Lenovo IdeaPad Yoga 11 Tablet-Laptop mit Stehvermögen

So schön kann Windows RT sein: Im Lenovo Yoga 11 ist es schlank, leicht und besonders ausdauernd. Bei dem Mischgerät aus Tablet und Laptop macht der chinesische Hersteller fast alles richtig - bis auf das Farbspiel.

SPIEGEL ONLINE

Von


Ist das das Beste aus beiden Welten? Oder weder Fisch noch Fleisch? Lenovos Yoga 11 kann man als Notebook oder Tablet einsetzen, je nachdem, was man gerade damit tun will. Ein rundum drehbares Bildschirmscharnier und der berührungsempfindliche Touchscreen machen es möglich. Dasselbe Konzept hat der chinesische Computerkonzern schon mit dem Yoga 13 vorgemacht und für diese Art von Mischcomputern die Bezeichnung Convertible gewählt.

Das Yoga 11 ist also der kleine Bruder des Yoga 13. Allerdings ist es nicht einfach ein geschrumpfter Ableger des 13-Zoll-Modells, sondern, abgesehen von der Grundidee, ein völlig anderes Gerät. Anstelle eines Intel-Prozessors werkelt in ihm Nvidias Mobilprozessor Tegra 3. Das wiederum bedingt, dass hier kein normales Windows 8 läuft, sondern dessen Mobil-Ableger Windows RT. Mit einem herkömmlichen Windows-PC hat das Yoga 11 deshalb nicht viel zu tun, was einerseits gut, andererseits schlecht ist.

Der große Vorteil: Die Kombination aus einem sparsamen Prozessor und dem recht großen Akku zahlt sich in Form von Akkulaufzeit aus. Im Test machte es keine Mühe, das Gerät elf bis zwölf Stunden fernab von Steckdosen zu benutzen. Dabei war es egal, ob wir im Web surften, Texte tippten oder Filme anschauten - oder all das abwechselnd. Die Laufzeit ließ sich höchstens durch die Einstellung der Display-Helligkeit beeinflussen: Je heller, desto kürzer. Als Arbeitsgerät für unterwegs ist das kleine Convertible damit jedenfalls bestens geeignet, das Netzteil kann man auf Tagesausflügen getrost zu Hause lassen.

Schnellschreiber werden gefordert

Der Bildschirm passt gut dazu. Mit 1366 x 768 Bildpunkten löst er ausreichend hoch auf und bietet genug Platz. Helligkeit, Kontrast und Farbintensität sind gut. Auch zum Lesen längerer Texte ist die Auflösung hoch genug. Wenn man die hohe Pixeldichte von Retina-Displays gewöhnt ist, muss man sich allerdings erst einmal daran gewöhnen, dass Schriften nicht ganz so scharf geschnitten sind wie auf den ultrahoch auflösenden Bildschirmen. Die grundsätzlich gute Blickwinkelstabilität der Farben wird durch das stark reflektierende Deckglas zunichtegemacht.

Fotostrecke

16  Bilder
Ein total verdrehter Computer: Lenovo IdeaPad Yoga im Test
Die Tastatur ist gut, fordert Viel- und Schnellschreibern aber eine Gewöhnungszeit ab, weil die Tasten einen sehr kurzen Hub haben und nur recht ungenau Rückmeldung geben, ob man sie denn nun voll durchgedrückt hat. Ansonsten stimmt an der Tastatur alles: Die Platzierung der Sondertasten ist sinnvoll, die Tastenabstände sind groß genug.

Sowohl das Touchpad als auch der Touchscreen reagieren ohne Verzögerung auf jede Berührung. Trotzdem ist das Yoga 11 nur bedingt als Tablet-Ersatz geeignet. Zum einen ist es mit 1,2 Kilogramm dafür zu schwer, zum anderen mit 11,6 Zoll etwas groß. Für den Ab-und-zu-Einsatz als Sofa-Tablet reicht es aber. Zudem will man unter Windows RT auch im Notebook-Modus schon bald nicht mehr auf die Touch-Fähigkeit verzichten.

