Kooperation mit Google Intel verspricht Atom-Androiden und Solar-Chips

Allianz der IT-Giganten: Google und Intel wollen gemeinsam den Markt für Smartphones aufrollen. Die Unternehmen wollen Atom-Chips und Android-Software zusammenbringen. Doch Intel denkt noch einen Schritt weiter und zeigte in Kalifornien einen Mikrochip für Sonnentage.

AP

Der Markt für Smartphones und Tablets boomt - und ausgerechnet der weltgrößte Chiphersteller Intel konnte hier bisher kaum Fuß fassen. Seit Jahren versucht das Unternehmen, Handyherstellern seine Mobilprozessoren anzudienen. Zuletzt hatte der Konzern sich mit Nokia zusammengetan, um Smartphones auf Basis von Intel-Prozessoren und dem Meego-Linux-Betriebssystem zu entwickeln. Doch Nokia wurde seinem Chip-Partner untreu, wandte sich Microsoft zu. Jetzt versucht es Intel noch einmal. Auf der Entwicklerkonferenz Intel Developer Forum (IDF) in San Francisco kündigten Google und Intel an, künftig zusammenzuarbeiten, um Googles Android-Betriebssystem an Intels Atom-Chips anzupassen.

Intel versucht, sich mit der Google-Kooperation gegen die etablierte Konkurrenz aufzustellen. Bisher teilen Unternehmen wie Qualcomm, Texas Instruments und nVidia den Markt für Smartphone-Chips unter sich auf. Diese Hersteller liefern immer sparsamere und gleichzeitig leistungsstärkere Mobil-Chips, die in der Regel auf der Architektur des britischen Unternehmens Arm basieren.

Um zu diesen marktbeherrschenden Firmen aufzuschließen, hat Intel die Zeitpläne für die Entwicklung neuer Atom-Chips an die Entwicklungspläne für Desktop- und Server-Chips angepasst. Intel-Entwickler sollen schneller als bisher arbeiten. Dem Unternehmen schwebt vor, den vom Mooreschen Gesetz beschriebenen 18-Monats-Zeitraum, innerhalb dessen sich die Integrationsdichte von Chips verdoppelt, auf die Hälfte zu reduzieren. Sprich: Die Anzahl von Bauteilen auf Chips soll noch schneller steigen, damit sie mehr Leistung mit weniger Energieaufwand bringen.

Ein Erfolg in Sachen Energiesparsamkeit zeigte sich auf der Konferenz: Intel-Chef Paul Otellini präsentierte einen Prozessor, der seinen Betriebsstrom aus Solarzellen bezieht. Um auf einem damit ausgestatteten Rechner Windows laufen zu lassen, soll das Licht einiger Deckenlampen ausreichen.

Auch wenn sich das Projekt derzeit noch im Entwicklungsstadium befinde, folge es der Unternehmenslinie, den Energieverbrauch elektronischer Geräte kontinuierlich zu senken, so Otellini. Ein auf diese Weise solarbetriebener Prozessor der Pentium-Serie sei selbst vor sechs Monaten noch nicht vorstellbar gewesen.

meu/mak

Mehr zum Thema


insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
meerwind7 14.09.2011
1. Titel irreführend usw.
Der Artikel zeugt nicht gerade von Fachkenntnis. Das Mooresche Gesetz bezieht sichvor allem auf Speicherchips bzw. die Integretionsdichte insgesamt, hat wenig mit spezieller Prozessorarchitektur zu tun. Mit Solarchips hat das Ganze nichts zu tun, lediglich der geringe Stromverbrauch ist hier relevant. Und da kommt es dann auf die Größe der Solarzellen an, mit genügend großen Solarflächen läßt sich jeder Rechner auch heute betreiben.
deinatomausstieg.de 17.09.2011
2. Solarkraft für Smartphones - Ja bitte!
Also ich würde das schon begrüßen, wenn man mal die miserablen Akkulaufzeiten der Smartphones betrachet...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.