Bemerkenswerte Datenpannen Ein Handy ist nicht kugelsicher

Jahr für Jahr sammelt die Firma Kroll Ontrack die skurrilsten Fälle von Datenverlust und -rettung des Jahres. Dieses Mal gehört neben Naturkatastrophen auch eine Schießübung zu den Gründen für kleine Daten-Desaster.

Glatter Durchschuss: Deshalb sollte man sein Handy nicht für Zielübungen verwenden
Kroll Ontrack

Glatter Durchschuss: Deshalb sollte man sein Handy nicht für Zielübungen verwenden


Über den wohl spektakulärsten Fall von Datenverlust, den Kroll Ontrack in diesem Jahr zu melden hat, verrät das Unternehmen wenig. Zu dem Foto sei ja wohl nicht mehr viel zu sagen, als dass ein Handy eben nicht kugelsicher sei. Auf dem Bild ist deutlich ein Loch im zersplitterten Bildschirm eines Samsung-Smartphones zu sehen. Wer den Schuss abgegeben hat und warum überhaupt auf das Telefon geschossen wurde, erfährt man nicht. Wohl aber, dass die Experten der Firma trotz des für das Handy vernichtenden Einschlags zehn Gigabyte Daten aus dem Elektronikkadaver bergen konnten.

Genau darum geht es nämlich bei der Top-Ten-Liste der Datendesaster, die das Unternehmen jetzt zum elften Mal veröffentlicht hat: Man möchte Aufmerksamkeit erzeugen. Nicht für die Schicksale jener Menschen, die durch kleine oder größere Katastrophen Daten - beinahe - verloren haben, sondern für die Arbeit des Unternehmens. Das nämlich ist auf Datenrettung spezialisiert und stellt seinen Kunden je nach Art der notwendigen Arbeiten zum Teil beträchtliche Summen in Rechnung.

Aber die sind viele zu zahlen bereit, wenn es darum geht, ihre Existenz zu retten oder doch zumindest die Arbeit vieler Monate. So wie das Filmteam, dessen Arbeit von 18 Monaten scheinbar verlorenging. Ein Mitarbeiter wollte gerade eine Sicherungskopie des Laptops anfertigen, auf dem das gesamte Videomaterial gespeichert war. Da stieß ein Kollege den Tisch, auf dem sich Laptop und externe Festplatte befanden, aus Versehen um. Doch wie die Firma stolz berichtet, gelang es den Experten, 80 Prozent der Daten wiederherzustellen. Genug, um daraus den geplanten Film zu schneiden und das Unternehmen im Nachspann zu erwähnen.

Dass solche Geschichten gut beim Publikum ankommen, hat die Firma längst erkannt und setzt jetzt auf die Macht der sozialen Netzwerke, um seine Werbung zu verbreiten. Dazu hat die Firma eine Website eingerichtet, auf der das Publikum über seine liebsten Datendesaster der letzten zehn Jahre abstimmen soll.

mak

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
smbuzz 28.11.2013
1. Wirklich?
Und Spiegel online verhilft diesem selbigen Unternehmen, mit dem obigen Artikel, zu noch mehr Werbung. Klasse.
aga100 28.11.2013
2. So banal ...
Wäre das Geschoss durch den Flashchip gegangen, hätte niemand mehr etwas gerettet. Nachdem das offenbar nicht der Fall war, musste halt ein Flash ausgelesen werden - toll!
murray_bozinsky 28.11.2013
3. Offen gesagt...
...bei Beispielen wie diesen fehlt mir dann doch ein bisschen das Verständnis. Es ist ja nicht so, dass ein Smartphone nur durch Kugeleinschlag kaputt gehen kann. Verlieren, ins Wasser fallen, gestohlen werden oder sich einfach nicht mehr einschalten lassen sind nur einige Dinge, die einem solchen Gerät jederzeit wiederfahren können. Und dann hat man wichtige und unwiderbringliche Daten nur auf dem Smartphone gespeichert, so dass eine Datenrettung her muss? Kein weiteres Wort auch zu einer Filmcrew, die von der der Arbeit aus 18 Monaten offenbar kein einziges Backup angefertig hat. Solchen Leuten sollte man, sorry, die externe Festplatte (!) zusätzlich noch um die Ohren schlagen. Aber sei's drum. Schon gut, dass es Firmen wie Kroll Ontrack gibt. Und die Preise sind OK - vielleicht hat das ja ansatzweise einen erzieherischen Effekt für all die Backup-Verweigerer.
mulhollanddriver 28.11.2013
4. Regelmäßige Datensicherung...
...am besten täglich und auf verschiedenen Datenträgern parallel, hilft normalerweise. Zwei Sicherungen außerhalb des Gebäudes aufbewahren. Dann sollte der Datenverlust maximal einen Tag betragen. Ist weder schwer noch teuer, erfordert lediglich etwas Selbstdisziplin. Das Telefon kann man problemlos in diesen Sicherungsablauf einbinden.
felisconcolor 28.11.2013
5. @smbuzz
welche der beiden Firmen meinen sie denn? die eine (Datenrettung) braucht nicht wirklich beworben zu werden, die sind wohl mit einer der Besten auf dem Markt. Die haben das nicht nötig. Und die andere Firma... was meinen sie wohl warum auf dieses Handy geschossen wurde? So wie war das jetzt mit dem Argument Werbung
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