Lenovo IdeaPad Duet Chromebook im Test Acht Jahre Notebook für 330 Euro

Ein Tablet, das Android-Apps ausführt, acht Jahre Updates erhalten soll und mit Tastatur weniger als 330 Euro kostet? Hört sich utopisch an, gibt es aber: als Chromebook mit Google-Software.
Ein bisschen Tablet, ein bisschen Notebook und kein bisschen Windows

Ein bisschen Tablet, ein bisschen Notebook und kein bisschen Windows

Foto: Volker Weber

Chromebooks, also Notebooks mit Googles Chrome-OS-Betriebssystem, sind in Deutschland relativ selten anzutreffen. Im amerikanischen Schulsystem sind sie beliebt, weil sie von mehreren Benutzern abwechselnd genutzt werden können, die dort jeweils ihre persönliche Arbeitsumgebung, ihre eigenen Dateien und Apps, vorfinden. Zudem ist die Installation sehr einfach, was in Schulen, deren Mitarbeiter oft nicht vor IT-Kompetenz strotzen, wichtig ist.

Weil es Chrome OS nutzt, gilt all das auch für das IdeaPad Duet Chromebook von Lenovo. Einschalten, WLAN verbinden und mit Google-Konto anmelden, schon kann es losgehen. Gmail-Nutzer haben sofort Zugriff auf ihre Mails, Kalender und Adressen sowie alle Daten, die in der Google-Cloud gespeichert sind.

Die Cloud-Daten werden im internen Speicher des Geräts zwischengespeichert, sodass man auch ohne Netzwerkverbindung weiterarbeiten kann. Google hat sich mittlerweile vom ursprünglichen Chrome-OS-Konzept entfernt, alle Apps nur im Chrome-Browser auszuführen. Stattdessen hat man Zugriff auf den Play Store und seine Android-Apps. So kommt man über die entsprechenden Apps auch an Daten, die man in der Microsoft-Cloud oder bei Dropbox abgelegt hat.

Das Duet Chromebook erinnert an das Surface Pro von Microsoft. Die mitgelieferte Tastatur dockt über fünf Federstifte an der Unterseite des Tablets an, ein in die magnetisch gehaltene Rückseite integrierter Kickstand hält das Tablet aufrecht und ist von steil bis sehr flach stufenlos verstellbar. Die Rückseite ist mit einem groben Stoff bespannt und fühlt sich sehr hochwertig an. Das graue Alugehäuse des Tablets hat am oben Rand ein hellblaues Kunststoffband, hinter dem sich die Antennen für Bluetooth und WLAN verbergen. LTE gibt es nicht.

Die Rückseite des IdeaPad wird von einem groben Stoff geschützt, die blaue Umrandung zeigt an, wo sich die Antennen befinden.

Die Rückseite des IdeaPad wird von einem groben Stoff geschützt, die blaue Umrandung zeigt an, wo sich die Antennen befinden.

Foto: Volker Weber

Das Tablet hat zwei Kameras. Die Acht-Megapixel-Rückkamera zeichnet Video in Full HD (1920 mal 1080 Pixel) auf, die Zwei-Megapixel-Frontkamera liefert 1600 mal 1200 Pixel. Benutzen wird man diese Kameras allenfalls für Videokonferenzen. Das klappt ganz gut, weil die Frontkamera wie bei Notebooks über der längeren Seite des 10,1 Zoll großen Displays platziert ist. Anders als beim iPad schielt man nicht zur Seite.

Kleine Tasten, großer Bildschirm

Geladen wird das Duet per USB-C von einem mitgelieferten Zehn-Watt-Netzteil aus. Bis zu zehn Stunden soll es mit einer Ladung durchhalten. Statt eines Kopfhöreranschlusses liegt ein kleiner Adapter für 3,5-Millimeter-Headsets bei, der dann den einzigen Anschluss blockiert. Alternativ verwendet man die Stereomikros und Lautsprecher auf der Oberseite.

Auf der Tastatur geht es eng zu, speziell im rechten Bereich, wo die Umlaute liegen. Hier muss Lenovo Kompromisse machen, weil der Tastaturdeckel sonst größer als das Tablet wird. Die Tasten sind nicht hintergrundbeleuchtet, haben einen ausreichenden Hub und sind Chromebook-typisch mit Kleinbuchstaben beschriftet.

Der IPS-Touchscreen des Duet hat eine Full-HD-Auflösung, also 1920 mal 1080 Pixel. Mit einem Stift der der USI-Spezifikation (Universal Stylus Initiative) entspricht, kann man auf dem Display zeichnen oder Notizen schreiben. Alle neuen Chromebooks werden diesen Standard unterstützen.

Das Update-Versprechen

Die Standardisierung der Hardware erlaubt Google sehr lange Update-Zyklen. So soll dieses Duet Chromebook bis mindestens 2028 Updates erhalten. Damit wird es automatisch zum langlebigsten Android-Tablet.

Das Tablet selbst ist 456 Gramm leicht, dazu kommen aber noch mal 234 Gramm für die Rückseite mit Kickstand und 264 Gramm für die Tastatur. Damit landet man bei einem fast ein Kilogramm schweren Pummelchen, das nicht besonders schlank daherkommt, aber einen sehr robusten Eindruck macht.

Bis auf die knapp geschnittene Tastatur zeigt das Gerät keine Schwächen, der mit zwei Gigahertz getaktete MTK-Octacore-Prozessor hatte keine Mühe mit Videos, Apps oder dem Chrome-Browser. Die Speicherausstattung mit vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 64 GB Massenspeicher sind einem Chromebook angemessen. Für wenig mehr Geld gibt es auch 128 GB Speicher, die sich nur lohnen, wenn man sehr viele Medien oder Apps auf dem Gerät speichern will.

Fazit

Für Leute, die im Google-Ökosystem mit Android zu Hause sind, ist das IdeaPad Duet Chromebook eine Wucht. Einrichtung und Betrieb sind simpel. Und es taugt für die ganze Familie, weil sich mehrere Benutzer wechselseitig daran anmelden können und so jeder seine persönliche Umgebung vorfindet.

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hieß es in diesem Artikel, der MTK-Prozessor sei mit zwei Megahertz getaktet. Wir haben diesen Fehler korrigiert und bitten, das Versehen zu entschuldigen.