Netztipps zum Wochenende Einmal YouTube-Star und zurück

Clipfish zeigt eine Serie über Porno-Produzenten, ein Plattenlabel gräbt nach Schätzen der Reggae-Musik - und mit "TubeTycoon" kann sich jeder als YouTube-Star versuchen. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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1. Pleite auf YouTube: "TubeTycoon"

YouTube-Simulation: Geld mit Videos verdienen ist nicht leicht
tubetycoongame.com

YouTube-Simulation: Geld mit Videos verdienen ist nicht leicht

In der Simulation "TubeTycoon" können sich Nutzer als YouTuber versuchen. Sie starten mit null Fans und einem Budget von 100 Dollar - und müssen schnell Geld verdienen. Denn jeden Tag werden vom Konto ein paar Dollar Miete abgezogen.

Vor Kurzem wurde an dieser Stelle eine ähnliche Simulation besprochen: "Vlogger Go Viral" für iOS und Android. Die App war aber als Parodie zu verstehen. "TubeTycoon" ist dagegen eine Herausforderung. Zu Beginn des Spiels droht die Pleite.

In unserem Test hatten wir nach sieben simulierten Tagen zwar 100 Abonnenten, aber noch keinen Cent verdient. Stattdessen mussten wir zwanzig virtuelle Dollar für ein neues Spiel investieren, um gefragte "Let's Play"-Videos zu drehen. Am neunten Tag sank der Kontostand ins Minus, trotz der ersten Werbeeinnahmen: Für den Daily Vlog mit dem Titel "Being a cool guy" gab es einen virtuellen Dollar.

Die kostenlose Beta-Version von "TubeTycoon" ist als Download für Windows und Mac via tubetycoongame.com verfügbar.

2. Ende einer Porno-Ära: Serie "Xanadu"

Müde Augen hinter der Sonnenbrille: Swann Arlaud als Lapo Valadine
Clipfish

Müde Augen hinter der Sonnenbrille: Swann Arlaud als Lapo Valadine

"Ich bin jetzt der Chef", sagt Laurent Valadine, Protagonist der französischen Serie "Xanadu". Er will die Porno-Produktionsfirma seines Vaters vor dem Bankrott retten. Sein Vater will teure Pornos wie in den Achtzigerjahren drehen. Doch der Auftraggeber sagt: "Kein Gelaber. Eine Handkamera, zwei Darsteller und los gehts."

Zwar ist Sex das Geschäft der Familie Valadine - eine schlüpfrige Serie ist "Xanadu" aber nicht. Die zuvor auf Arte ausgestrahlte Produktion zeigt nackte Haut eher beiläufig. Begleitet vom melancholischen Soundtrack der Band "Get Well Soon" erzählt sie von einer Familie in der Krise.

Da ist Laurents Bruder Lapo, der seinen Job als Porno-Kameramann wie ein Schlafwandler erledigt. Und da ist Vater Alex, der Jahrzehnte alte Porno-Filme wie einen Schatz hütet - denn sie zeigen Aufnahmen seiner ersten Frau. Alle acht Folgen von "Xanadu" sind jetzt kostenlos auf Clipfish zu sehen.

3. Bloß nicht rasen: Spiele-App "Wild Roads"

Screenshot aus "Wild Roads": Ist das am Steuer etwa Cartoon-Figur "Tweety"?
Laurent Bakowski

Screenshot aus "Wild Roads": Ist das am Steuer etwa Cartoon-Figur "Tweety"?

Das passiert also, wenn man sein Dachgepäck nicht sichert. In der Spiele-App "Wild Roads" steuert der Nutzer ein Auto durch einen Wald, dabei hüpfen ein paar lose Holzkisten auf dem Dach herum. Das Auto kämpft sich über Hängebrücken und herumliegende Äste. Wer zu viel Gas gibt, verliert das Gepäck und muss von vorn anfangen.

Das kurzweilige Highscore-Spiel in Pixel-Optik gibt es kostenlos für iOS und Android. Nach einigen Spielrunden lassen sich weitere Fahrzeuge wie ein Jeep oder die Kürbiskutsche aus dem Märchen "Aschenputtel" freischalten. Auch die Figuren hinterm Steuer werden mit der Zeit ausgetauscht. Einige sehen "Super Mario", Marge Simpson oder den Schlümpfen verdächtig ähnlich.

4. Vor hundert Jahren jung: "Wir, die Teenager!"

Jetzt in der ARD-Mediathek: Die Kulturgeschichte des Teenagers
ARD

Jetzt in der ARD-Mediathek: Die Kulturgeschichte des Teenagers

"Jetzt sind wir dran!", ruft eine junge Frau in den Zwanzigerjahren. "Wir sind Teil der wilden, sündigen Jugend." Wer sich die Dokumentation "Wir, die Teenager!" anschaut, hat manchmal das Gefühl, in hundert Jahren haben sich junge Leute doch nicht so sehr verändert.

Regisseur Matt Wolf erzählt die Geschichte der westlichen Jugend allein in Bildern. Historiker kommen nicht zu Wort. Einige Aufnahmen stammen aus dem Archiv, andere wurden nachgestellt. Sie werden zu einer Collage, in der die Jahrzehnte ineinanderfließen, von der Kinderarbeit im späten 19. Jahrhundert bis zur Nachkriegszeit.

Hinterlegt sind die Bilder mit Tagebuchgeschichten zweier Ich-Erzähler. Sie leihen jedem ihre Stimme: Dem Partygirl der Roaring Twenties mit dem kussechten Lippenstift. Dem aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrten Jungen, der nicht aufhören kann, zu zittern. Dem Mädchen, das beim Zelten mit der Hitlerjugend ihre Freundinnen kennenlernt.

"Wir, die Teenager!" ist ein Jahr lang kostenlos in der ARD-Mediathek zu sehen.

5. Sonnig: Schätze aus dem Reggae-Archiv

Cover von "The Kingston Rock": Jamaika-Sound der Siebzigerjahre
Bandcamp/ Dub Store Records

Cover von "The Kingston Rock": Jamaika-Sound der Siebzigerjahre

"Wir wollen das Erbe jamaikanischer Musik gewissenhaft weitergeben", schreibt Dub Store Records auf seiner Website. Das japanische Plattenlabel durchstöbert die Archive aus über fünfzig Jahren Ska, Rocksteady und Reggae. Einige Alben mit historischen Aufnahmen sind kostenlosvia "Bandcamp" zu hören.

Ein guter Einstieg ist das Album "The Kingston Rock" mit Stücken von Horace Andy und Winston Jarrett. Die Aufnahmen entstanden etwa Mitte der Siebzigerjahre, sie handeln von Liebe und Versöhnung. "Musik ist eine Quelle von Licht, um den Geist zu beleben", heißt es verträumt auf der Rückseite des Plattencovers. Und: "Kingston Rock ist ein Schub an Licht."


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joe.garver 11.06.2016
1. kostenlos?
jedes wochenende die gleiche lügerei von "kostenlos". Wollen sie es nicht verstehen, dass man gezwungen wird nur weil man einen wohnsitz hat die mediatheken der ÖR zu finanzieren? Zahlt man nicht, weil man z.B. nicht einsieht dass man für etwas zahlen soll, was man nicht nutzt, landet man schneller im knast als man "Grundrechtsverletzung" sagen kann...es ist zum kotzen...jedes wochenende "kostenlos im netz"...bla bla
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