite edel wirken lassen. Und durch ein integrierten Magnet schaltet sich das Kindle auch beim öffnen desselbigen selbst ein.
UluKay 17.06.2015
4.
Und kann immer noch kein epup format. Nix für mich.
klarafall 17.06.2015
5. und warum...
und warum zeigt SPON in der eingebundenen Bilderfolge nicht das besprochene neue Kindle Paperwhite, sondern die andere "edlere" und teurere Baureihe Kindle Voyage???
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