Kinect Hacker veredeln Microsofts Fuchtel-Steuerung

Ein intelligenter Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer. Ein mit Armwedeln gesteuerter Helikopter. Multitouch-Instrumente wie aus dem Film "Minority Report". Hacker machen aus der Fuchtel-Steuerung Kinect, was ihnen in den Sinn kommt - mal sind die Ideen urkomisch, mal wirklich praktisch.
Von Kathrin Dorscheid
iCub: Der Roboter ahmt die Bewegungen seines Steuermanns nach

iCub: Der Roboter ahmt die Bewegungen seines Steuermanns nach

Ein Armwedeln, und der ferngesteuerte Quadrocopter schwingt sich in die Höhe; ein Lufttrommeln, und metallische Klänge erschallen. Solche erstaunlichen Anwendungen basteln Hacker mit dem Bewegungssensor von Microsofts Spielkonsolensteuerung Kinect.

Schon als im November 2010 Kinect als Zubehör für die Spielkonsole Xbox 360 auf den Markt kam, stürzten sich Hacker und Tüftler auf die bewegungsgesteuerte Technologie. Sie stöpselten das 3-D-Kamerasystem in ihren Computer oder schnallten es auf Roboter, sie schufen handgesteuerte Kunstwerke oder ließen ihre Rechner damit Gegenstände erkennen.

Während Microsoft die ersten Hack-Versuche noch ungehalten zur Kenntnis nahm, änderte das Unternehmen schnell seine Linie - plötzlich hieß es, man habe den Zugriff auf das Kamerasystem über den USB-Anschluss ganz bewusst nicht geschützt. Kinect-Hacker hätten nichts zu befürchten, erklärten Microsoft-Manager. Man konnte meinen, dass Microsoft sich über die Hobby-Entwickler sogar freute.

Inzwischen hat Microsoft Research die Beta-Version des Kinect Software Development Kit (SDK)  für Windows 7 kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit ermuntert Microsoft Forscher und Technik-Fans, eigene Ideen zu entwickeln - allerdings nur für nicht-kommerzielle Zwecke. Die Hobby-Entwickler stellen inzwischen fast täglich neue Anwendungen ins Netz, die unter anderem auf kinecthacks.net  gesammelt werden.

Quadrocopter mit Bewegungssteuerung, intelligente Einkaufswagen, Blinden-Helme - ein Überblick interessanter Hobby-Projekte für die Bewegungssteuerung Kinect.

Alle Helikopter fliegen hoch!

Zum Start des Kinect Software Development Kit (SDK) lud Microsoft zum sogenannten "Code Camp" ein, einem Entwicklungsmarathon, bei dem sich Entwickler in 24 Stunden neue Kinect-Anwendungen ausdenken konnten. Das vielleicht eindrucksvollste Ergebnis: die Steuerung eines Quadrocopters, eines Vierpropeller-Helikopters, der durch sachtes Armwedeln auf und ab fliegt.

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Das MultiMultiTouchTouch-Instrument

Der US-amerikanische Software-Entwickler, Künstler und Musiker Tim Thompson  hat ein beachtliches Multi-Multi-Touch-Instrument geschaffen, das er selbst "Space Palette" nennt. Jedes Fenster des Rahmens ist eine eigene Multitouch-Oberfläche, jede Bewegung erzeugt einen anderen Klang oder Ton. Thompson wischt, trommelt und wedelt darüber; über den Kinect-Sensor kann er sowohl Sound als auch Grafiken steuern. Thompson tritt mit seinem Instrument manchmal öffentlich auf, zuletzt beim Festival "Lightning in a Bottle" in Kalifornien.

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Der schlaue Einkaufswagen

Der portugiesische Informatiker Luis de Matos von der Universität Beira möchte mit seinem Projekt "wi-GO" das Leben von Gehbehinderten einfacher machen: Er montierte das Kinect-System auf einem motorisierten Einkaufswagen, der dann den Weg des Rollstuhlfahrers trackt und ihm wie von Geisterhand geführt durch die Gänge eines Supermarktes folgt. So muss der Rollstuhlfahrer nicht mehr - wie im Video demonstriert - umständlich den Einkaufswagen vor sich her schieben.

Der Blinden-Helm

Helm statt Hund: Studenten  am Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion der Universität Konstanz haben mithilfe der Kinect-Technologie einen Blinden-Helm entwickelt, den sie "NAVI" (Navigational Aids for the Visually Impaired bzw. Navigationshilfe für Sehbehinderte) nennen. Der Helm in Verbindung mit einem speziellen Gürtel soll - anders als ein Gehstock - auch Hindernisse auf größerer Höhe erkennen und den Sehbehinderten davor warnen. Noch ist der Helm allerdings nicht alltagstauglich - der Träger müsste permanent einen Computer mit sich herumtragen.

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Das interaktive Schaufenster

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Ein Schweizer Student hat als Bachelorarbeit im Studiengang "Interaction Design" an der Zürcher Hochschule der Künste  einen Prototypen für ein interaktives Schaufenster entwickelt, das Shoppen zum Erlebnis machen soll. Der Hintergrund des Schaufensters namens "Ventana" verändert sich durch Bewegungen des Betrachters, Gesten lassen die Preise und andere spielerische Elemente aufleuchten.

Der bewegliche Roboter

Dieser iCub-Roboter, ein dem Menschen nachempfundener Roboter, wird per Kinect ferngesteuert. Die Steuerung des Humanoiden wurde im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts "ITALK" an der Universität Plymouth entwickelt. Der Roboter im Video kann auf Befehl den Kopf neigen, die Arme bewegen und sogar Kugeln hin- und herrollen.

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