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26. Februar 2018, 13:00 Uhr

Mobile World Congress 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

Aus Barcelona berichtet

…heute beginnt in Barcelona der Mobile World Congress (MWC). Für die Mobilfunkbranche ist er das wichtigste Event des Jahres. Vergangenes Jahr präsentierte LG hier sein G6, Sony das Xperia XZ Premium und Huawei das P10.

Dieses Jahr ist von solchen Smartphone-Highlights kaum etwas zu sehen. Von den großen Handyherstellern hat sich gerade mal Sony getraut, mit dem Xperia XZ2 ein neues Top-Modell vorzustellen.

Ansonsten sind es nur Konzerne aus der zweiten und dritten Reihe, die hier auf der Messe ihre künftigen Zugpferde zeigen. Der Grund für die Zurückhaltung: Nach einer Pause 2017 nutzt Samsung den MWC wieder, um ein neues Smartphone-Flaggschiff zu präsentieren, diesmal heißt es Galaxy S9.

Meine ersten Eindrücke zu den neuen Galaxy-Geräten finden Sie hier.

Warten auf Huaweis Kracher: Erst mal nur Tablets

Die durch das Samsung-Event zu erwartende Omnipräsenz des Marktführers in den Medien hat einige Firmen offenbar dazu verleitet, ihre neuen Modelle lieber erst später aus der Schublade zu ziehen.

Huawei beispielsweise machte zunächst den Eindruck, in diesem Jahr groß auftrumpfen zu wollen und mietete die Halle an, in der traditionell Samsung seine Megaevents veranstaltet. Doch statt des nächsten Hammer-Smartphones stellte Huawei nur drei Tablets vor. Die sind mit hochauflösenden Bildschirmen und LTE-Option bei Preisen zwischen 300 und 450 Euro zwar durchaus attraktiv, aber letztlich doch nur Mittelklasse-Füllmaterial für den Tablet-Markt. Für viele Journalisten war diese Highlight-Flaute aber keine echte Überraschung mehr. Huawei hatte schon Anfang Februar Einladungen zu einem "exklusiven Launch-Event" verschickt, das Ende März in Paris stattfindet.

Ein Land Rover zum Telefonieren und ein Android-Handy auf Rädern

Neben Smartphones und Tablets der üblichen Verdächtigen gibt es in Barcelona auch viel Kurioses zu sehen, wie das erste Smartphone des britischen Autobauers Land Rover, das Explore. Das Gerät soll sich optisch am legendären Land Rover Discovery, dem Vorbild der heutigen SUVs, orientieren und Stürze aus bis zu 1,8 Meter Höhe überstehen. Zudem ist es wasser- und staubdicht. Der Akku liefere Energie für zwei Tage normaler Nutzung, heißt es vom Unternehmen.

Zu den Besonderheiten des Android-Smartphones gehören außerdem hochauflösende topografische Karten und eine "Outdoor-Bedienoberfläche", über die man beispielsweise schnell auf Wetterdaten, den Kompass oder den Schalter der SOS-Leuchte zugreifen kann. Ende September soll das Explore für 649 Euro erhältlich sein.

Wer sich eher für Elektroroller als für Smartphones mit Autoanleihen interessiert, den könnte dagegen der Citee Connect von Archos interessieren. Laut Hersteller ist er der erste Elektroroller mit Android-Betriebssystem. Die Software zeigt auf einem 5-Zoll-Display beispielsweise Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz und Batteriestatus an.

Weil der Roller per Android auch ans Mobilfunknetz angeschlossen ist, kann man per Handy das integrierte Schloss öffnen, etwa, um den Roller einem Freund zu leihen. Im Grunde bekommt man also ein Smartphone, um das ein Roller herumgebaut wurde. Die Reichweite wird mit bis zu 22 Kilometern angegeben, der Preis mit 549 Euro.

Ein WLAN-Router für mehr Sicherheit

Die Firma Avira kennen viele PC-Nutzer wegen ihrer gleichnamigen kostenlosen Antivirensoftware. Auf dem Mobile World Congress stellt das Unternehmen jetzt seine erste Hardware vor: einen WLAN-Router. Er soll mit künstlicher Intelligenz vor allem dafür sorgen, dass Smarthome-Geräte besser abgesichert werden.

Dafür legt der Router für jedes Gerät, egal ob smarte Lampe oder Smart-TV, ein Profil an, dass dessen typisches Verhalten beschreibt. Weicht ein Gerät von seiner normalen Arbeitsweise ab, etwa weil es von einem Botnet gekapert wurde, schlägt er Alarm. Einen Preis hat Avira noch nicht bekannt gegeben. Nur, dass der Router "im Laufe des Jahres 2018" auf den Markt kommen soll.

Noch mehr News vom Mobile World Congress finden Sie hier in unserem Liveblog.


Seltsame Digitalwelt: Mama mobil
eine Anekdote von Judith Horchert

Vor Kurzem hat uns meine Mutter besucht. Als sie nach ihrer mehrstündigen Zugfahrt wieder zu Hause war, rief sie an: Sie habe ihr Handy bei uns liegen lassen. Zum Laden habe sie es ins Regal in der Küche gelegt - und dort vergessen. Oha, dachte ich. D och sie sagte nur, w ir kämen ja bald zu Besuch, dann könnten wir es ja mitbringen. Nur wenn wir unbedingt wollten, könnten wir es auch schon vorher schicken.

"Ich weiß, für andere Leute wäre das wahrscheinlich eine Katastrophe", sagte sie, "aber ich bin ja zu Hause und habe ein Festnetztelefon, und E-Mails schreiben kann ich auch." Nur auf der Reise habe sie den Verlust bemerkt, unterwegs gucke man ja schon "ab und an" mal drauf. Doch nun sei sie heil angekommen und könne ruhig ein paar Tage auf ihr Smartphone warten. Beneidenswert entspannt.


App der Woche: "Alto's Odysse"
getestet von Tobias Kirchner

  1. "Alto's Odysse" ist der Nachfolger zum wunderschönen Snowboard-Spiel "Alto's Adventure". Der Spieler übernimmt die Kontrolle eines Sandboarders, den er durch Wüsten und Tempelanlagen lenkt. Die Steuerung ist simpel: Ein Fingerdruck auf das Display lässt den Sandboarder springen, bleibt der Finger länger auf dem Smartphone, setzt die Spielfigur zu verschiedenen Tricks an. Diese bringen Punkte und erhöhen die Geschwindigkeit. "Alto's Odysse" begeistert vor allem mit seiner Grafik. Der Tag- und Nachtwechsel samt Wettereffekten schafft eine besondere Atmosphäre.

Für 5,49 Euro von Snowman, ohne In-App-Käufe: iOS

  1. Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Eine schöne Woche und bleiben Sie uns gewogen,

Matthias Kremp

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