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Microsoft Surface 3 im Test: Mit Tastatur und Malstift

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Microsoft Surface 3 im Test Nur mit Tastatur ein gutes Tablet

Mit dem Surface 3 legt Microsoft ein Tablet vor, das ganz anders ist als Apples iPad: mit USB-Anschlüssen und vollwertigem Windows. Ob das Konzept aufgeht? Wir haben es ausprobiert.

Als Microsoft Ende März das Surface 3 vorstellte, musste ich schon ein wenig schmunzeln. In einer Pressemitteilung pries der Konzern sein neues Tablet als "das bislang dünnste und leichteste Surface" an. Ein Blicks aufs Datenblatt zeigte aber, dass es zwar im Vergleich zum acht Monate älteren Surface Pro 3  einen Hauch abgespeckt hatte. Gegenüber Samsungs Galaxy Tab S und dem iPad Air sollte es aber immer noch ein fetter Klopper sein.

Als schließlich ein Testgerät in der Redaktion ankam, bestätigte sich der Vorab-Eindruck: Es sind zwar nur wenige Millimeter Unterschied, aber durch sein kantiges Design wirkt das Surface 3 viel dicker als die Konkurrenz. Und schwerer ist es auch, doch das stört mich kaum.

Denn als Gegenleistung für Dicke und Gewicht macht das Gerät einen sehr robusten, sehr hochwertigen Eindruck. Die Oberfläche der verwendeten Magnesiumlegierung fühlt sich angenehm an, Übergänge zwischen den Materialien sind kaum zu spüren. Da ähnelt es, wie beim Design, sehr dem viel teureren Surface Pro 3.

Erst mit Tastatur komplett

Ansonsten haben die beiden Microsoft-Tablets kaum etwas miteinander gemein. Das Pro-Modell ist größer, schwerer, deutlich leistungsfähiger, hat einen höher auflösenden Bildschirm, kostet dafür aber auch deutlich mehr. 800 Euro werden für die günstigste Pro-Version fällig, das Surface 3 bekommt man dagegen ab 599 Euro.

Wer sich auf die Grundversion beschränkt, bekommt damit aber bestenfalls das zweitbeste Tablet. Richtig gut wird das Surface 3 erst, wenn man es mit dem Type Cover benutzt, einer Kombination aus Bildschirmschutz und Tastatur, für die Microsoft 149 Euro verlangt. Die Tasten geben beim Tippen zwar leicht nach, vermitteln aber doch ein recht gutes Schreibgefühl. Ein besseres als manche externe Tastatur für andere Tablets jedenfalls.

In Kombination mit dem integrierten dreistufigen Standfuß macht die Tastaturhülle aus dem Tablet ein gar nicht so kleines Notebook. Weil Microsoft dem Gerät zudem ein vollwertiges Windows 8.1 aufspielt (mit Upgrade-Option auf Windows 10), lassen sich damit auch herkömmliche Windows-Programme benutzen. Auch deshalb ist das Surface 3 eher ein kleiner Mobil-PC und weniger ein ausbaubarer Flachrechner.

Ein Spiele-PC ist es nicht

Gewisse Einschränkungen muss man dabei allerdings hinnehmen. So reicht die Leistung des 1,6 GHz schnellen Atom-Prozessors von Intel zwar für Büroaufgaben, Websurfen und viele Spiele, sehr rechenintensive Anwendungen können ihn aber auch klar überfordern. Videoschnitt beispielsweise, 3D-Rendering oder High-End-Spiele sind nicht so ganz sein Metier. Vor allem der Grafikchip kommt da schon mal ins Stolpern.

Laut wird das Surface 3 dabei aber nicht, denn einen Lüfter haben die Ingenieure nicht eingebaut. Stattdessen wird aufsteigende Hitze über das Gehäuseblech abgegeben. Im Test funktionierte das auch prima, ohne dass das Gerät sich dabei übermäßig aufgeheizt hätte.

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Surface Pro 3 im Test: Microsofts Notebook-Tablet

Foto: Matthias Kremp

Erfreulich ist auch, dass Microsoft einen Speicherkartensteckplatz eingebaut hat. So lässt sich der maximal 128 GB große interne Speicher bequem um weitere bis zu 128 GB erweitern. Über einen USB-3.0-Port lassen sich auch Peripheriegeräte aller Art anschließen.

Grundsätzlich löblich ist es auch, dass anstelle des Spezialanschlusses des Surface Pro 3 nun ein gewöhnlicher USB-Port zum Aufladen des Akkus eingebaut ist. Das ist praktisch, weil sich das Tablet darüber mit jedem Handyladegerät betanken lässt. Schneller geht es freilich mit dem mitgelieferten Netzteil, das höhere Ladeströme liefert. Die Akkulaufzeit selbst erreichte im Test nie die von Microsoft in Aussicht gestellten zehn Stunden. Viel mehr als sieben Stunden kamen bei gemischter Nutzung nie zusammen.

Fazit

Microsoft hat es richtig gemacht. Statt wie die meisten Konkurrenten einfach nur das nächste dünne Tablet zu bauen, auf dem nur Apps laufen und das irgendwie nach iPad aussieht, macht sich der Konzern mit dem Surface 3 unabhängig. Das Gerät ist eine Klasse für sich, robust, sehr gut verarbeitet und mehr als nur ein Sofa-Computer.

Damit es das sein kann, muss man sich allerdings auch Microsofts Zubehör kaufen. Mit einem Type Cover wird das Tablet zum Notebook, wer gerne handschriftliche Notizen anfertigt, kauft auch noch den Surface-Stift dazu. So ausgestattet kommt man aber selbst beim kleinen Modell auf einen Preis von 750 bis 800 Euro. Eine Summe, für die man durchaus auch ein schlankes Notebook bekäme.

Technische Daten

Hersteller Microsoft
Bezeichnung Surface 3
Betriebssystem Windows 8.1
Prozessor Intel Core Atom 1,6 GHz
Arbeitsspeicher 2/4 GB
Massenspeicher 64/128 GB
Displaygröße 10,8 Zoll
Displayauflösung 1920 x 1280
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0
NFC Nein
HDMI Nein
Mobilfunk LTE (Optional)
Speicherkartensteckplatz microSD
Webcam 3,5 MPx
Digitalkamera 8 MPx
Gewicht 622 Gramm
Abmessungen 267 x 187 x 9 mm
Besonderheiten Surface-Stift (optional), Type Cover (optional), Jahresabo von Office 365 Personal
Preis 599/719 Euro (ohne LTE)
Alle Daten sind Herstellerangaben
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