Millionen Bankdaten gestohlen Sony meldet Hackerangriff auf weiteres Netzwerk

Das Ausmaß des Sicherheitslecks bei Sony wird immer größer: Auch das Online Entertainment-Netzwerk SOE des Elektronikriesen wurde von Hackern attackiert, ausgespäht wurden sensible Bankdaten von Millionen Nutzern. Betroffen sind vor allem Kunden in Europa, auch in Deutschland.
Sony-Messestand: 24,6 Millionen Nutzerkonten gestohlen

Sony-Messestand: 24,6 Millionen Nutzerkonten gestohlen

Foto: YURIKO NAKAO/ REUTERS

New York - Das Datenleck bei Sony   wird immer größer: Hacker sind nach Angaben des japanischen Elektronikriesen auch in das Netzwerk der Konzerntochter Sony Online Entertainment (SOE) eingedrungen. Wie das Unternehmen am Dienstag in Tokio mitteilte, wurden dabei möglicherweise persönliche Informationen von etwa 24,6 Millionen Nutzerkonten gestohlen. Dies sei bei einer Überprüfung festgestellt worden.

Der nun bekannt gewordene Vorfall ereignete sich laut Sony bereits am 16. und 17. April. Der Betrieb von SOE sei am Montagmorgen eingestellt worden. Sony hatte erst vergangene Woche bekanntgegeben, dass Hacker das Online-Netzwerk der Spielkonsole Playstation und des Musik- und Filmdienstes Qriocity geknackt und sensible Daten gestohlen hätten. Rund 77 Millionen Nutzer weltweit warnte der Konzern daraufhin per E-Mail vor möglichem Datenklau.

Neben diesem Hackerangriff vom 17. bis 19. April seien Internet-Piraten am 16. und 17. April auch bei SOE eingedrungen, erklärte das Unternehmen. Der Konzern versicherte, es handele sich nicht um eine weitere Hackerattacke - das Ausmaß des Sicherheitslecks sei aber offenbar größer als zunächst angenommen. Das "Wall Street Journal" zitierte Sprecherin Michele Sturdivant mit den Worten: "Das ist kein zweiter Angriff."

Es gebe allerdings Anlass zur Besorgnis, dass sich ein Hacker Zugang unter anderem zu Namen, Geburtsdaten und Adressen von Nutzern verschafft haben könnte, sagte Sturdivant weiter. Konkret handelt es sich um den Einbruch in eine veraltete Datenbank aus dem Jahr 2007. Dabei seien möglicherweise auch mehr als 10.000 Kunden in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Spanien betroffen, schrieb Sony in einer Mitteilung.

  • Es seien insgesamt 12.700 Nummern von Kredit- oder Debitkarten aus dem älteren Datenbestand ausgespäht worden.
  • Außerdem seien rund 10.700 Zahlungsprotokolle von Kunden aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Spanien gestohlen worden.
  • Von 24,6 Millionen Nutzern seien Passwörter, Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Angaben über das Geschlecht und Telefonnummern gestohlen worden.
  • Auch Kontonummern und Daten der Kontoinhaber seien in die Hände von Hackern gefallen.

Dem Unternehmen lägen keine Beweise vor, dass die Daten illegalerweise verwendet worden seien, hieß es weiter. Die jüngste Sicherheitslücke bei Sony hatte nicht nur Playstation-Spieler weltweit aufgeschreckt, sondern auch Datenschützer auf den Plan gerufen. Sony erklärte, die Sicherheitsmaßnahmen des Systems seien verbessert worden. Es seien höhere Standards für den Datenschutz und die Verschlüsselung eingeführt worden.

Sony hatte als Reaktion auf das Datenleck das Playstation-Netzwerk sowie Qriocity komplett abgeschaltet und eine Überprüfung der Sicherheit seiner anderen Online-Spieleplattformen angekündigt. Dabei wurden nun offenbar neue Probleme festgestellt.

amz/dapd/AP/Reuters/dpa/AFP
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