Neue Gadgets Diese Selbstbaukamera ist aus Pappe

Eine Pappkamera für Bastler gab es schon in den Siebzigern. Jetzt soll ein neues Modell kommen, das viel älter aussieht. Außerdem im Überblick von neuerdings.com: handgefertigte Plattenspieler aus Holz und ein nützliches Macbook-Zubehör - natürlich aus Aluminium.
Von Frank Müller und Ricarda Riechert
Lochkamera-Bausatz: Pappkameras können richtig gut aussehen

Lochkamera-Bausatz: Pappkameras können richtig gut aussehen

Foto: Kelly Angood

Die Londoner Designerin Kelly Angood hat ihre eigene Version einer Retro-Lochkamera gestaltet und auf ihrem Blog vorgestellt. Die Reaktionen darauf waren so begeistert, dass sie die Kamerapläne für jeden bereitstellen wollte. Auf ihrer Webseite konnte man die Baupläne der Kamera kostenlos herunterladen - bis vor kurzem.

Jetzt sammelt Angwood auf Kickstarter Geld, damit sie einen Bausatz der Kamera herstellen und verkaufen kann. Zwar läuft das Projekt noch über einen Monat, doch das angepeilte Budget ist bereits erreicht. 15.000 britische Pfund sollte das Projekt kosten, knapp 19.000 sind schon zusammengekommen.

Für Kelly ist es der zweite Versuch, eine eigene Lochkamera zu produzieren. Vor einem Monat musste sie ihr erstes Kickstarter-Projekt abbrechen, da ein Dritter urheberrechtliche Ansprüche an ihrem Design geltend machte. Inzwischen hat sie die Zeit genutzt, um die neue Version zu entwickeln. Die Technik ist die gleiche, nur sieht die Kamera nun anders aus.

Was ist eine Lochkamera?

Technisch handelt es sich um die einfachste Form eines Fotoapparats. Nur zwei Dinge müssen stimmen, damit ein solches Gerät funktionieren kann: Das Innere der Kamera muss absolut dunkel sein und das Loch, durch das das Licht eintritt, muss die richtige Größe haben.

Im einfachsten Fall baut man also einen abgedunkelten Kasten mit einem kleinen Loch vorne und der Möglichkeit, einen 35-Millimeter-Fotofilm einzuspannen. Eine Linse braucht eine solche Kamera nicht. Stimmen Lochgröße und Abstand zum Film, erhält man ein Bild, das zwar in Sachen Schärfe nicht mit einer Fokuskamera mithalten kann, aber dennoch einen gewissen Charme besitzt.

Dirkon der Vorreiter

Kameras aus Pappe sind allerdings keine neue Erfindung. Schon 1979 machte ein Modell mit dem Namen Dirkon von sich reden. Zusammengesetzt aus dírka, dem tschechischen Wort für Loch und der Endung kon, wie sie ein japanischer Kamerahersteller verwendet, bekam man die Bastelvorlage in einer Jugendzeitschrift. Seitdem hat sich eine eingeschworene Community gebildet, die dieses Modell nicht nur weiterentwickelt, sondern auch stetig optimiert.

Diese Pläne kann man sich kostenlos im Internet herunterladen, um sich eine eigene Lochkamera aus Pappe zu bauen. Gleichzeitig gibt es dort auch noch einige Tipps, wie man die Bildqualität verbessern kann.

In Zeiten von Digitalkameras und Handycams scheinen Lochkameras ein wenig nerdig zu sein. Aber Fotografie ist Kunst. Und Kunst bedeutet auch, dass man manchmal über seine Grenzen hinausgehen muss, um neue kreative Ergebnisse zu bekommen. Auch wenn es bedeutet, sich eine Lochkamera aus Pappe bauen zu müssen. (Ricarda Riechert)

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Etsy Audiowood: Handgemachte Plattenspieler aus Baumscheiben

Audiowood-Plattenspieler: Alte Scheiben auf altem Holz

Audiowood-Plattenspieler: Alte Scheiben auf altem Holz

Foto: Audiowood

Wer sich in Zeiten von CDs und Playlists einen Plattenspieler zulegt, muss eine besondere Liebe zum Vinyl besitzen. Im Falle der Audiowood-Plattenspieler braucht er außerdem noch eine gut gefüllte Brieftasche.

