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Mobile World Congress: Erste Firefox-Handys

Mobile World Congress Die ersten Firefox-Handys sind da

Sie kosten rund hundert Euro und sollen Apple und Google in Schach halten: Im Vorfeld des Mobile World Congress wurden die ersten Firefox-Handys vorgestellt - in Kooperation mit der Telekom. Andere interessante Neuigkeiten aus Barcelona: günstige LTE-Smartphones und fühlbare Spiele.

Die Deutsche Telekom prescht vor. Kurz vor Beginn der wichtigsten Mobilfunkmesse dieses Jahres, dem Mobile World Congress in Barcelona, kündigte der Konzern das erste Firefox-Handy für Europa an. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Mozilla Foundation und anderen Partnern erklärte das Unternehmen, im Sommer das Alcatel One Touch Fire auf den Markt bringen zu wollen, ein besonders günstiges Smartphone, auf dem als Betriebssystem Firefox OS installiert ist.

Die Telekom arbeitet schon lange mit Mozilla zusammen und hat sich aktiv an der Entwicklung des Firefox OS beteiligt. Die Motivation dafür ist klar: Googles Android und Apples iOS dominieren den Markt für Smartphones so deutlich, dass Handy-Herstellern, App-Entwicklern und Telekom-Konzernen kaum eine Wahl bleibt: Entweder sie beugen sich dem Diktat der beiden Marktführer, oder sie bleiben außen vor. Indem sie Firefox OS unterstützen, wollen die großen Telekom-Konzerne einen Gegenpol zu diesem Duopol schaffen.

Wie gut der bei den Kunden ankommt, will die Telekom nun zunächst in Polen ausprobieren. Bisher ist die Einführung des Firefox-Handys nur dort geplant. Dabei setzt der Konzern darauf, vor allem über den Preis Kunden zu locken. Angetrieben von einem 1-GHz-Prozessor soll es für weniger als 100 Euro in den Handel kommen. Dass sich auch deutsche Handy-Nutzer über ein solches Angebot freuen würden, ist allerdings zu vermuten, wenn man den Erfolg von Billig-Smartphones bedenkt, die von Anbietern wie ZTE und Huawei auf den Markt geworfen werden. Auch ZTE präsentierte in Barcelona ein erstes Firefox-Handy. Angetrieben werden die ersten Smartphones mit dem neuen Betriebssystem sämtlich von Qualcomm-Prozessoren.

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Mozilla-Betriebssystem: So sieht das Firefox OS aus

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Einige Hersteller haben ihre Neuheiten schon vor der Messe verkündet. Immer mehr folgen den Beispielen von Firmen wie Apple und Microsoft, die sich vom Termindiktat der Messen losgesagt haben und Produkte zu selbst gesetzten Zeitpunkten präsentieren. So können sie Kosten sparen und sich sicher sein, dass ihre Nachricht nicht in einer Vielzahl von Neuheiten untergeht, wie man sie ab dem 25. Februar in Barcelona erwarten kann.

Besonders viel Aufmerksamkeit konnte sich HTC sichern. Deren neues Top-Handy One wurde am 19. Februar in London und New York vorgestellt. Es glänzt mit hoher Leistung, einem Full-HD-Bildschirm und einem edlen Aluminiumgehäuse. Weniger Aufwand betrieb LG. Das koreanische Unternehmen beschränkte sich darauf, seine Neuheiten per E-Mail zu verbreiten. Demnach bekommt das im Winter eingeführte Optimus G ein paar kleinere Updates.

Ganz neu von LG sind dagegen die Android-Smartphones Optimus F5 und Optimus F7. Das Optimus F5 hat ein 4,3-Zoll-Display und wird von einem 1.2-GHz-Dualcore-Prozessor angetrieben. Das Optimus F7 ist um einen 4,7-Zoll-Bildschirm sowie einen 1.5-GHz schnellen Dualcore-Prozessor aufgebaut. Gemeinsam ist beiden, dass sie mit LTE-Datenfunk ausgestattet sind. Weitere Details, auch die Preise, will das Unternehmen erst auf der Messe bekanntgeben.

Samsung: Phone + Tablet = "Phablet"

Samsung machte sein Messe-Highlight ebenfalls schon am Wochenende publik, das Galaxy Note 8.0. Das Mischgerät aus Smartphone und Tablet (Phablet), ergänzt Samsungs stiftbasierte Mobilgeräte um einen weiteren Formfaktor, nämlich acht Zoll Bilddiagonale. Die Auflösung des Bildschirms entspricht mit 1280 x 800 Bildpunkten der des Galaxy Note 10.1. Aufgrund der höheren Pixeldichte dürfte das Bild allerdings noch etwas besser sein.

Als sehr üppig dimensioniert wirkt der 1.6 GHz schnelle Samsung-Quadcore-Prozessor mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Wahlweise 16 oder 32 GB sind als Massenspeicher eingebaut, können per Speicherkarte um bis zu 64 GB erweitert werden. Zur Vernetzung stehen W-Lan nach 802.11 a/b/g/n und unterwegs HSPA+ bereit. Zudem ist eine Telefonfunktion integriert. Die sollte man bei einem so großen Gerät freilich per Headset nutzen. Über Preise schweigt auch Samsung noch.

Muskelfolie fürs Handy

Der Reigen der Pressekonferenzen wird am Montagmorgen mit Nokia beginnen. Erwartet wird unter anderem ein Nachfolger für das erfolgreiche Windows-Handy Lumia 920. Auch von einem Nokia-Tablet war gerüchteweise die Rede. Fast zeitgleich findet eine Sony-Veranstaltung statt. Mit dem Xperia Z10 hat der japanische Konzern allerdings gerade sein neues Highend-Modell eingeführt. Neuheiten können allerdings von ZTE, Huawei und Asus erwartet werden.

Neben der Vorstellung von Endgeräten dient die Messe auch dazu, neue Technologien und Forschungsprojekte zu zeigen. So wird beispielsweise Bayer MaterialScience eine ViviTouch genannte Technik zeigen, die Spiele auf dem Handy fühlbar machen soll. Sie soll ein haptisches Feedback ermöglichen, das von aktuellen Handys meist durch Vibrationsmotoren erzeugt wird. Die neue Technik basiert allerdings auf hauchdünnen Kunststofffolien, die sich wie künstliche Muskeln blitzschnell ausdehnen und zusammenziehen können.

Was es wirklich mit dieser Neuentwicklung auf sich hat, welche Überraschungen die Handy-Hersteller noch aus ihren Hüten ziehen werden und welche neuen Gadgets es in Barcelona zu sehen gibt, lesen Sie in den nächsten Tagen bei SPIEGEL ONLINE.

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