Kostenloskultur Das gibt es gerade im Netz geschenkt

Ein Reporter sortiert eine Woche lang Kleider für Flüchtlinge, 3sat zeigt das neuste Konzert von Rainald Grebe - und ein Fotograf macht magische Motive aus alltäglichen Bildern. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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Reportage-Reihe "7 Tage"

In der NDR-Reihe "7 Tage..." lernen Reporter mehrere Tage lang den Alltag bestimmter Menschen kennen – die Folgen sind für ein Jahr in der ARD-Mediathek abrufbar. In der Folge "7 Tage helfen" packt ein Reporter bei freiwilligen Flüchtlingshelfern mit an.

Rainald Grebe: "Hallelujah Wuhlheide"

Der Mitschnitt von Rainald Grebes Konzert "Hallelujah Wuhlheide" ist nun ein Jahr lang kostenlos in der 3sat-Mediathek zu sehen.

Spiele-App "Fishy Bits"

Bei "Fishy Bits" steuert der Nutzer einen gefräßigen Fisch durchs Wasser und muss größeren Fischen ausweichen. Das Spiel gibt es kostenlos für iOS.

"Combophotos" von Stephen McMennamy

Fotograf Stephen McMennamy kombiniert Bilder, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben – und erschafft damit surreale Motive. Die Werke sind auf Tumblr und Instagram zu sehen.

Kurzfilme: "Mère Ubu" und "Père Ubu"

Die gruseligen Animationsfilme "Mère Ubu" und "Père Ubu" sind bis Ende November in der Arte-Mediathek zu sehen. Sie sind eine Adaption des Theaterstücks "König Ubu" von Alfred Jarry.

So geht Flüchtlingshilfe: NDR-Reihe "7 Tage"

Tausende Kartons stapeln sich in den Hamburger Messehallen, freiwillige Flüchtlingshelfer sortieren Hosen und Hemden, schnüren Pakete mit Hygiene-Produkten - und ein Reporter packt eine Woche lang mit an. Daraus ist die Dokumentation "7 Tage helfen" entstanden, eine neue Folge der NDR-Reihe "7 Tage".

"Du kommst hier rein, kriegst eine Aufgabe zugeteilt, und dann bist du eigentlich nach einer Viertelstunde drin, als ob du's nie anders gemacht hättest", kommentiert eine Helferin ihre Arbeit. Eine andere befürchtet, dass die Hilfsbereitschaft nach dem medialen Hype wieder nachlassen könnte. "Hoffentlich ist das für die Leute nicht so ein Facebook-Event, weil es jetzt gerade cool ist und zum Lifestyle gehört", sagt sie. Auch in einem Jahr würden noch Helfer gebraucht.

Die Episoden der Reihe "7 Tage" sind jeweils für ein Jahr in der ARD-Mediathek abrufbar. Andere Folgen zeigen beispielsweise den Alltag im Gefängnis, in der Putzkolonne, auf der Alm - und in einem jordanischen Flüchtlingslager.

Landschaft aus Kartons: Alles muss sortiert werden
NDR

Landschaft aus Kartons: Alles muss sortiert werden

Ein Volksfest: Neues Konzert von Rainald Grebe

Es sollte ein "Volksfest" werden, eine "größenwahnsinnige Verschwendung", wie Rainald Grebe auf seiner Webseite schreibt. Der Kabarettist zeigt sich nicht mehr nur als Solist am Klavier, sondern veranstaltet mit "Halleluja Wuhlheide" eine Show mit Band, Chor, Tänzern, einer Hebebühne und sogar mit einem echten Kamel.

Doch mit der Rolle als Massenbespaßer im gelben Frack tut sich Grebe noch schwer: Wenn er zu Beginn beim schweißtreibenden Lied "Multitasker" auf der Freilichtbühne umherhüpft, wirkt das eher unbeholfen. Ganz anders der Eindruck, wenn Grebe hinter dem Mikrofonständer oder auf seinem abgewetzten Schreibtischstuhl am Klavier Platz nimmt. Dann verfliegt die Partystimmung, und Grebe parodiert zynisch den bräsigen Mittelstand. Liedzeile: "Mein Jever Fun hat gar nicht geschäumt, ich hab die Party versäumt, aber aufgeräumt."

Im 70-minütigen Zusammenschnitt, der in der 3sat-Mediathek zu sehen ist, wurden viele Teile des Rahmenprogramms ausgelassen. Mit dabei sind aber die Gastauftritte des Komikers Olaf Schubert und eine skurrile Darbietung von Helene Fischers Hit "Atemlos" durch den Bassbariton Thomas Quasthoff.