Die Plattenspieler werden von dem Amerikaner Joel Scilley in Handarbeit gefertigt. Nach der Bestellung vergehen in der Regel zwei bis drei Wochen, bis der fertige Plattenspieler verschickt wird. Eine Ausnahme bilden die Standard-Modelle der Chipmunk-Serie für den amerikanischen Markt, die auf Vorrat produziert werden und schon nach ein bis zwei Tagen versendet werden. Das Chassis besteht aus einer dünnen Baumscheibe aus Eschenholz, die noch die Rinde trägt.

Alle Audiowood-Plattenspieler enthalten gängige elektronische Komponenten. Tonarm, Drehteller, Motor und Antrieb stammen von renommierten Markenherstellern wie Rega oder Music Hall.

Der günstigste Audiowood-Plattenspieler kostet 1000 Dollar (769 Euro), aber man kann auch einen Plattenspieler ganz nach Wunsch für mehr als 2500 Dollar (1920 Euro) bestellen.

Der Preisunterschied entsteht vor allem durch die Verwendung unterschiedlich kostspieliger Komponenten und durch dem handwerklichen Aufwand bei deren Einbau und der Bearbeitung des Gehäuses.

Mehr Infos über die Audiowood-Plattenspieler gibt es auf der Website des Herstellers  und auf Etsy , wo man auch sein persönliches Exemplar ordern kann, wenn man genug Geld und Leidenschaft für individuelle Plattenspieler aufbringt. (Frank Müller)

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Zenboxx Zendock: Macbook-Dock löst Luxusproblem

ZenDock: Docking-Stecker für MacBooks

ZenDock: Docking-Stecker für MacBooks

Foto: Zenboxx

Das britische Macdock-Projekt, über das neuerdings.com schon einmal berichtet hat, wurde auf Kickstarter storniert, obwohl bereits genug Geld zusammengekommen war. Die Begründung dafür ist leider nur für Unterstützer sichtbar.

Jetzt sammelt das Unternehmen Zenboxx aus San Francisco Geld für seine Projekte Zendock Retina und Zendock Pro. Die beiden Versionen wenden sich an Macbook-Besitzer, die sich weniger Kabelsalat auf dem Schreibtisch wünschen. Das Zendock Retina bietet einen Mini Displayport, Kopfhörer- und Mikrofoneingang sowie drei USB-Anschlüsse. Auch ein Thunderbolt-Kabel lässt sich anschließen. Das Zendock Pro kommt mit Gigabit Ethernet und Firewire, einem Mini-Displayport, drei USB-Anschlüssen und ebenfalls getrennten Eingängen für Kopfhörer und Mikrofon.

Die beiden Zendocks lösen ein Luxusproblem weniger Apple-Nutzer. Die Kickstarter-Finanzierungsrunde läuft noch bis zum 10. Mai, das erhoffte Geld ist aber längst zusammen. Offensichtlich gibt es genug Macbook-Besitzer, die auf so ein Zubehör gewartet haben.

Wer sonst würde es sich rund 130 Dollar (99 Euro) kosten lassen, Kabel vom Schreibtisch zu verbannen und ein paar Handgriffe beim Einstöpseln zu sparen? Linux-Bastler können darüber nur lachen, und langgediente Windows-Nutzer haben auch schon ganz andere Dinge erlebt, über die sie sich aufregen könnten.

Die perfektionistischen Jünger der Hardware mit dem Apfel sind da genau die richtige Zielgruppe. Ich gestehe, dass ich es auch nicht schlecht fände, wenn ich morgens nur ein schickes Aluminiumteilchen andocken müsste, statt Strom-, Ethernet-, Monitor-, USB- und Tastatur-Kabel jeweils für sich. So richtig schick sieht das auch nicht aus.

Andererseits sind 130 Dollar eine Menge Geld. Und der geplante Preis für den regulären Verkauf liegt sogar bei knapp 180 Dollar (138 Euro). (Frank Müller)

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