Lumia 925 Nokia macht auf Leichtmetall

Der finnische Handykonzern Nokia hat sein neues Top-Modell Lumia 925 vorgestellt - und löst mit dem Windows-Smartphone keine spontane Begeisterung aus. Die größten Neuerungen gibt es beim Design, das offenbar von Apple inspiriert ist.
Nokia Lumia 925: Metallrahmen statt Kunststoffkorpus

Nokia Lumia 925: Metallrahmen statt Kunststoffkorpus

Foto: ANDREW COWIE/ AFP

Wir können auch Metall verarbeiten. So in etwa kann man zusammenfassen, was Nokia heute auf einer Pressekonferenz in London gezeigt hat. Unter dem Motto "See What's Next" hat der Konzern sein neues Top-Handy vorgestellt. Zum ersten Mal verwenden die Finnen für ein Smartphone nicht ausschließlich Kunststoff als Gehäusematerial, sondern bauen das Gehäuse auf einem umlaufenden Aluminiumrahmen auf. Technisch allerdings ist es eine Mischung aus dem bisherigen Top-Modell Lumia 920 und der abgespeckten Variante Lumia 720.

Viel Aufsehen wollte der Konzern für seine Veranstaltung im Zentrum Londons offenbar nicht erzeugen. Von außen ist dem Veranstaltungsgebäude nicht anzusehen, wer darin gerade Neuheiten präsentiert. Nur anhand der knallbunten Nokia-Kopfhörer der davor postierten Mitarbeiter lässt sich erkennen, wo der Eingang ist.

Während der Pressekonferenz selbst wurden die Reihen der Journalisten von einigen Dutzend Nokia-Mitarbeitern in zerknautschten grauen Sakkos flankiert. Fast wie in einer Sitcom liefert dieses Publikum Szenenapplaus und lacht über jeden noch so schrägen Witz, den die Vortragenden machen. Die Journalisten hingegen lassen sich davon nicht mitreißen, tippen weiter ihre Notizen und machen Fotos.

Noch ein Antennagate?

Fotos sind auch das, was sich zunächst am meisten lohnt. Während die Form des Lumia 925 mit abgerundeten Kanten sehr an Lumia 920 und 720 erinnert, verleiht das matt schimmernde Aluminium dem Gerät einen robusten und edlen Look.

Der umlaufende Metallrahmen, erklärt Designer Stefan Pannenbecker, soll bei dem neuen Modell auch als Antenne dienen. Diese Doppelnutzung als Gehäuse- und Empfangsteil erinnert an die Einführung des iPhone 4. Apple hatte seinerzeit als erstes eine solche Technik eingebaut und damit prompt Probleme bekommen. Beim Anfassen schirmte man automatisch die Antennen ab, was zu Empfangsproblemen führte. Die Klagen der Kunden gingen so weit, dass Apple als Reaktion auf sein Antennagate jedem iPhone-4-Käufer eine kostenlose Schutzhülle für das Handy schickte.

Drahtlos wird es dick

Abgesehen von diesem Design-Kniff steckt viel Lumia 920 im Lumia 925. So hat es fast dieselbe 8,7 Megapixel-Kamera eingebaut, inklusive des optischen Bildstabilisators. Ebenso ist der Bildschirm mit 4,5 Zoll Diagonale und 1280 x 768 Punkten Auflösung ähnlich, basiert hier allerdings auf Amoled und nicht auf IPS-Technik. Der Qualcomm-Dualcore-Prozessor ist mit 1,5 GHz getaktet.

Die Bestückung mit Drahtlos-Technologien entspricht weitgehend der des Lumia 920. So kann das neue Modell mit LTE-Netzen, schnellen W-Lans, NFC und Bluetooth 3.0 aufwarten. Was ihm dagegen fehlt, ist eine drahtlose Aufladefunktion. Die kann, wie beim Lumia 720, per Aufsteck-Cover nachgerüstet werden.

Mit einem solchen Cover verspielt man allerdings zwei große Vorteile, die das neue Modell gegenüber dem Lumia 920 verbuchen kann: Es ist deutlich leichter geworden, wiegt mit 139 immerhin 41 Gramm weniger als sein Vorgänger. Und es ist schlanker als bisher, bringt es auf maximal 8,5 Millimeter. Damit hat Nokia die einzigen Nachteile des Lumia 920 beseitigt.

Billiger als der Vorgänger

Dafür ist der Speicherplatz mit 16 Gigabyte in der Standardversion ausgesprochen begrenzt. Da nützen auch die sieben Gigabyte Cloud-Speicher nichts, die Nokia kostenlos dazugibt. Ein Speicherkartensteckplatz ist ebenso wenig vorgesehen wie ein Tausch des Akkus durch den Anwender. Einzig Vodafone wird eine Version mit 32 Gigabyte Speicher anbieten.

Dafür will Nokia einige Funktionen des Lumia 925, die beispielweise in Form einer aufgewerteten Kamera-App daherkommen, Besitzern älterer Lumia-Smartphones als Update zukommen lassen. Wann dieses Amber genannte Update erscheint, ist noch unklar.

Sicher ist sich der Konzern dagegen, bald liefern zu können. Die Wartezeit bis zur Verfügbarkeit des Lumia 925 im Handel gibt Nokia ungewöhnlich kurz an. Bereits im Juni will das Unternehmen sein neues Smartphone ausliefern. Der Listenpreis wird mit 599 Euro angegeben und liegt damit deutlich unter dem damaligen Einstiegspreis für das Lumia 920.

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Foto: Matthias Kremp
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