MacBook Air, MacBook Pro, Mac Mini Apple stellt die ersten Macs mit eigenen Prozessoren vor

Im Juni hatte Apple angekündigt, seine Computer künftig mit eigenen Chips zu bestücken. Jetzt hat der Konzern die ersten Modelle ohne "Intel inside" vorgestellt – und verspricht bemerkenswerte Neuerungen.
Apple-Chef Tim Cook mit einem der neuen MacBooks in Apples Kantine

Apple-Chef Tim Cook mit einem der neuen MacBooks in Apples Kantine

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BROOKS KRAFT/APPLE INC HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Zum dritten Mal in Folge hat Apple am Dienstagabend neue Produkte vorgestellt. Nach neuen iPads und Apple Watches im September und den neuen iPhones im Oktober waren nun die Computer des Unternehmens dran. So präsentierten die Manager der Firma im Rahmen einer zuvor aufgezeichneten Onlinepräsentation drei neue Computer. Das allein wäre nicht sonderlich bemerkenswert gewesen, hätte der Konzern damit nicht zugleich seine Abkehr von Intels Chiptechnologie eingeleitet.

Im Rahmen des Events wurde der erste von Apple selbst entwickelte Computerchip vorgestellt, den das Unternehmen M1 nennt. Er sei nur der erste Teil einer ganzen Reihe solcher Chips erklärte Apples Chef der Chipentwicklung, Johny Srouji und versprach wahre Wunderdinge.

Johny Srouji bei der Präsentation des M1-Chips

Johny Srouji bei der Präsentation des M1-Chips

Foto: - / dpa

Demnach baut Apple den Chip in Fünf-Nanometer-Technik, dem derzeit feinsten Verfahren, das enorm kleine Strukturen ermöglicht. Dementsprechend dicht ist die Technologie auf dem Chip gepackt. Insgesamt 16 Milliarden Transistoren sind darauf auf diverse Untersystem verteilt. So verfügt der Chip über acht Rechenkerne, vier davon aus Leistung, die anderen vier auf Energieeffizienz optimiert. Hinzu kommen acht Rechenkerne für die integrierte Grafikkarte sowie 16 auf maschinelles Lernen ausgelegte Rechenkerne sowie etliche weitere Untergruppen.

Was der neue Chip zu leisten vermögen soll, wurde anhand der ersten drei Macs demonstriert, die mit der neuen Technik ausgestattet werden, den MacBook Air, dem MacBook Pro und dem Mac Mini.

MacBook Air

Den Anfang machte das MacBook Air, der Computer mit dem Apple seinerzeit den Ultrabook-Boom ausgelöst hat. Laut Apple ist das neue Modell dreieinhalbmal schneller als sein Vorgänger und hat einen fünfmal schnelleren Grafikchip, was ein bemerkenswerter Leistungssprung wäre. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es dafür keinen Lüfter braucht und bis zu 18 Stunden Video-Playback bieten soll, sechs Stunden mehr als das bisherige Modell. Zu den Verbesserungen, die auch ohne den M1-Chip möglich gewesen wären, zählt die Integration des neuen WLAN-Standards Wifi 6. Die Preise für dieses Modell beginnen bei 1100,50 Euro.

MacBook Pro

Ähnliche Leistungssteigerungen verspricht Apple für die neue Version des MacBook Pro, das dank M1 bis 2,8-mal schneller sein soll als sein Vorgänger und ebenfalls einen fünfmal schnelleren Grafikchip hat. Hier verspricht Apple vor allem für Profianwendungen wie Videoschnitt und Musikproduktion Leistungssteigerungen. So soll es beispielsweise Videos in 8K-Auflösung fehlerfrei abspielen, was im Alltag normaler Anwender eher keine Rolle spielen dürfte. Wichtiger wäre dagegen das Versprechen, dass es mit einer Akkuladung 20 Stunden Videowiedergabe schaffen soll. Das wäre doppelt so viel, wie das Vorgängermodell geschafft hat. Die Preise beginnen hier bei 1412,45 Euro.

Mac Mini

Präsentation des neuen Mac Mini: Vom Design her ganz der alte

Präsentation des neuen Mac Mini: Vom Design her ganz der alte

Foto: HANDOUT / AFP

Neben den Laptops hat Apple auch eine neue Version seines kleinsten Desktoprechners mit ähnlichen Leistungsdaten vorgestellt. Hier wird gegenüber dem Vormodell eine dreimal höhere Leistung und sechsmal höhere Grafikperformance versprochen. Wifi 6 gehört hier ebenfalls zu den Neuerungen. Bemerkenswert ist beim Mac Mini aber vor allem, dass er entgegen Apples Gepflogenheiten billiger wird. Mit einem Einstiegspreis von 778,85 Euro ist das neue Modell 126,70 Euro billiger als sein Vorgänger.

Apple will sich zwei Jahre Zeit lassen

Für den Umstieg auf Apple Silicon will sich der Konzern zwei Jahre Zeit nehmen während derer weiterhin Intel-Macs verkauft werden. Da die neue technische Plattform auch Anpassungen bei der Software benötigt, bietet Apple Entwicklern verschiedene Möglichkeiten an, ihre Programme auf die neuen Rechner zu bekommen. Die einfachste dürfte Rosetta 2 sein, eine in das Betriebssystem eingebettete Software, die Befehle für Intel-Prozessoren in solche für Apple-Chips übersetzt und Intel-Apps so auf den neuen Macs lauffähig macht. Durch bestimmte Optimierungen sollen manche Apps dadurch sogar schneller werden.

Der neue M1-Chip soll nur der erste einer ganzen Reihe von Apple-Chips sein

Der neue M1-Chip soll nur der erste einer ganzen Reihe von Apple-Chips sein

Foto: APPLE INC/HANDOUT HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Die nächste Option besteht darin, die Apps so zu verpacken, dass sie eine Intel- und eine Apple-Version enthalten, also auf alten und neuen Rechnern laufen. Darüber hinaus können nach einigen Anpassungen auch iOS- und iPad-Apps auf den neuen Mac laufen. In einem Werbeclip wurden mehrere Entwickler gezeigt, die begeistert berichteten, wie einfach es war, ihre Apps für die neuen Apple-Chips umzubauen. Das scheint freilich nicht für alle zu gelten. So soll zwar beispielsweise Adobes Lightroom bereits umgebaut worden sein, auf Photoshop wird man aber noch bis nächstes Jahr warten müssen.