Netzwelt-Ticker Konkurrenz für Lithium-Ionen-Akkus

Schluss mit ewigen Wartezeiten beim Aufladen von Akkus für Handy oder Laptop, Schluss mit günstigen iPhone-Tarifen bei T-Mobile, Schluss mit nur einer einzigen Variante von Facebook. Das und mehr im Überblick.


Wen hat das nicht schon genervt: Die Batterien am Laptop halten zwar höchstens halb so lang wie in der Werbung versprochen, dafür lassen sie sich beim Aufladen umso mehr Zeit. Und das schränkt die Mobilität beim Klapprechnergebrauch unangenehm ein.

Neuer Sony-Akku: In einer halben Stunde aufgeladen?

Neuer Sony-Akku: In einer halben Stunde aufgeladen?

Dieser unerfreuliche Zustand könnte dank neuer, schnellladender Akkus sein Ende finden. Unterhaltungselektroniker Sony stellte gestern neue Batterien vor, die nicht wie bisher auf Lithium-Ionen-Basis arbeiten, sondern auf Lithium-Eisenphosphat setzen. Die Speicherzellen sollen bis zu 2000 Ladezyklen durchhalten und dabei selbst am Ende noch eine Kapazität von 80 Prozent erreichen, gemessen am ursprünglichen Ladewert. Noch erstaunlicher ist die Zeitangabe fürs Aufladen: In nur 30 Minuten sind die Batterien wieder voll, verspricht der Hersteller.

Bis die neuen Akkus ihren Weg in Laptops finden, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Denn sie sind im Unterschied zu ihren quaderförmigen Vorgängern wieder zylindrisch konstruiert, was mehr Platzverbrauch mit sich bringt. Sony selbst will die neuen Zellen zunächst in Elektrowerkzeugen einbauen, später soll dann die Installation in mobilen Geräten wie eben auch Notebooks dazukommen.

Ein großes Problem haben sich die Japaner aber wohl endlich vom Hals geschafft: Die Lithium-Eisenphosphat-Akkus können anders als ihre Vorgängermodelle nicht mehr so einfach thermisch überreagieren. Rückruf- und Austausch-Aktionen wegen explodierender Akkus (erinnert sei an die fast zwei Millionen Apple-Akkus vor drei Jahren) dürften damit endgültig Geschichte sein.

T-Mobile macht das iPhone teurer

IPhone-Fans aufgepasst: Ab dem 15. August erhöht der deutsche Exklusivanbieter für Apples Kulthandy T-Mobile die Einsteigertarife. In Verbindung mit den Tarifen Complete XS und Complete 60 schlägt das iPhone 3G ab Samstag um bis zu 120 Euro mehr zu Buche als bisher.

Besonders saftig ist der Preissprung bei der 8 GByte-Version. Das Gerät kostete bislang in Verbindung mit dem Complete-60-Tarif nur einen Euro, nun werden happige 98,95 Euro draufgeschlagen. Gegenüber "Teltarif.de" erklärte T-Mobile, die bisherigen Preise seien nur eine einmalige Aktion gewesen, diese "Abverkaufsunterstützung" werde jetzt beendet, andere Tarife seien überdies nicht betroffen.

Glanzlos: 15-Zoll-MacBooks jetzt auch mit mattem Display

Mit dem Laptop draußen zu sitzen ist praktisch und erleichtert die Arbeit. Allerdings sind die mittlerweile in den meisten Geräten verbauten spiegelnden Displays in hellerer Umgebung oder gar bei Sonnenschein ziemlich lästig. Vom eigentlichen Bildschirminhalt ist nicht mehr viel zu sehen, Reflexionen dafür umso mehr.

Entsprechende Klagen genervter Notebookbesitzer (es gab sogar eine Online-Petition mit knapp 7500 Zeichnern für dieses Anliegen) hat sich Apple zu Herzen genommen und verkauft nicht nur sein 17-Zoll-Macbook mit mattem Display, sondern auch den kleinen 15-Zoll-Bruder. Allerdings hat die Anpassung an den Kundenwunsch ihren Aufpreis: 45 Euro kostet die augenfreundliche Displayvariante zusätzlich, auch der Versand verlängert sich.

