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23. März 2010, 13:47 Uhr

Mobiles Gaming

Nintendo kündigt 3-D-Spielkonsole an

Nintendos Nachfolger für die mobile Spielkonsole DS soll einen 3-D-Bildschirm bekommen. Das neue Modell soll offenbar nicht nur neue Kunden locken, sondern mit seinen Fähigkeiten auch Bestandskunden zum Kauf verleiten. Bis es soweit ist, müssen die allerdings noch viel Geduld aufbringen.

Die Meldung ist kurz, ausgesprochen kurz sogar. In nicht mehr als zwei Absätzen, sechs Zeilen Text, hat der japanische Nintendo-Konzern einen Nachfolger für die Handheld-Konsole DS angekündigt. Nintendo 3DS soll das neue Modell heißen. Der Name ist dabei Programm, denn der Bildschirm der tragbaren Konsole soll Spielinhalte in 3D anzeigen können. Wenn es den Japanern gelingt, dieses Ziel tatsächlich umzusetzen, wären sie, zumindest nach aktuellem Kenntnisstand, die ersten, die eine 3-D-Mobilkonsole anbieten könnten.

Während in Kinos spätestens seit Filmen wie "Up" und "Avatar" ohnehin längst das 3-D-Fieber ausgebrochen ist, können sich seit kurzem auch PC-Gamer Computerspiele in 3D um die Augen flitzen lassen. Ebenso stehen bereits die ersten 3-D-Fernseher bereit, um in heimischen Wohnzimmern installiert zu werden. Dass Nintendo nun eine mobile 3-D-Spielkonsole ankündigt, ist also nur logisch.

Mit weiteren Angaben zu dem Gerät hält sich der Konzern bislang allerdings zurück. Nur zwei Details wurden bereits verraten. Zum einen, dass man den 3-D-Bildschirm ohne Spezialbrille wird benutzen können. 3-D-Gamer werden also unterwegs nicht mit einem klobigen Nasenfahrrad im Gesicht herumrennen müssen. Unklar ist momentan allerdings noch, welche Technik Nintendo für diesen Bildschirm verwenden wird. 3-D-Displays, die ohne Brille räumliche Bilder erzeugen, gibt es schon seit Jahren, überzeugend waren deren Darstellungen aber kaum.

Ein bisschen Geheimhaltung bleibt

Ein Detail, das zum einen Bestandskunden freuen wird, die schon viel Geld in DS-Spiele gesteckt haben, zum anderen Neukunden locken soll, die vom Start weg auf ein großes Repertoire 3-D-fähiger Spiele vertrauen sollen ist, dass auch ältere Spiele auf den neuen Gerät in 3D laufen werden. Das größte Problem beispielsweise der 3-D-Fernseher, ein Mangel an 3-D-Inhalten, dürfte damit aus dem Weg geräumt sein.

Genaueres zu dem Gerät und der verwendeten Hardware will Nintendo allerdings erst im Juni, auf der Computerspielemesse Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles, bekanntgeben. Dann dürften auch Fragen beantwortet werden wie die, ob die Nintendo 3DS auch über Beschleunigungs- und Lagesensoren verfügen wird, wie sie in vielen aktuellen Handys eingebaut sind und von Spielen genutzt werden.

Mindestens so erfolgreich wie der iPod nano

Trotz ihres Alters, die Nintendo DS wurde bereits vor fünf Jahren eingeführt, hat das Gerät den Markt für mobile Spielkonsolen lange gegen Konkurrenten wie Sonys Playstation Portable (PSP) dominiert. Insgesamt wurden laut Nintendo bereits 125 Millionen Exemplare der DS verkauft. Damit steht sie in etwa gleichauf mit Apples iPod nano, von dem bis August letzten Jahres ebenfalls mehr als hundert Millionen Stück über den Tresen gegangen waren.

Ein technisches Update würde der DS aber trotz des anhaltenden Erfolgs gut zu Gesicht stehen. Schließlich ist davon auszugehen, dass auch Nintendos Mitbewerber längst an verbesserten Mobilkonsolen arbeiten, die moderne Sensortechnik und 3D ins Spiel bringen. Die DS-Entwickler sind also gut beraten, sich nicht mehr all zu viel Zeit damit zu lassen, ihr neues System fertig zu stellen.

mak

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