Logitech-Settop-Box Googles Fernsehen wird ein teurer Spaß

Während des Fußballspiels mal eben die Ligatabelle abrufen, zwischendurch eine E-Mail schreiben und danach ein Videochat mit Freunden: Google TV soll die Symbiose von Fernsehen und Internet liefern. Kurz vor der Einführung des Dienstes in den USA sickern Details durch, werden erste Endgeräte vorgestellt.

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Aus dem Internet ist Google nicht mehr wegzudenken, Smartphones kommen kaum ohne aus - und jetzt will der Konzern auch noch in Wohnzimmer. Google TV heißt ein Diensteangebot des US-Konzerns, bei dem Fernsehsendungen und Internetangebote miteinander verwoben werden sollen. Jetzt steht der neue Google-Dienst offenbar in den Startlöchern, zumindest in den USA. Insider wolle Details über die ersten Sony-Fernseher mit Google-TV-Funktion erfahren haben, Logitech hat ganz offiziell eine Settop-Box für das neuen Fernsehen vorgestellt.

Dass der japanische Elektronikkonzern Sony zu den großen Unterstützern des Google-Projekts zählt, steht seit langem fest, auch, dass Sony wohl der ersten Anbieter von generischen Google-Fernsehern sein wird. Ansonsten aber machten sowohl Google als auch Sony ein großes Geheimnis daraus, was die neuen Geräte wohl können werden, wie sie aussehen und wie teuer sie werden. Am 12. Oktober sollen sie offiziell enthüllt werden.

Das Blog Sony Insider will nun aber schon vorab an Daten der Google-Sonys gekommen sein. Demnach werde Sony vier unterschiedliche Google-TVs mit Bildschirmdiagonalen zwischen 24 und 46 Zoll zu Preisen von bis 1900 Dollar vorstellen. Die Internet-Funktionen werden von einem Intel-Chip bereitgestellt, der es beispielsweise ermöglicht, mit dem Fernseher nach TV-Angeboten im Web zu suchen. Den Preisaufschlag gegenüber Google-freien Fernsehern beziffert Engadget mit 300 Dollar.

Mittler zwischen Internet und TV

Das passt perfekt zu der 300 Dollar teuren Google-TV-Settop-Box, die Zubehörhersteller Logitech am Mittwoch vorgestellt hat. Das Revue genannte Gerät soll jeden HD-Fernseher zum Google-TV machen, indem es die fehlenden Funktionen zur Verschmelzung von Internetangeboten und TV-Programmen nachliefert.

Revue ist im Grunde nichts anderes als ein Multimedia-PC. Er wird zwischen die Settop-Box, über die man Satelliten- oder Kabel-TV empfängt, und den Fernseher angeschlossen und ermöglicht den Zugriff auf ganz normale Webseiten und Internet-TV-Angebote wie Netflix.

Weil dafür eine normale TV-Fernbedienung nicht ausreichen würde, liegt dem Revue eine drahtlose Tastatur bei. Alternativ lässt sich das Gerät auch über eine spezielle Mini-Tastatur oder per Smartphone steuern. Logitech will entsprechende Apps für iPhones sowie für Android-Smartphones anbieten. Als weiteres Add-on wird eine Kamera zum anflanschen an der Rahmen des Fernsehers angeboten, die man nutzen soll, um via TV Videochats zu führen. Eine Möglichkeit Offline-Inhalte von Festplatte oder Stick abzuspielen besteht über die beiden USB-Eingänge und von vernetzten Medienservern.

Auf die Inhalte kommt es an

Ein Mitnahmeartikel, also ein Produkt, das man spontan mal eben kauft, werden Google-TV-Fernseher und -Settop-Boxen jedenfalls nicht werden, so viel scheint nun klar. Vielmehr muss man sich schon sehr bewusst für die neue Variante des Internet-Fernsehens begeistern, um den geforderten Aufpreis zahlen zu wollen. Web-Browser in abgespeckter Form, im Gegensatz zu Google TV aber meist ohne Flash-Unterstützung, sind mittlerweile ohnehin in jedem besseren Fernseher integriert.

Googles Erfolg hängt daher maßgeblich von den gebotenen Inhalten ab. Immerhin ist das US-Serienportal Netflix bereits integriert, die populäre Videoplattform Hulu fehlt aber noch. Genau solche Probleme dürften es auch sein, die Google von einer weltweiten Einführung des neuen Systems abhalten. Um etwa in Deutschland erfolgreich zu sein, wäre zumindest eine Integration der Mediatheken von ARD, ZDF und Arte erforderlich, ein Zugang beispielsweise zu Maxdome wünschenswert.

Bisher ist von derartigen Kooperationen nichts zu hören gewesen. Wohl auch ein Grund, weshalb es noch keinen offiziellen Einführungstermin für Google TV hierzulande gibt.

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csar 07.10.2010
1. Und dann gibt es nichts zu sehen
Schön: Hulu - wohl mit demselben Hinweis wie jetzt schon im Internet: "Leider ist diese Sendung in Ihrem Land nicht verfügbar" Und die tollen Mediatheken, die Austrahlungen noch schneller vergessen als ich ... Im Endeffekt bleibt es dann bei Youtube auf dem Fernseher
floydpink 07.10.2010
2. (°_°)
Schön wär's wenn's die Telekom dann auch schafft, halbwegs flächendeckend, mehr als DSL 380 zu liefern.
mmnw 07.10.2010
3. Support für andere Quellen sollte folgen
Die Unterstützung für andere Multimedia-Quellen sollte mit dem GoogleTV eigentlich kein Problem sein. Zumindest dann, wenn die Unterstützung für den Android Store folgt (laut Logitech irgendwann 2011). Dann steht es jedem Anbieter von Inhalten frei seine eigene App für den Google TV anzubieten. Im übrigen versteht das aktuelle Android System (2.2) auf dem GoogleTV Flash, kann also jede Flash Multimedia Seite darstellen. Dazu gehören sowohl Hulu als auch die ARD Mediathek. Die Inhalte sind also verfügbar, zwar nicht ganz so bequem, aber immer noch besser als auf dem Computer.
ascolta 07.10.2010
4. exakt
Zitat von floydpinkSchön wär's wenn's die Telekom dann auch schafft, halbwegs flächendeckend, mehr als DSL 380 zu liefern.
Wundere mich wenn man Artikel über den Ausbau mancher städtischer Internetleitungen von VDSL 50000 auf DSL 100000 ließt und man hier auf dem bayrischen Lande teils noch immer nur mit ISDN versorgt wird ....
fessi1 07.10.2010
5. iPad & Co
Also da halte ich es doch lieber mit iPad & Co. Eine Tastatur brauche ich ja eh irgendwie zum interagieren. Warum also nicht gleich die des iPads. Auf dem TV läuft die Fussballübertragung und auf dem Tablett habe ich den Liveticker anderer Spiele + Tabelle + das restliche Internet. Muss ich dafür extra den TV Screen in kleine Fensterchen zerlegen? Gut ein Tablett kostet wahrscheinlich das doppelte. Ist aber auch universeller einsetzbar. Mfg
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