Das Problem mit Windows RT

Windows RT allerdings ist auch der eigentlich limitierende Faktor des Lenovo. Die meisten Routineaufgaben bekommt man damit problemlos in den Griff. E-Mail und Websurfen sind kein Problem, für die Büroarbeit ist eine RT-Version von Office installiert und auch Musik und Videos lassen sich anhören - und schauen. Darüber hinaus ist man aber auf den Windows Store als Softwarequelle angewiesen.

Es ist das leidige Windows-RT-Problem, dass Microsoft bei diesem Betriebssystem nur Programme zulässt, die aus seinem Software Store geladen wurden. Apps aus anderen Quellen sind nicht zugelassen. Wer also auf bestimmte Windows-Programme oder Unternehmenssoftware angewiesen ist, kommt damit nicht weiter. Wer solche Programme braucht, sollte lieber auf das Yoga 11S warten, das im Juni in den Handel kommen soll, mit Intel-Prozessor, Windows 8 und einem noch nicht genannten, aber sicherlich höheren Preis.

Denn das Yoga 11 bietet Lenovo Ende März für 599 Euro an. Im Vergleich mit anderen Windows-RT-Kombigeräten ein Schnäppchenpreis. Betrachtet man dazu die sehr gute Verarbeitung mit minimalen Spaltmaßen, die hochwertigen Materialien und die leicht mattierte Oberfläche, die echte Handschmeichlerqualitäten aufweist, ein verlockendes Angebot - für Windows-RT-Freunde.

Vorteile und Nachteile

Günstiger Preis

Sehr gute Akkulaufzeit

Robustes Gehäuse

Gelungenes Design

Guter Tochscreen-Bildschirm

Als Laptop und Tablet nutzbar

Keine Windows-Standardprogramme nutzbar

Als Tablet zu schwer

Fazit

Nur eine Sache hat Lenovo falsch gemacht: Nachdem das Yoga 11 zuerst in verschiedenen, teils knalligen Farben lieferbar war, hat für die bunten Modelle offenbar schon der Abverkauf begonnen. Einzig das orangefarbene Modell, das wir getestet haben, ist Ende März noch in kleinen Mengen verfügbar gewesen. Danach gibt es nur noch die viel langweiligere graue Variante.



insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
cthullhu 03.04.2013
1. 30% Rand
Ein weiterer Nachteil: Gut 30% (oder mehr) des Bildschirms besteht aus Rand. Genial!
Plasmabruzzler 03.04.2013
2.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESo schön kann Windows RT sein: Im Lenova Yoga 11 ist es schlank, leicht und besonders ausdauernd. Bei dem Mischgerät aus Tablet und Laptop macht der chinesische Hersteller fast alles richtig - bis auf das Farbspiel. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/lenovo-ideapad-yoga-11-im-test-a-891574.html
An sich klingt das Gerät recht interessant - aber dank Windows RT würde ich die Finger davon lassen. Ohne "richtiges" Windows taugt das Gerät nicht wirklich für ansatzweise professionelles Arbeiten.
blurps11 03.04.2013
3.
Nach so einem Ding mit halbwegs vernünftiger Qualität und Preisschild nicht gleich weit jenseits der 1000 Euro suche ich schon eine Weile. Windows RT kommt mir aber nicht ins Haus, das ist und bleibt bei allen Nachteilen von google und Apple einfach Mist und das schlechteste auf dem Markt befindliche Betriebssystem für diese Geräteklasse. Auf die Variante mit Windows 8 werde ich sicher mal einen genaueren Blick werfen.
mrcoolman 03.04.2013
4. kauf ich mir wenn es den bei Aldi gibt.
wer kauft sich ein RT Book ?, nur wenns gesponsort wird vom Chef oder in der nächsten Alditüte.
movfaltin 03.04.2013
5. Lenovo
Sollten die Chinesen auch weiterhin die einst von IBM mit der ThinkPad-T-Serie begonnene grandiose Qualität weiter halten können? Der Produktionsort scheint jedenfalls nicht maßgeblich zu sein - es wird ja mtlw. alles in China hergestellt. Lenovo bleibt jedenfalls auch mit seinen Billigserien eine, wenn nicht DIE, Premiummarke im Rechnerbereich, mittlerweile sogar sehr deutlich vor Apple.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.