Mobile World Congress HTC präsentiert das One - und das gleich dreimal

HTC versucht, ein bisschen wie Apple zu sein, Sony findet zu sich selbst, und Huawei will sich an die Spitze schieben, egal wie: Schon vor Beginn des Mobile World World Congress tobte auf der Handymesse in Barcelona der Wettkampf um das beste, schnellste und tollste Mobiltelefon.

HTC

Von , Barcelona


HTC-Chef Peter Chou weiß, wie man es macht. Er ist bestimmt keine Steve-Jobs-Kopie, trotzdem adaptiert er das System Apple perfekt, nicht ohne ihm seine ganz eigene Note zu geben. Gut eine halbe Stunde lang schwärmt Chou den Journalisten im Cúpula las Arenas, mitten in Barcelona, vom neuen HTC One vor, dem neuen Handy-Highlight des asiatischen Herstellers. Er erzählt viel und verrät nichts.

"Dein Handy ist das persönlichste und intimste Gerät, das du hast", sagt Chou gleich zu Beginn und führt aus, dass man persönlich wichtige Momente stets mit bestimmten Bildern oder einer bestimmten Musik verbindet. Diese Augenblicke zu konservieren und stets abrufbereit zu halten, soll jetzt die Aufgabe des Handys werden. Und wenn es nach Chou geht, natürlich nicht irgendeines Handys, sondern des HTC One - von dem er weiter nichts verrät.

Die vierte Version der Sense-Oberfläche, die HTC dem Android-Betriebssystem seiner Handys überstülpt, sei darin enthalten und würde vieles besser, einfacher, schöner machen als die Vorgänger. Und das gelte vor allem für die Kamerafunktionen. Die neuen Imagesense genannten Funktionen sollen die Kamera im One binnen 0,7 Sekunden knipsbereit machen, den Autofokus in 0,2 Sekunden scharfstellen. Zahlen, die alles andere als erfass- oder spürbar sind. Schnell soll es halt sein, das neue One.

Mehr Kamera, mehr Sound

Und man könnte meinen, es sei nur um seine Kamera herum gebaut worden. Die sei sowieso die am zweithäufigsten genutzte Funktion in Smartphones und deshalb eben besonders wichtig. Im One soll eine f/2.0-Linse für 44 Prozent mehr Lichteinfall sorgen. Außerdem sei ein speziell entwickelter HTC Image Chip für die Fotos zuständig. Und der habe besonders große Pixel, so dass die sehr viel Licht aufnehmen können. Zum Beweis vergleicht Chou einige Fotos, die mit dem One gemacht wurden, mit Fotos derselben Szenen, die mit einem iPhone 4S geknipst worden sind. Man kann sich vorstellen, dass in seiner Präsentation stets die HTC-Bilder die besseren sind. Ob das stimmt, werden erst unabhängige Tests zeigen können.

Fast nebenbei erwähnt der HTC-CEO, dass man mit dem One jetzt auch Fotos machen kann, während man filmt. Eine Funktion, die man von Camcordern schon seit Jahren kennt. Außerdem geht er kurz auf die Beats-Audiotechnik im neuen One ein. Egal was das HTC One an Musik ausgibt - YouTube, MP3, Player, Streaming-Dienst - mit der Beats-Technik soll es besser klingen.

Was hingegen bis zum Ende dieser Pressekonferenz nicht verraten wird, ist die Zahl der Megapixel der Kamera im One. Aber die anzugeben, wäre auch schwierig. Denn das One ist nicht ein Handy, es sind drei: das One X, das One S und das One V. Und diese drei Modelle teilen unterm Strich nur den Namen und das Software-Konzept und weisen technisch große Unterschiede auf, wie die folgende Übersicht zeigt:

HTC One X HTC One S HTC One V
Unibody Polycarbonat-Gehäuse Aluminiumgehäuse mit einer schwarzen Keramik-Metall-Oberfläche, die durch elektrolytische Oxidation des Aluminiums hergestellt wird Design des HTC Legend
nVidia-Tegra-3-Quadcore-Prozessor Qualcomm-Snapdragon Dualcore-Prozessor mit 1,5 GHz 1 GHZ Prozessor
Zwölfkern-Grafikchip
4,7 Zoll Display 4,3 Zoll Bildschirm 3,7 Zoll Display
1280 x 720 Bildpunkte (720p)
8-Megapixel-Kamera 8-Megapixel-Kamera 5-Megapixel-Kamera
LTE-Datenfunk
4 GB interner Speicher
599 Euro 499 Euro 299 Euro
Alle drei Modelle sollen im April weltweit auf den Markt kommen und werden mit 25 GB Speicher bei dem Cloud-Dienst Dropbox ausgeliefert.