Rainald Grebe auf der Bühne: "Ich bin die Stimme des Volkes"
3sat

Rainald Grebe auf der Bühne: "Ich bin die Stimme des Volkes"

Dieser Fisch beißt: "Fishy Bits"

Fressen oder gefressen werden: Bei der iOS-App "Fishy Bits" steuert der Nutzer einen hungrigen Fisch durchs Wasser. Um zu wachsen, muss der Spieler großen Fischen ausweichen und kleine Fische verschlingen. Wer geschickt in die Luft springt, bekommt sogar mal eine Möwe zwischen die Zähne.

Es ist wohl kein Zufall, dass der Name "Fishy Bits" so ähnlich klingt wie der des App-Klassikers "Flappy Bird", sogar die Anfangsbuchstaben sind gleich. Die Steuerung und die 2D-Spielewelt sind dem Klassiker nachempfunden - nur ist eine Partie nicht so schnell vorbei wie beim frustrierenden "Flappy Bird". Die Grafik erinnert dagegen an die beliebte App "Crossy Road", deren Pixel-Optik auch von Spielen wie "Blocky Raider" oder "Down the Mountain" übernommen wurde.

Screenshot aus "Fishy Bits": Unersättliche Fische
PlaySide

Screenshot aus "Fishy Bits": Unersättliche Fische

"Combophotos": Die Magie der Form

In der Welt von Stephen McMennamy schneidet man Butter mit der Kettensäge, verwendet Donuts als Kopfhörerpolster - und wickelt seine Spaghetti Bolognese mit dem Gabelstapler. Für die surrealen Bilder braucht der Fotograf nicht mehr als zwei alltägliche Motive, die für sich genommen wohl eher belanglos wären. Im richtigen Winkel fotografiert und geschickt zusammengelegt, entstehen aber magische "Combophotos", wie McMennamy seine Werke auf Instagram und Tumblr nennt.

Manche Fotos erinnern an Wesen aus Gemälden des Surrealisten René Magritte, der beispielsweise Wattwürmer mit Kerzenköpfen gemalt hat - oder eine Meerjungfrau mit menschlichen Beinen und dem Oberkörper eines Fisches.

McMennamys erstes Combophoto ist zufällig entstanden, wie er in einem CNN-Interview erklärt. Er habe einfach gelangweilt die Bildergalerie seines Smartphones betrachtet und mit einer App für Foto-Collagen gespielt. "Dann habe ich den Kopf meiner Tochter mit einem Luftballon zusammengelegt - das war's", fasst McMennamy zusammen.

Bilder von Stephen McMennamy: Surreale Combophotos
Instagram/ smcmennamy

Bilder von Stephen McMennamy: Surreale Combophotos

Gruselkabinett: Père und Mère Ubu

Ein Skelett mit Babybauch, ein Mann mit Froschzunge, eine Frau mit sechs Brüsten - die Kreaturen der Trickfilme "Père Ubu" und "Mère Ubu" könnten aus einem Gruselkabinett stammen. Sie wurden aus Knete, Stoff und Metall gefertigt und mit Stop-Motion-Technik animiert.

Den Filmen liegt das Theaterstück "König Ubu" von Alfred Jarry zugrunde, das vom Aufstieg des brutalen Ubu und seiner Frau erzählt. In der Trickverfilmung von Heinrich Sabl ist die teils dadaistische Handlung aber nicht so wichtig wie die Animationen, die mal so beklemmend sind wie die Kurzfilme der Brothers Quay, mal abstoßend und faszinierend zugleich wie die Filme des tschechischen Surrealisten Jan Švankmajer.

Szene aus "Mère Ubu": Echter Himmel, animierte Figuren
Arte

Szene aus "Mère Ubu": Echter Himmel, animierte Figuren


Nichts gefunden? Diese Tipps gab es vergangene Woche:

Webserie: Zweite Staffel "Mann/ Frau" online

Zwanzig neue Folgen von Christian Ulmens Webserie "Mann/ Frau" sind jetzt kostenlos auf YouTube zu sehen. Produziert wurde die Serie von Puls, dem Jugendkanal des Bayerischen Rundfunks.

Spiele-App "Kingdom Rush" jetzt gratis

Das Tower-Defense-Spiel "Kingdom Rush" soll nun für immer gratis sein, wie die Entwickler über Twitter mitteilen. Die App gibt es für iOS und Android.

Interview-Reihe: "Kessler ist..."

In der ZDFneo-Reihe "Kessler ist..." verkleidet sich Komiker Michael Kessler als sein Gesprächspartner. Zwölf Folgen sind für ein Jahr in der ZDF-Mediathek abrufbar, unter anderem mit Götz Alsmann, Michael Mittermeier, Horst Lichter und Heino.

Street View nonstop: "Globe Genie":

Auf der Website GlobeGenie.com kann der Nutzer auf eine virtuelle Weltreise gehen. Die Seite zeigt eine Slideshow mit zufällig ausgewählten Aufnahmen von Google Street View.

Jugendmagazin "Yoin"

Das neue Jugendmagazin "Yoin" macht Fernsehen für Leute mit und ohne Behinderung. Die erste Folge ist auf Vimeo zu sehen.

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