Konkurrenz für Apple Mobilfunker gründen App-Allianz

Die Mobilnetzbetreiber wollen nun selbst an Apps verdienen: Eine Allianz von 24 Telekom-Unternehmen kündigte eine eigene Plattform an, über die kleine Anwendungen für Handys verkauft werden sollen. Mit an Bord: Die Deutsche Telekom, Vodafone und viele andere.

Smartphone (Google-Handy Nexus One): Milliardenmarkt für Mobil-Apps
AFP

Smartphone (Google-Handy Nexus One): Milliardenmarkt für Mobil-Apps


Barcelona - Der iPhone-Hersteller Apple könnte sich im Bereich der Anwendungsprogramme für Smartphones, den sogenannten Apps, bald massiver Konkurrenz ausgesetzt sehen. 24 Mobilfunkbetreiber wollen allen Handynutzern über eine noch gemeinsam zu entwickelnde, freie Plattform Apps zur Verfügung stellen, wie die Initiative "The Wholesale Applications Community" am Montag mitteilte. Zu den daran beteiligten Unternehmen zählen unter anderem AT&T, Deutsche Telekom, die MTN Group, NTT DoCoMo, Orange von France Telecom, Telefonica und Vodafone.

Die Initiative hat sich auf der jährlichen Mobilfunkkonferenz "Mobile World Congress" zusammengefunden. Zu ihren Unterstützern gehören die Mobiltelefonhersteller LG Electronics, Samsung Electronics und Sony Ericsson, wie aus einer Mitteilung des Branchenverbands GSMA hervorgeht.

Bislang dominiert Apple den Markt für mobile Anwendungsprogramme. Die angebotenen Programme stammen überwiegend von Dritten oder freien Programmierern, die den Preis für ihre Software selber festlegen. 30 Prozent ihrer erzielten Einnahmen müssen sie jedoch an Apple abtreten. Anfang Januar meldete Apple drei Milliarden Downloads im App Store mit seinen inzwischen 140.000 Programmen für das iPhone und den Multimedia-Player iPod touch. Bald wird es dort auch Software für den Tablet-Computer iPad geben. Dem Vernehmen nach macht Apples Download-Laden Hunderte von Millionen Euro Umsatz im Quartal.

Den kleinen Programmen kommt eine Schlüsselrolle beim Wandel des Mobilfunk-Marktes zu: Erst die Software macht die Smartphones wirklich nützlich für ihre Besitzer. Schätzungen für die Umsatzentwicklung des Markts für Applikationen reichen von 11 bis knapp 39 Milliarden Dollar bis Ende 2013. Wenn man bedenkt, dass viele Programme weniger als einen Euro kosten oder auch kostenlos angeboten werden, ist das gar nicht einmal so wenig.

cis/ddp/dpa



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