Aktionskünstler versuchten Merkel und Steinmeier zu versteigern

Wenn schon die Wahl"kämpfer" keinen Saft in den Wettstreit ums Kanzleramt bringen können, müssen eben Künstler für Akzente im Bundestagswahlkampf 2009 sorgen. So wie jene Berliner Aktionskünstler vom Zentrum für Politische Schönheit, die beide Kandidaten kurzerhand bei eBay zur Aktion anboten.

Sicherheitshalber wurden die Angebote in die philippinische Sektion des Online-Auktionators eingestellt, hier sollten humorlose Bedenkenträger etwas mehr Zeit brauchen, eine Löschung durchzusetzen - so zumindest das Kalkül. Beendet wurden die Auktionen trotzdem schnell, bereits am Mittwochmorgen war Schluss mit Lustig.

Sonderlich schmeichelhaft waren die Begleittexte allerdings auch nicht. Kanzlerin wie Kandidat wurden als "gebraucht, visionslos, antriebslos, uninspirierend" angepriesen. Immerhin fanden sich bis zum Abbruch der Aktion jeweils ein gutes Dutzend Bieter. Der Wert der Kandidaten bei Abbruch der Spaß-Auktion: Merkel rund 45 Euro, Steinmeier 4,50 Euro.

Die Kopiersoftware RealDVD bleibt in den USA verboten

Das entschied gestern eine Bezirksrichterin im kalifornischen San Francisco. Obwohl das Programm lediglich das Abspeichern und Abspielen von DVD-Inhalten auf einem einzigen Rechner zulässt und damit zum Beispiel die Versorgung von Tauschbörsen unterbindet, stufte das Gericht das Programm als "illegales Pirateriewerkzeug" ein.

Bis zur endgültigen Klärung aller juristischen Fragen und der von Real Networks angekündigten Berufung wird wohl noch ein weiteres Jahr ins Land gehen.

Urteil II: Zattoo darf Spielfilme nicht zeigen

Das Online-Fernsehen Zattoo darf einige Spielfilme in Deutschland nicht zeigen. So das Urteil des Landgerichts Hamburg. Ursprünglich waren die Streifen im öffentlich-rechtlichen TV gelaufen, gegen eine weitere Onlineversendung hatte die zuständige Verwertungsgesellschaft keine Einwände erhoben.

Die eigentlichen Rechteinhaber, Warner und Universal, allerdings schon. Die US-Filmstudios klagten gegen diese Rechteübertragung. Dem gaben die Richter statt, Zattoo sei kein Fernsehsender oder Kabelbetreiber im klassischen Sinn, darum seien für die Online-Rechteverwertung auch nicht die üblichen Verwertungsgesellschaften zuständig, sondern die Filmstudios selbst (Az.: 308 O 660/08).

Schneller, dünner, besser? Facebook testet Light-Version

Die Betreiber des Social Networks Facebook nehmen einige Änderungen und Erweiterungen bei ihrer Plattform vor. Erstere betreffen das Kleingedruckte. Die aktualisierten AGB untersagen es den Besitzern von Facebook-Accounts, ihre Profile kommerziell zu nutzen. Womit die lukrative Verdienstmöglichkeit entfällt, zum Beispiel Statusmeldungen mit Anzeigen versehen zu lassen.

Für die Freunde von schlanken Basisanwendungen bastelt Facebook außerdem an einer Lightversion, die einfacher, aber schneller sein soll als das Standardangebot.

Wie "Techcrunch" berichtet, meldete ein Betatester, man säße derzeit an den Vorbereitungen für "Facebook Lite". Einige Tausend Testuser seien bereits dabei, die schlanke Variante auf Herz und Nieren zu überprüfen. Diese Nutzer hatten zuvor für kurze Zeit die Benachrichtigung des Betatesters auf ihrem Profil vorgefunden: "Wir haben noch jede Menge Macken zu beseitigen, aber wir wären froh über eure Rückmeldung über das, was wir bisher geschafft haben".

In einer offiziellen Stellungnahme gegenüber "Techcrunch" bestätigte Facebook inzwischen die Meldungen und ergänzte: "Wir testen Facebook Lite derzeit in einigen Ländern, in denen sich besonders viele neue User anmelden und die am Anfang eine einfache Version bevorzugen".

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