LED-Leuchten im Test Mehr Licht für Smartphone und Kamera

Wenn Smartphones und Digitalkameras schwächeln, können Fotolampen auf LED-Basis Licht ins Dunkel bringen. Wir haben getestet, wie hell und ausdauernd Leuchten unterschiedlicher Preisklassen sind.
So unterschiedlich wie das Design sind auch die Preise der getesteten Lampen. Die günstigste kostet 22 Euro, die teuerste fast 120 Euro

So unterschiedlich wie das Design sind auch die Preise der getesteten Lampen. Die günstigste kostet 22 Euro, die teuerste fast 120 Euro

Foto: Rainer Claaßen

Die Kameras vieler aktueller Smartphones liefern selbst bei schlechten Lichtverhältnissen erstaunlich gute Fotos. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die von den Fotosensoren aufgezeichneten Daten intern per Software aufbereitet werden. Bei Videoaufnahmen ist das aber deutlich komplizierter - weshalb hier eine Aufhellung des Motivs mit Lampen in vielen Fällen für sichtbar bessere Resultate sorgt.

Die hier getesteten LED-Leuchten sind für solche Zwecke geeignet. Sie alle sind relativ günstig, leicht und sorgen zumindest auf eine Distanz von bis zu drei Metern für spürbar mehr Licht. Das kann beispielsweise bei Videokonferenzen helfen, einen besseren Eindruck machen. Aber natürlich eignen sich die getesteten Leuchten auch, um Abends oder in geschlossenen Räumen bessere Fotos und vor allem Videos aufzunehmen.

Die hier empfohlenen Produkte wurden subjektiv, aber redaktionell unabhängig ausgewählt. Über die sogenannten Affiliate-Links im Text erhält der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler.

Die Produkte im Überblick:

  • Aputure AL-F7 Portable LED Videoleuchte (116,62 Euro) - trotz des relativ hohen Preises gehört hier kein Akku zum Lieferumfang. Über den USB-C-Anschluss lässt sich die Leuchte aber beispielsweise mit einer Powerbank als Stromversorgung betreiben.

  • Enegon Camera Videolichtpanel (60 Euro) - die edelste Leuchte im Test hat das Format eines aktuellen Smartphones. Sinnvolles Zubehör gehört ebenso dazu wie eine Transporthülle.

  • Godox LED64 Video Light (22 Euro) - die quadratische Lampe wird mit vier Standardbatterien oder Akkus betrieben – deren Anschaffungspreis muss man also zusätzlich einplanen.

  • Joby Beamo LED-Licht (89,95 Euro) - trotz der geringen Größe ist die Lichtausbeute gut. Dieses besonders robuste Modell kann sogar unter Wasser eingesetzt werden.

So haben wir getestet

  • Ausstattung - was gehört zum Lieferumfang, welche Einstellmöglichkeiten bieten die Leuchten? Lässt sich die Farbtemperaturen einstellen? Und: Wie hell sind die verschiedenen Modelle.

  • Befestigungsmöglichkeiten - gibt es Aussparungen für Blitzschuhe oder Gewindebohrungen, mit denen die Leuchte auf ein Stativ geschraubt werden kann?

  • Stromversorgung - ist ein Akku integriert, oder lässt sich eine externe Stromversorgung anschließen?

  • Verarbeitung - mobile Geräte sollten auch langlebig sein – wie robust sind die Leuchten verarbeitet?

  • Helligkeit – aus einem Abstand von 1,5 Metern wurde eine weiße Wand beleuchtet. Mit einer hochwertigen Kamera haben wir gemessen, welche Verschlusszeit bei einer Blendeneinstellung von 5.6 für eine korrekte Belichtung benötigt wird.

Aputure AL-F7 Portable LED Videoleuchte

Foto: Rainer Claaßen

Bei diesem Modell sind 256 LEDs auf einer Fläche von 15,4 x 8,7 Zentimetern untergebracht. Die Hälfte davon strahlt in einem sehr kalten, die andere in einem warmen Licht. Mit einem Drehregler lässt sich so die Lichttemperatur zwischen 3200 und 9500 Kelvin (K) einstellen.  An drei Seiten der robusten Leuchte sind Gewinde angebracht. Ein solider Kugelkopf, der daran geschraubt werden kann, liegt ebenso in der Packung wie zwei Diffusoren, die vor die Leuchtfläche geklemmt werden können.

Nur die Stromversorgung fehlt. Sie kann per USB-C-Kabel erfolgen oder über einen der im Fotobereich weit verbreiteten Akkus mit NP-Anschluss. LED-Displays auf der Rückseite zeigen den Ladestatus und die aktuellen Einstellungen von Helligkeit und Farbtemperatur an. Bei der Lichtausbeute war die Aputure den Mitbewerbern deutlich überlegen: Bei maximaler Helligkeit genügte eine Belichtungszeit von 1/80 Sekunde.

