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Microsoft Smartwatch: Eine Uhr aus transparentem Aluminium

Foto: Microsoft/Jeff Christensen

Smartwatch Microsoft baut angeblich eine Uhr aus "Star Trek"-Glas

Microsofts Smartwatch könnte in vielerlei Hinsicht anders sein als die Modelle der Konkurrenz. Vor allem ihr Gehäusematerial macht neugierig. Angeblich nutzt der Konzern transparentes Aluminium, einen Werkstoff, der vor allem "Star Trek"-Fans bekannt sein dürfte.

Die Gerüchte um eine intelligente Uhr von Microsoft verdichten sich. Nachdem Zulieferer bereits im April gesagt hatten, der Konzern habe bei ihnen Bauteile für eine Armbanduhr bestellt, sind jetzt neue Details publik geworden. So soll die Verantwortung für die Entwicklung vom Xbox-Team auf das Surface-Team übertragen worden sein.

Die IT-Branchenseite The Verge  berichtet, das Projekt sei zunächst unter dem Namen "Joule" vorangetrieben worden. Demnach wollte Microsoft ursprünglich einen Armband-Pulsmesser als Zubehör für seine Spielkonsole entwickeln. Ein solches Produkt könnte man gut im Zusammenhang mit Sportspielen vermarkten.

Möglicherweise getrieben durch die Gerüchte über die Entwicklung von Computer-Armbanduhren bei Firmen wie Samsung, Google und Apple hat es offenbar eine Neuausrichtung gegeben: Das Projekt wurde dem Surface-Team zugeordnet, das auch Microsofts Tablets mit Windows 8 und Windows RT konstruiert hat.

Mit Windows 8 und LTE

Mit einem simplen Pulsmesser hat die Uhr nach dieser Umstrukturierung nichts mehr zu tun. Der Bildschirm soll mit 1,5-Zoll-Diagonale dem der bereits verfügbaren Android-Uhr I'm Watch entsprechen. Anders als diese italienische Smartwatch soll auf der Microsoft-Uhr allerdings eine modifizierte Version von Windows 8 laufen. Passend dazu soll die Uhr in den typischen Windows-Farben  geliefert werden, wie sie beispielsweise Nokia bei einigen Handys und Zubehörteilen verwendet. Das alles ist nichts Besonderes.

Zwei Dinge unterscheiden Microsofts Armbanduhr laut The Verge allerdings substantiell von den bisher bekannten Computer-Uhren. Zum einen soll sie vollkommen autark von einem Smartphone oder Tablet agieren können. Prototypen seien deshalb mit LTE-Funktechnik für schnelle Mobilfunknetze bestückt.

Der sechs Gigabyte große Speicher soll in erster Linie das Betriebssystem aufnehmen, Nutzerdaten hingegen in Microsofts Cloud-Speicher abgelegt werden. Das erinnert an Microsofts Spot-Uhren (Smart Personal Object Technology), die bereits vor zehn Jahren über ein eigenes Mobilfunknetz mit Daten versorgt werden sollten, aber grandios floppten.

Transparentes Aluminium

Das Highlight der möglicherweise Surface Watch genannten Microsoft-Uhren dürfte jedoch ihr Gehäusematerial sein, über das der Branchendienst Among Tech  Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen bekommen haben will. Demnach werden die austauschbaren Armbänder aus Kunststoff sein, der eigentliche Uhrenkörper aber aus einem Material namens Aluminiumoxynitrid bestehen.

Dieser auch als transparentes Aluminium bezeichnete keramische Werkstoff ist härter als Glas und wird beispielsweise von der amerikanischen Surmet Corporation als Material zum Schutz von Sensoren im militärischen Bereich angeboten. Die US-Luftwaffe hat das Material für den Einsatz als Fenstermaterial in gepanzerten Fahrzeugen  getestet.

Wer kann das bezahlen?

Fans der US-Kultserie "Star Trek" kennen das ungewöhnliche Material bereits seit den achtziger Jahren. In dem Kinofilm "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" macht die Besatzung des Raumschiffs Enterprise eine Zeitreise in die Vergangenheit. Dort verrät Ingenieur Scotty einem Hersteller die Formel für transparentes Aluminium, damit dieser daraus einen riesigen Transportbehälter bauen kann, in dem die Besatzung zwei Wale in die Zukunft transportieren will.

Ein solches Projekt scheint noch heute sehr ambitioniert. Nicht so sehr wegen der haarsträubenden Geschichte, sondern aufgrund der enormen Kosten eines solchen Behälters: Bis zu 23.000 Euro kostet ein Quadratmeter auf Hochglanz poliertes Aluminiumoxynitrid. Ob und inwieweit sich das auf den Preis der Uhr niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.

mak