Turing-Test, Chatbots, neuronale Netzwerke Künstliche Intelligenz - endlich verständlich

In kaum einem Tech-Forschungsfeld gibt es solche Fortschritte wie bei der künstlichen Intelligenz (KI). Aber was ist das eigentlich genau? Und was bringt KI für die Zukunft? Die wichtigsten Antworten im Hintergrundformat "Endlich verständlich".
Roboter in Japan

Roboter in Japan

Foto: Christopher Jue / dpa

Künstliche Intelligenz - endlich verständlich

Der Begriff künstliche Intelligenz, abgekürzt KI, steht für Computersysteme, die menschliche Intelligenz nachahmen. Eine ideale KI gibt es aber bis heute nicht. Ein solches System müsste in der Lage sein, seine Umwelt selbstständig zu erfassen, auf diese zu reagieren und ihren Fortbestand zu sichern. Schon weil sie keine Gefühle empfinden kann, würde sich die Denkweise einer solchen KI aber vermutlich stark von der eines Menschen unterscheiden.

Das, was man bislang allgemein als KI bezeichnet, sind eher Simulationen intelligenten Verhaltens auf Basis vorgegebener oder erlernter Muster. KI, so wie sie bislang eingesetzt wird, versucht eher, konkrete Probleme zu lösen beziehungsweise bei der Lösung solcher Probleme zu helfen. Eine KI ist daher praktisch immer ein Spezialist, ein System, das für eine bestimmte Fragestellung entwickelt worden ist.

Trotzdem sind KI-Systeme keine grundsätzlich starren Computeranwendungen, denn sie können ihre Fähigkeiten durch Lernprozesse erweitern (siehe Fragen 10 und 11). Solche Systeme agieren zudem anders als herkömmliche Software, weil sie nicht nur starr binär arbeiten - also entweder "ja" oder "nein" kennen -, sondern Entscheidungen auch anhand von Wahrscheinlichkeiten treffen.

Der Begriff KI wird seit mehreren Jahrzehnten inflationär benutzt, und das auch im Kontext vieler Anwendungen, die keine KI im klassischen Sinne bieten. So wird etwa bei Computerspielen oft von KI-Gegnern gesprochen. Diese Gegner können zwar auf Aktionen des Spielers reagieren, tun das aber meistens auf Basis einer reproduzierbaren Regelung. Oft können sie sich nicht auf die typische Vorgehensweise eines Spielers einstellen .

Ähnliches gilt für viele Gadgets, bei denen von KI die Rede ist. Auch hier arbeitet eine Software in der Regel nur hochspezialisierte Programmanweisungen ab, die an die jeweilige Anwendung, etwa an eine Heizungssteuerung, angepasst ist.

Analog zum Kürzel KI wird oft auch das Kürzel AI benutzt. Hierbei handelt es sich schlicht um die verkürzte Form des englischen Begriffes "Artificial Intelligence ", der dasselbe meint wie KI. In der KI-Forschung kommen verschiedene Disziplinen wie Kybernetik, Computer-Linguistik, Psycho- und Soziolinguistik, Neurophysiologie, Psychologie, Elektronik, Elektrotechnik und Philosophie zusammen.

Wired-Gründungschefredakteur Kevin Kelly schreibt in seinem Buch "The Inevitable", KI werde den Menschen helfen, besser zu verstehen, was überhaupt mit dem Begriff "Intelligenz" gemeint ist. "In der Vergangenheit haben wir gesagt, dass nur eine superintelligente KI Autos fahren kann oder einen Menschen in "Jeopardy!" schlagen oder eine Milliarde Gesichter erkennen kann. Aber als Computer in den letzten Jahren jede dieser Sachen geschafft haben, kamen wir immer zu dem Schluss, dass diese Leistung offenbar maschinenmäßig sei und kaum das Label 'echte Intelligenz' verdient hat." Erfolge im Bereich KI würden so auch definieren helfen, was es bedeutet, Mensch zu sein.

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