Künstliche Intelligenz Microsoft kauft Siri-Miterfinder Nuance für fast 20 Milliarden Dollar

Für 19,7 Milliarden Dollar übernimmt Microsoft die auf Sprachverarbeitung spezialisierte US-Firma Nuance Communications. Der neueste Deal des Konzerns passt zu einem großen Trend in der Techbranche.
Microsoft-CEO Satya Nadella: Was kostet die Welt?

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Elaine Thompson/ AP

Nuance Communications ist vor allem mit zwei Produkten bekannt geworden, von denen eines nie den Namen des Unternehmens trug: mit der Transkriptionssoftware Dragon und mit Siri. Vor fast genau zehn Jahren hieß es, Apple verhandle mit Nuance über eine Übernahme, doch letztlich wurde nur die Spracherkennung von Nuance ein Teil der virtuellen Apple-Assistenzsoftware. Dafür übernimmt nun Microsoft das US-Unternehmen mit Sitz in Burlington, Massachusetts.

19,7 Milliarden Dollar zahlt Microsoft nach eigenen Angaben, oder 56 Dollar pro Aktie, was knapp 23 Prozent über dem Kurs vom Freitag liegt.

Software von Nuance Communications kommt in der Gesundheitsbranche, im Finanz- und Telekommunikationsbereich und im Einzelhandel zum Einsatz.

Der Deal passt zu einem Übernahme-Trend: Microsoft hat nach Angaben der Analysten von GlobalData  in den vergangenen fünf Jahren bereits zwölf weitere Firmen gekauft, die an künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten. Nur Apple, Google und das irische Unternehmen Accenture haben in jener Zeit noch mehr KI-Firmen übernommen, im Fall von Apple sind es sogar 25. Google hat seit 2016 immerhin 14 solcher Firmen aufgekauft. Gleich hinter Microsoft liegt Facebook mit neun entsprechenden Akquisitionen.

Zweitgrößte Übernahme in der Geschichte von Microsoft

Laut GlobalData haben die vier US-Techkonzerne und Accenture zudem allein im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 14.000 Stellen im Bereich KI ausgeschrieben. Neben KI-Produkten geht es ihnen also offenbar auch um Talente.

Für Microsoft ist die Übernahme von Nuance, sofern die Wettbewerbshüter sie erlauben, die 13. in der Unternehmensgeschichte, für die Microsoft eine Milliardensumme bezahlt. Nur für LinkedIn hat Microsoft noch mehr bezahlt, das Karrierenetzwerk war Microsoft im Jahr 2016 sogar 27 Milliarden Dollar wert.

Zuletzt hatte Microsoft die Spielefirma Zenimax Media für angeblich 7,5 Milliarden Dollar übernommen, das Geschäft wurde im März von der EU-Kommission genehmigt . Gerüchten zufolge ist das Unternehmen von Satya Nadella derzeit auch am Kauf des Chat-Dienstes Discord interessiert, für rund zehn Milliarden Dollar.

pbe