Sony erweitert die Xperia-Familie

Ganz so konkrete Angaben wollte Sony sich nicht abringen lassen. Der japanische Konzern tritt zum ersten Mal nicht mehr als Sony Ericsson, sondern als Sony Mobile Communication in Barcelona auf. Die Übernahme des ehemaligen Gemeinschaftsunternehmens durch Sony ist erst vor zehn Tagen abgeschlossen worden. Gerade noch rechtzeitig für den Mobile World Congress. Jetzt will Sony sein Multimedia-Portfolio einsetzen, um seine Smartphones mit Sony-Inhalten zu bestücken und auf diese Weise aus der Masse der Android-Handys hervorstechen zu lassen. Kein anderes Unternehmen kann ein ähnliches Angebot an Musik, Filmen und Spielen vorweisen.

Ganz ähnlich wie HTC es beim One tut, stellt Sony seinem Xperia Ion, das auf der CES vorgestellt wurde, zwei kleinere, billigere Varianten zur Seite. Aber zunächst kündigte der Konzern an, das LTE-Smartphone Xperia Ion im Sommer auch außerhalb der USA in den Handel zu bringen. Wann genau, wo und zu welchen Preisen, verriet das Unternehmen nicht.

Sony hat mehr weiße Pixel

Dem bereits angekündigten Xperia S stellt der Konzern die neuen Modelle Xperia U und Xperia P zur Seite. Im Grunde sind beides unterschiedlich stark verkleinerte Versionen des Xperia S. Alle drei sind Playstation certified, können also alte Playstation-Spiele abspielen. Das Xperia P hat außerdem ein einteiliges Aluminiumgehäuse und ein sogenanntes "White Magic"-Display, den laut Sony hellsten und besten Smartphone-Bildschirm. Der Trick dabei: Der Bildschirm hat zusätzliche weiße Pixel, die ihm mehr Leuchtkraft verleihen sollen. Die Kamera im Xperia P hat 8 Megapixel. Als Option bietet Sony dazu eine Dockingstation an, mit der das Handy zum Zuspieler für den Fernseher wird.

Das kleinere Xperia U wird von Sony als Multimedia-Kraftwerk angepriesen, hat eine fünf Megapixel-Kamera Kamera, einen 1 GHz Dualcore-Prozessor und als besonderes Designmerkmal eine transparente Zierleiste, deren Farbe sich dem Bildschirmhintergrund anpasst. Eine Funktion, die ein wenig an die Ambilight-TVs von Philips erinnert, die mit LED-Leuchtleisten die Wand hinterm Fernseher passend zum TV-Bild illuminieren.

Beide neuen Xperia-Handys sollen im zweiten Quartal zu Preisen von 449 und 259 Euro in den Handel kommen. Und beide werden noch mit Android 2.3 ausgeliefert. Ein Update auf Version 4.0 ist für einen späteren Zeitpunkt angekündigt.