Enegon Camera Videolichtpanel

Foto: Rainer Claaßen

Dieses flache Modell lässt sich von allen Testkandidaten am einfachsten mitnehmen – mit 14,7 x 7,8 Zentimetern bei einer Tiefe von knapp 1,2 Zentimetern hat es das Format eines aktuellen Smartphones. Die Metallhülle wirkt hochwertig, und die Bedienung ist durchdacht: Ein langer Druck auf die Einschalttaste schaltet die LED-Elemente ein, mit zwei weiteren Tasten lassen sich Helligkeit und Farbtemperatur (zwischen 3200 und 5500 K) regeln.

Wer es noch kühler oder wärmer möchte, kann eine der mitgelieferten Streuscheiben vor das Panel klemmen. Ein weißer Diffusor liegt ebenfalls in der Packung – und ein kleiner Kugelkopf mit Gewindebohrung und Einschub für einen Blitzschuh. Die aktuellen Einstellungen werden auf der Rückseite auf einem kleinen Display angezeigt. Die Lichtausbeute war nicht ganz so üppig wie beim Modell von Aputure – aber durchaus respektabel. Klasse: Auf dem Display wird minutengenau angezeigt, wie lange der Akku bei der aktuell gewählten Helligkeit noch hält – bei maximaler Leistung schafft die Leuchte über eine Stunde.

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Titel: ENEGON Camera Dimmbares Videolichtpanel (180 LED) für Outdoor-Fotografie,Eingebaute Batterie,3100K bis 5500K mit OLED-Display, ultradünnes Aluminiumgehäuse für alle DSLR-Kameras, CRI 96+
Ab 45,99 €
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Godox LED64 Video Light

Foto: Rainer Claaßen

Hier sind 64 LEDs auf einer quadratischen Fläche von etwa 7 x 7 Zentimetern untergebracht – sie lieferten im Testfeld die geringste Lichtausbeute. Eine Änderung der Lichttemperatur lässt die günstige Leuchte nicht zu, der Drehregler auf der Rückseite dient nur zum Einstellen der Helligkeit.  Ein Blitzschuh-Adapter ist in die untere Seitenfläche der Lampe integriert – mit einer Gewindeaufnahme, mit der sich die Leuchte auf ein Stativ schrauben lässt.

Das Gehäuse selbst ist mit 130 Gramm sehr leicht, um die Leuchte zu betreiben werden aber noch vier AA-Batterien benötigt – zusammen mit denen bringt die Lampe 240 Gramm auf die Waage. Alternativ gibt’s auch eine Buchse, über die das Gerät mit einer externen 5-Volt-Stromquelle betrieben werden kann – leider nicht in einem gängigen USB-Format, sondern als Klinkenbuchse. Drei Aussparungen an den Gehäuseseiten machen es möglich, mehrere Lampen dieses Typs per Steckverbindung zu kombinieren.

Joby Beamo LED-Licht

Foto: Rainer Claaßen

Wer viel draußen unterwegs ist, und dabei nicht immer sorgfältig mit seinen Gadgets umgeht, wird Spaß an der kleinen Leuchte von Joby haben. Das würfelförmige Gehäuse ist stoßfest und wasserdicht (bis zu 30 Meter Tiefe). Ein Reflektor bündelt den Lichtstrom der hell strahlenden LED-Einheit, so dass weniger Licht zu den Seiten abstrahlt als bei den anderen Testkandidaten.

Der  integrierte Akku kann entweder über einen USB-C-Anschluss oder drahtlos aufgeladen werden. Mit zwei Tasten lässt sich die Helligkeit in fünf Stufen regulieren – die Farbtemperatur entspricht der von Tageslicht. Das Konzept ist durchdacht: Mit der magnetischen Rückseite kann die Leuchte an Metallflächen befestigt werden. Außerdem gibt es eine integrierte Aufnahme für Stativgewinde und zwei Klemmvorrichtungen in Blitzschuhform. Im Dauerbetrieb wird die Lampe etwas mehr als handwarm, verbrennen wird man sich daran aber nicht.

Fazit

Bei hellem Sonnenschein gehört nicht viel dazu, eine ansprechende Videoaufnahme zu machen – egal ob dafür ein Smartphone oder eine klassische Kamera zum Einsatz kommt. In Innenräumen reicht die Beleuchtung aber oft nicht für gute Resultate. Ob Sie beim Bewerbungsvideo oder bei Videokonferenzen einen guten Eindruck machen wollen – oder mit besseren Aufnahmen der Familie glänzen wollen: Die hier vorgestellten Leuchten können alle für bessere Videoqualität sorgen.

Wer keine allzu hohen Ansprüche hat, kommt schon mit dem günstigsten Modell von Godox aus. Den professionellsten Eindruck macht die Leuchte von Aputure, die auch am hellsten strahlt. Outdoor-Fans werden vor allem an dem wasserdichten Modell von Joby Freude haben, das mit einer Akkulaufzeit von über zwei Stunden glänzte.

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