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Macbook Air aufrüsten: Mit wenigen Handgriffen Hunderte Euro sparen

Foto: Matthias Kremp

SSD selbst aufrüsten 380 Euro beim MacBook gespart

Apple verlangt stattliche Aufpreise für mehr Speicherplatz. Wer selbst nachrüstet, kann viel Geld sparen. Wir haben es bei einem MacBook Air ausprobiert. Der Umbau war kinderleicht - aber dann war Geduld gefragt.

Nach acht Jahren wurde es bei meiner Tochter Zeit für eine neues Notebook. Das alte, ein weißes MacBook mit DVD-Laufwerk, fing an, sich aufzulösen. Der Prozessor ächzt geradezu unter der Last der Software, immerhin läuft auf dem alten Rechner das aktuelle macOS High Sierra. Zudem hat sich die Bodenplatte aus Kunststoff durch die Abwärme derart verzogen, dass er von Klebeband zusammengehalten werden muss (siehe Fotostrecke).

Die Wahl für den Nachfolger fiel auf das MacBook Air. Es hat alle wichtigen Schnittstellen, ist schlank, leicht und robust. Das Problem: Im alten MacBook hatten wir eine SSD mit 500 Gigabyte Speicherplatz nachgerüstet. Das war besonders einfach, weil Apple in die alten Geräte noch herkömmliche Notebook-Festplatten eingebaut hat.

Bei den neuen sieht das anders aus. Apple baut nur noch SSDs ein. Die sind allerdings, etwa bei den MacBook Pro, fest verlötet und können nicht mehr ausgetauscht werden. Eine Ausnahme ist das MacBook Air. Allerdings ist es auch hier nicht leicht, einen Ersatz zu finden.

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Macbook Air aufrüsten: Mit wenigen Handgriffen Hunderte Euro sparen

Foto: Matthias Kremp

Doch die Suche lohnt sich. Im Apple Store beträgt der Aufpreis für eine 500 GB große SSD anstelle der Grundausstattung mit 128 GB beim MacBook Air mit 13-Zoll-Bildschirm 500 Euro. Der Gesamtpreis läge dann bei 1599 Euro. Billiger wäre es, die SSD selbst aufzurüsten. Leider gibt es nur zwei Firmen, die passende SSDs herstellen: die amerikanische OWC und Transcend aus Taiwan.

Nach einer Preisrecherche ist die Entscheidung schnell gefallen: Die Modelle von Transcend sind bei gleicher Kapazität deutlich günstiger zu bekommen. Den Jetdrive 820 genannten Speicher kann ich bei einem renommierten Versandhändler für 369 Euro bestellen.

Bleibt noch das Notebook selbst. In der Hoffnung, ein Schnäppchen machen zu können, warteten wir den Black Friday ab - und hatten Glück. Bei einem Onlinehändler fanden wir das gewünschte Modell für 851 Euro, also 248 Euro günstiger als bei Apple.

Schnell schrauben und dann lange warten

Den Einbau der größeren SSD musste ich freilich selbst erledigen. Eigentlich sollte das eine Kleinigkeit sein, dachte ich. Und tatsächlich: Mit einer bebilderten Anleitung von iFixit  und den zusammen mit der SSD gelieferten Schraubendrehern war die neue SSD binnen zehn Minuten drin und das Gehäuse wieder zugeschraubt.

Blieb die Installation des Betriebssystems. Weil die neue SSD völlig leer ist, versuchte ich zunächst, die aktuelle Version von macOS übers Internet zu laden. Ein Mac macht das in der Regel automatisch, wenn er auf seiner SSD keine Betriebssystem vorfindet.

Das MacBook Air tat das nicht, aber die Tastenkombination Wahltaste-Befehlstaste-R half, den Prozess, den Apple hier beschreibt , trotzdem auszulösen. Viel geholfen hat aber auch das nicht, der etwa eine Stunde dauernde Download wurde immer wieder abgebrochen. Ob das Problem auf Apples Seite lag oder dem dünnen Kupferkabel anzulasten ist, über das mein Haus mit dem Internet verbunden ist, ließ sich nicht klären.

Download von macOS auf einem MacBook ohne Betriebssystem

Download von macOS auf einem MacBook ohne Betriebssystem

Foto: Matthias Kremp

Also griff ich zur alternativen Installationsmethode, bei der man den Rechner von einem bootfähigen USB-Stick startet, von dem aus man macOS dann installiert. Man braucht dafür einen Stick mit mindestens 16 GB Speicherplatz, einen Mac und etwas Zeit. Auch hier erklärt eine Apple-Seite ausführlich das Vorgehen .

Der Prozess gliedert sich in drei Stufen: Herunterladen von macOS High Sierra aus dem App Store, Formatieren des USB-Sticks und Kopieren der Installationsdateien auf den Stick. Im letzten Schritt muss man dafür ein paar Befehle in das sogenannte Terminal eingeben, was für viele Anwender ungewohnt sein wird. Aber solange man sich strikt an Apples Anleitung hält und die fraglichen Befehle per Kopieren und Einsetzen von Apples Seite ins Terminal überträgt, kann eigentlich nichts schiefgehen.

Bei mir zumindest klappte danach alles Weitere problemlos: Neustart mit dem Stick als Startmedium, Starten der macOS-Installation, Warten. Insgesamt waren es bei mir am Ende rund fünf Stunden, vom Ansetzen des Schraubendrehers bis zum ersten Start des MacBook Air mit macOS High Sierra von der neuen SSD. Die meiste Zeit benötigten dabei freilich Downloads und Installation - ich konnte mich derweil also anderen Dingen widmen. Und angesichts einer Ersparnis von knapp 380 Euro gegenüber Apples Listenpreis könnte man sich daraus sogar einen guten Stundenlohn ausrechnen.