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
nixda 27.02.2012
1. und was soll das sein?
Das HTC HD sah schon vor Apple so aus. Also wenn jemand von jemandem kopiert hat, dann Apple. Die Oberfläche vom HTC mit Win Mobile 6.1 war nun wirklich genial. Fast alles war schon dabei. Apps gar nicht erst nötig. Lediglich eine Software um meinen Trainigsrouten per GPS zu loggen, die Kalorien ausrechnen und das ganze automatisch ins Internet hochladen habe ich gratis heruntergeladen. Der praktische Stift war auch schon dabei und diese unpraktischen kapazitiven Touchscreens gabs auch nicht.
Loosa 27.02.2012
2. Kopie
Zitat von nixdaDas HTC HD sah schon vor Apple so aus. Also wenn jemand von jemandem kopiert hat, dann Apple. Die Oberfläche vom HTC mit Win Mobile 6.1 war nun wirklich genial. Fast alles war schon dabei. Apps gar nicht erst nötig. Lediglich eine Software um meinen Trainigsrouten per GPS zu loggen, die Kalorien ausrechnen und das ganze automatisch ins Internet hochladen habe ich gratis heruntergeladen. Der praktische Stift war auch schon dabei und diese unpraktischen kapazitiven Touchscreens gabs auch nicht.
Nicht das Handy ist gemeint, sondern dass der HTC-Chef bei der Präsentation ein wenig auf S.Jobs und das "Prinzip Apple" machte. Steht doch schon im 2. und 3. Satz des Artikels...
Megg 27.02.2012
3. HTC Desire S
Zitat von sysopHTC HTC versucht ein bisschen wie Apple zu sein, Sony findet zu sich selbst, und Huawei will sich an die Spitze schieben, egal wie: Schon vor Beginn des Mobile World World Congress tobte auf der Handymesse in Barcelona der Wettkampf um das beste, schnellste und tollste Mobiltelefon. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,817757,00.html
Ich habe das Desire S. Es fühlt sich sehr gut an und die Internetfunktionen sind sehr gut und schnell. ABER ! - Die Kamera ist grot-ten-schlecht!! Man kann von demselben Motiv innerhalb von Sekunden zwei verschiedene Aufnahmen machen - das eine ist gut, das andere kaum zu erkennen. Die Videofuntion - eine Katastrophe! Nur bei gutem Tageslicht einigermaßen zu gebrauchen. Beides ist ein Ärgernis. Nie wieder HTC. Ich warte jetzt auf das neue Samsung.
dodgerone 27.02.2012
4. Htc hd
Also Sense mit nem richtigen OS zu vergleichen is schon gewagt. Ich erinner mich mit Grausen an die alten Windows Mobile-Zeiten... das schlimmste ist das erst Apple kommen musste damit es mal was bedienbares gibt. Und noch heute lassen sich die (einst) grossen Hersteller vor Apple hertreiben... schlimm eigentlich!
Trantor666 27.02.2012
5.
---Zitat--- Das HTC HD sah schon vor Apple so aus. Also wenn jemand von jemandem kopiert hat, dann Apple. ---Zitatende--- Also erstens hieß es damals HTC Touch HD. Und zweitens erschien es im November 20080, während das erste iPhone im November 2007 erschien (und bereits im Januar 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde). Ist also Quatsch, was Deine genannten Zeiten angeht. ---Zitat--- Die Oberfläche vom HTC mit Win Mobile 6.1 war nun wirklich genial. ---Zitatende--- Ach wirklich? So genial, dass man, sobald man auf die zweite Menüebene kam, kein einziges Icon mehr mit den Fingern exakt auswählen konnte, weil da einfach die mini-kleinen Windows-Menüs auf ein mini-Display gepackt wurden. Was übrigens auch der Grund war, weswegen es den Eingabestift dazu gab. Aber willst Du wirklich behaupten, dass die Eingabe mit einen extra Eingabestift heutzutage vorteilhafter ist?! ---Zitat--- Fast alles war schon dabei. Apps gar nicht erst nötig. Lediglich eine Software um meinen Trainigsrouten per GPS zu loggen, die Kalorien ausrechnen und das ganze automatisch ins Internet hochladen habe ich gratis heruntergeladen. ---Zitatende--- Oh ja, "fast alles".. so wie "fast alles" auch bei einem neu installierten Windows 7 Betriebssystem dabei ist? Was für ein Quatsch, ein paar rudimentäre Kontakt- und Terminverwaltungen, Mediaplayer und Minispiele waren dabei, dann konnte man noch Office-Dokumente ansatzweise nutzen, aber das war es! Zentraler App-Store? Fehlanzeige, also schön immer alles im weit verstreuten Internet absuchen. Und falls Du es nicht bemerkt hast, auch heutzutage gibt es Programme wie Dein GPS Lauftool kostenlos für iPhone und Android.
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