Fotostrecke

Surface Book im Test: Microsofts Notebook-Einstand

Foto: Matthias Kremp

Microsofts Surface Book im Test So schön kann das erste Notebook sein

Nicht weniger als den ultimativen Laptop verspricht Microsoft mit seinem ersten Notebook: dem Surface Book. Ob es bis auf zu viel Hitze etwas daran auszusetzen gibt? Der Test.

Als Microsoft im vergangenen Oktober vollkommen unerwartet sein erstes Notebook vorstellte, war ich gespannt. Immerhin nahm der Konzern große Worte in den Mund, bezeichnete das Surface Book genannte Gerät als ultimativ und zeigte faszinierende Nutzungsmöglichkeiten auf.

Dabei könnte man das Surface Book auf den ersten Blick für nichts anderes als ein weitere Convertible halten, also ein Gerät, bei dem man das Display abnehmen und als Tablet nutzen kann. Manche haben dafür ein spezielles Scharnier, mit dem der Bildschirm umgedreht und auf die Tastatur gelegt werden kann, bei anderen lässt sich die Tastatur ganz lösen.

Genau das geht beim Surface Book auch. Anders als bei den meisten Konkurrenzmodellen ist der Bildschirm aber nicht einfach abnehmbar. Stattdessen muss eine bestimmte Taste gedrückt oder ein Icon angeklickt werden. Eine verborgene Mechanik löst dann die Verriegelung.

Foto: Matthias Kremp

Das hat Vorteile. Zum Beispiel ist die Verbindung von Display und Tastatur so fest, dass ich sie auch mit starkem Rütteln nicht lösen konnte. Einen Nachteil gibt es aber auch: Ist der Akku leer, ist eine Trennung nicht möglich. In der Regel ist das egal. Nur wenn man es mal eilig hätte und eigentlich nur das Bildschirmmodul mitnehmen wollte, wäre man aufgeschmissen.

Akku für einen Tag

Aber als Unterwegs-Tablet ist das Surface Book sowieso kaum geeignet, dafür ist sein Akku zu schlapp. Im Test kam es kaum über dreieinhalb Stunden Akkulaufzeit hinaus. In Kombination mit dem Tastaturmodul sieht das ganz anders aus. Eine eintägige Dienstreise samt E-Mail-Bearbeitung, Textarbeit und ein wenig Bildbearbeitung hielt das Surface Book lässig durch. Akkulaufzeiten von acht Stunden sollten damit kein Problem sein, wenn man den Bildschirm etwas dimmt sicher auch noch mehr.

Bemerkenswert ist auch das Scharnier, das Tastatur und Bildschirm verbindet. Es ist extrem robust, lässt sich aber leicht bewegen. Bei aufgeklapptem Bildschirm rollt es sich wie eine Erweiterung des Tastaturmoduls aus, sorgt für eine Verlagerung der Hebelkräfte, sodass das Gerät mit offenem Display nicht umkippt.

Foto: Matthias Kremp

Die echte Innovation schlummert aber tiefer im Inneren. Prozessor Arbeitsspeicher und SSD-Festplatte stecken samt einem kleinen Grafikchip im Bildschirm, machen es in Kombination mit einem Akku so autark, wie es als Tablet sein muss. Im Tastaturmodul wiederum ist ein stärkerer Grafikchip eingebaut, der das Surface Book spieletauglich machen soll. Außer beim 1649 Euro teuren Einstiegsmodell gehört dieser Chip immer zur Ausstattung.

Allzu viel darf man sich davon aber nicht erwarten. "Battlefield 3" beispielsweise ist auf dem 2919 Euro teuren Top-Modell der Surface-Book-Reihe nur bei sehr stark reduzierten Grafikeinstellungen spielbar. Das weniger aufwendige "Sim City" lief dagegen problemlos. Bei beiden störten allerdings die durchgängig laufenden Lüfter.

Fotostrecke

Neues Betriebssystem: Die besten Neuerungen von Windows 10

Foto: Matthias Kremp

Beim Bildschirm hat Microsoft alles richtig gemacht. Die Bildqualität ist überragend. Farben wirken frisch und natürlich, Texte bis hin zu kleinen Schriftgrößen scharf gezeichnet. Auch aus extremen Winkeln sind keine Farbveränderungen sichtbar.

Bemerkenswert ist das Format das Bildschirms. Statt für 4:3, wie bei Apples iPads oder 16:9, wie bei vielen Notebooks, hat Microsoft sich für das Seitenverhältnis 3:2 entschieden. In Kombination mit der Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln ergibt das auf 13,5 Zoll Diagonale eine sehr große und sehr gut nutzbare Bildfläche. Vor allem bei der Arbeit mit Texten und Tabellen ist das sehr nützlich, wenn man etwa in zwei Fenstern parallel arbeiten will.

Fazit

Trotz intensiver Nutzung hatte ich auch keine Softwareprobleme. Nur einmal hängte sich das Gerät beim Wiedereinstecken des Bildschirms auf. Das erstaunte mich, weil Kollegen anderer Redaktionen von häufigen Bluescreens, Akkuproblemen und Abstürzen berichteten. Auffällig war bei meinem Exemplar nur, dass das Netzteil manchmal sehr heiß wurde.

Ansonsten ist Microsofts Einstieg in den Notebookmarkt gelungen. Das nur knapp 1,6 Kilogramm schwere Gerät ist gut gelungen. Das Gehäuse aus einer Magnesium-Legierung wirkt edel und ist robust zugleich (siehe Fotostrecke), der Bildschirm könnte besser nicht sein. Prozessorleistung hatte mein Testmodell mehr als genug, ist dafür auch entsprechend teuer. Der zusätzliche Grafikchip leistet im Notebookmodus gute Dienste, überschätzen sollte man seine Fähigkeiten nicht.

Technische Daten

Hersteller Microsoft
Bezeichnung Surface Book
Prozessor Intel Core i7
Taktfrequenz 2,6 bis 2,81 GHz
Arbeitsspeicher 16 GB
Massenspeicher 512 GB
DVD-Laufwerk Nein
Displaygröße 13,5 Zoll
Displayauflösung 3000 x 2000 Pixel
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0
Ethernet Nein
USB 2 x USB 3.0
MiniDisplayPort Ja
Speicherkarteleser Ja
Kopfhörer Ja
Mikrofon Ja
Frontkamera 5 Mpx
Rückkamera 8 Mpx
Gewicht 1585 Gramm
Dicke 13 bis 22,8 mm
Preis in dieser Ausstattung 2919 Euro
Alle Daten sind Herstellerangaben
Alle Angaben beziehen sich auf die getestete Ausführung
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.