Neue Gadgets Das Runde wird jetzt eckig

Räder müssen gar nicht immer rund sein, meint ein amerikanisches Start-up und entwickelt eckige Reifen für Skateboards. Außerdem im Gadget-Überblick von neuerdings.com: ein Koffer, der sich selbst eincheckt und eine Schuhsohle, die das Handy auflädt.
Von Frank Müller, Ricarda Riechert und Jürgen Vielmeier
Foto: Kickstarter

Eckig ist besser als rund. Diese Ansicht vertritt die Firma Shark Wheel mit ihren quadratischen Skateboardrollen. Die ungewöhnlichen Räder sollen deutliche Vorteile gegenüber runden Rollen haben, sagt der Hersteller. Zum einen sollen sie einen geringeren Rollwiderstand bieten, zum anderen mehr Halt und weniger leicht seitlich wegrutschen.

Der dritte Vorteil der Shark Wheels soll zum Tragen kommen, wenn man auf wechselndem Untergrund fährt. Kleine Steinchen spüre man viel weniger als auf herkömmlichen Skateboardrädern, heißt es bei Shark Wheel. Auch auf nasser Fahrbahn und Sand soll man weniger leicht ins Schleudern kommen als mit den walzenförmigen Rädern, die man sonst an Skateboards montiert.

Außerdem bietet Shark Wheel viele Design-Optionen, die man nach Belieben kombinieren kann. Da ein Shark Wheel aus drei dünnen Rädern besteht, kann man beispielsweise unterschiedliche Härtegrade miteinander verbinden und die Räder so auf seine Fahrweise abstimmen.

Die Kickstarter-Finanzierung ist bereits gesichert. Rund zweihundert Unterstützer haben bis zum 14. Juni bereits 43.300 Dollar (32.500 Euro) zugesagt, 10.000 Dollar waren das Ziel.

Mehr Infos gibt es auf der Kickstarter-Seite von Shark Wheels  und auf der eigenen Website . Ab 50 Dollar (knapp 39 Euro) bekommt man ein Set von 4 Longboard-Rädern. (Frank Müller)

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Dieser Koffer weiß immer, wo er ist

Foto: Telekom

Flugzeughersteller Airbus versucht sich mal auf einem ganz ungewohnten Gebiet: Reisegepäck. Gemeinsam mit dem Telekommunikationsunternehmen T-Systems und dem Kofferhersteller Rimowa hat das Unternehmen einen Koffer entwickelt, der mehr kann, als bloß Gepäck zu transportieren. Er soll sich per Smartphone-App weltweit aufspüren lassen, kann anzeigen, wie schwer er ist, hilft beim Packen und soll sich sogar automatisch einchecken können.

Airbus hat das Bag2Go genannte Gepäckstück auf den Airbus Innovation Days in Toulouse vorgestellt. Eine Sende-Einheit, bestehend aus einem Mobilfunk-Chip, GPS und RFID, sendet die aktuelle Position des Koffers an eine Smartphone-App. Noch ist das Ganze in einem frühen Entwicklungsstadium. In der Serienfertigung soll der Koffer 20 Prozent teurer sein als gleichwertige Modelle ohne Elektronik, erklärte Airbus. Als Dienstleistung will Airbus einem Gepäckservice anbieten, der den Koffer zu Hause abholt oder vom Flughafen nach Hause bringt und dem Eigentümer damit das Warten an der Gepäckausgabe erspart.

Auf seinem Display soll der Koffer zudem sein Gewicht anzeigen und, je nach Zielland, eine App bei der Auswahl zollfreier, legal einführbarer Gepäckstücke helfen. Ist er fertig gepackt, wird auf dem Bildschirmchen ein Barcode eingeblendet, den man mit der Smartphone-App einscannen kann, um den Koffer für einen Flug einzuchecken. Am Flughafen legt man ihn nur noch aufs Gepäckband - oder lässt das vom Gepäckservice erledigen. Airbus will diesen Dienst zu Preisen anbieten, die kaum höher sein sollen als der Versand eines Pakets per Post. (Jürgen Vielmeier)

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Diese Sohle lädt das Handy beim Spazierengehen auf

Eine Grundregel für mobile Geräte lautet: "Man kann nie genug Akkukapazität haben". Meist aber hat man davon zu wenig. Tragbare Akkupacks sind für dieses Problem nur eine Notlösung: Entweder man vergisst sie aufzuladen, oder sie liegen zu Hause wenn man sie braucht. Besser wäre es, wenn man ein Ladegerät hätte, das unabhängig von Steckdosen funktioniert. Es gibt in der Hinsicht schon einige Entwicklungen - zum Beispiel Solar-Kleidungsstücke - aber eine unsichtbare Lösung ist natürlich immer zu bevorzugen.

Die Einlegesohle SolePower soll eine solche Lösung sein. Mit ihr im Schuh erzeugt man beim Gehen Strom. Dieser wird dann über ein Kabel an einen kleinen Akku weitergeleitet, der seinerseits dazu dienen soll, Smartphone oder Tablet aufzuladen.

Energie kann die Spezialsohle aber nur dann produzieren, wenn man den Fuß komplett abrollt, da sich in der Sohle mechanische Elemente befinden, die diese Bewegung umsetzen. Damit ist sie nur für flache, flexible Schuhe geeignet und nicht für Pumps oder Schuhe mit einer dicken Sohle. Das Ziel von SolePower ist es, ein Smartphone mit bei einem Spaziergang von etwa vier Kilometern Länge komplett aufzuladen. Der aktuelle Prototyp ist sehr dick und deshalb unbequem. Wenn die Produktion anläuft, soll die Sohle aber dünner werden.

Wo ist der Haken?

Auch wenn das Kickstarter-Projekt erfolgreich sein sollte, ist dies noch keine Garantie für eine Umsetzung der Idee, denn auf der Projektseite erwähnen die Macher, dass die 50.000 Dollar nicht ausreichen werden, um die Produktion zu stemmen. Derzeit versuche man weitere Investoren und Sponsoren zu finden. Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man dieses Projekt unterstützen möchte. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum die Aktion bisher schleppend läuft.

Ab einer Unterstützersumme von 100 Dollar bekommt man im Fall der erfolgreichen Finanzierung eine SolePower-Einlegesohle. Wer viel Geld übrig hat und an das Projekt glaubt, bekommt für eine Höchstsumme von 5000 Dollar nicht nur die Einlegesohle selbst, sondern kann mit den Investoren auf einen Campingausflug gehen, bei dem die Sohle dann getestet wird. (Ricarda Riechert)

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