Magsafe Legen Sie lieber keine Kreditkarte zwischen iPhone 12 und Ladegerät

Apple warne, Bankkarten und Ähnliches vom neuen iPhone fernzuhalten, heißt es in Medienberichten. Tatsächlich ist es etwas komplizierter und auch weniger dramatisch.
Ja, da sind Magnete drin: Ein iPhone 12 Pro Max auf dem Magsafe-Ladegerät

Ja, da sind Magnete drin: Ein iPhone 12 Pro Max auf dem Magsafe-Ladegerät

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Mit dem iPhone 12 in seinen vier Varianten hat Apple auch eine neue kabellose Ladetechnik eingeführt, Magsafe genannt. Der Name sagt es eigentlich schon, da sind Magnete im Spiel. Jedes der neuen iPhones trägt in seinem Rücken einen kreisrunden sowie drei parallel zueinander angeordnete Stabmagnete.

Zum einen soll diese Konstruktion helfen, Apples Smartphones so mit den neuen kabellosen Magsafe-Ladegeräten zu verbinden, dass eine optimale Stromübertragung möglich ist. Zum anderen soll sie Zubehör magnetisch am Rücken der Geräte befestigen. Apple selbst hat dafür beispielsweise eine sogenannte Wallet vorgestellt, eine kleine Ledertasche für Kredit- oder Visitenkarten.

Am Donnerstag machte nun eine Meldung die Runde, Apple rate dazu, Karten mit Magnetstreifen oder RFID-Chip, also vor allem Kredit- und Zugangskarten, vom iPhone 12 fernzuhalten. Die Wallet wäre damit eine schlechte Idee. Ganz abwegig ist der Gedanke nicht, schließlich besteht für solche Karten immer Gefahr, wo Magnete im Spiel sind. Doch Apples Warnung lautet anders.

Auf einer Support-Seite zum Aufladen der neuen iPhones per Magsafe , die bereits Anfang November veröffentlicht wurde, warnt das Unternehmen lediglich davor, Kreditkarten und dergleichen zwischen Magsafe-Ladegerät und iPhone zu positionieren, »da deren Magnetstreifen oder RFID-Chip beschädigt werden könnten.«  

Für Apple der Beginn eines potenziell lukrativen Zubehörmarkts: iPhone 12 mit Magsafe-Wallet und auf dem Tisch das passende Magsafe-Ladegerät

Für Apple der Beginn eines potenziell lukrativen Zubehörmarkts: iPhone 12 mit Magsafe-Wallet und auf dem Tisch das passende Magsafe-Ladegerät

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Zudem wird dort geraten, »empfindliche Gegenstände dieser Art« aus der Handyhülle zu entnehmen, oder sicherzugehen, »dass sie sich nicht zwischen dem Ladegerät und der Rückseite des iPhone befinden«, bevor man ein iPhone 12 per Magsafe auflädt. Wer seine Kreditkarte also nicht im Portemonnaie, der Hosentasche oder einem anderen geeigneten Behältnis transportiert, sondern zwischen Handy und Hülle quetscht, sollte diese vor dem kabellosen Aufladen lieber herausnehmen.

Während das Nebeneinander von iPhone 12 und Kreditkarten also offenbar keine Gefahr darstellt, sollte man lieber einen anderen Hinweis Apples beherzigen. Auf einer anderen Support-Seite rät das Unternehmen nämlich tatsächlich zur Vorsicht beim Umgang mit dem iPhone 12 in Verbindung mit medizinischen Geräten. Welche Geräte Apple damit konkret meint, wird nicht erklärt. Sogenannte Herzschrittmacher könnten dazugehören, das »Deutsche Ärzteblatt « warnte schon vor Jahren, bestimmte Magnete könnten für diese Geräte eine Gefahr darstellen.

Apple selbst schreibt, »Magnete und elektromagnetischen Felder können medizinische Geräte wie Herzschrittmacher und Defibrillatoren stören.« Es sei aber nicht davon auszugehen, dass die zusätzlichen Magnete im iPhone 12 »ein größeres Risiko für magnetische Interferenzen bei medizinischen Geräten darstellen als frühere iPhone-Modelle.«

Ganz ausschließen will Apple Risiken offenbar aber nicht und rät daher Nutzern medizinische Geräte, bei ihrem Arzt oder dem jeweiligen Hersteller nachzufragen, ob diese einen Sicherheitsabstand zwischen iPhone und dem fraglichen Gerät empfehlen.

mak
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