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24. November 2012, 09:35 Uhr

Neue Gadgets

Der singende Duschkopf

Wer im Bad gern Musik hört, wird sich freuen: Bald gibt es einen Duschkopf, der Musik per Bluetooth streamt. Wasser natürlich auch, aus der Leitung. Außerdem in der Gadget-Schau von neuerdings.com: Ein winziger Projektor für Instagram-Fotos und eine virtuelle Tastatur fürs iPhone.

Dank des musikalischen Duschkopfs Moxie muss man das Badradio nicht mehr brüllend laut stellen, um über dem Plätschern der Dusche noch etwas mitzubekommen. Denn der Bluetooth-Duschkopf von Kohler berieselt den Duschenden nicht nur direkt mit Wasser, sondern auch mit Tönen.

Moxie versteht sich mit allen Smartphones, Tablets und MP3-Playern, die Bluetooth beherrschen. Sein eingebauter Akku speichert laut Kohler genug Energie für bis zu sieben Stunden Musik. Das sollte für mehr als zwei Wochen Mitsingen unter der Dusche ausreichen. Ist der Akku erschöpft, muss man nicht zum Werkzeug greifen, um Moxie aufzuladen.

Moxie besteht im Prinzip aus zwei getrennten Modulen, die durch starke Magnete miteinander verbunden sind. Der eigentliche Duschkopf ist wie gewohnt verschraubt und bildet eine Art Dock für den kegelförmigen Lautsprecher, der in der Mitte sitzt. Zum Aufladen nimmt man den Lautsprecher einfach aus dem Duschkopf und hängt ihn mit dem dazugehörigen USB-Kabel an eine Energiequelle.

199 US-Dollar kostet Moxie in den USA. Auf deutschen Webseiten ist das Produkt leider noch nicht zu finden.
(von Frank Müller)

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Der Zwergprojektor für Instagram-Bilder

Der Reiz der Instagram-Fotofilter erschließt sich nicht jedem unbedingt. Denn wozu investieren Ingenieure viele Stunden wertvolle Lebens- und Arbeitszeit, um Kameras in Handys immer besser zu machen, nur damit die Nutzer die Bilder dann durch Filter jagen, die sie unscharf, alt, verfärbt oder sonstwie beschädigt aussehen lassen? Auf der anderen Seite sind die Filter einfach ein großer Spaß und die Wichtigtuer mit ihren Digitalen Spiegelreflexkameras sollen halt woanders spielen gehen.

Unbestritten ist der Erfolg von Instagram, auch und gerade als Community für Handygrafie. Das spüren auch die Macher des winzigen Instagram-Projektors "Projecteo": Weit vor Ablauf ihrer Suche nach Interessenten via Kickstarter haben sie das erwünschte Finanzierungsziel erreicht.

Dabei holt sich der Kleinst-Projektor seine Bilder nicht etwa digital per Internet. Er erwartet stattdessen ein ebenso kleines Plastikrädchen, auf dem neun Instagram-Fotos auf einen klassischen 35-mm-Film belichtet wurden. Ein solches Filmrädchen kann man sich online aus seinen Instagrams erstellen lassen. Hat man alle neun Bilder gesehen, steckt man das nächste Rad ein.

Anders gesagt: Oldschool trifft Retro-Hightech.

Der erste Prototyp des Projecteo entstand übrigens in einem 3D-Drucker. Als sich schon dieser Versuch als vielversprechend herausstellte, probierten die Macher weiter. Sie optimierten die Linse und sorgten dafür, dass man sie manuell scharf stellen kann. Sie testeten verschiedene LEDs und experimentierten mit der besten Anzahl an Fotos pro Rächen. Da auch ein funktionierender Prototyp noch nicht bedeutet, dass man das Produkt erfolgreich in Massen herstellen kann, taten sie sich mit Experten aus Schottland zusammen. Inzwischen haben sie nun einen weiteren funktionierenden Prototypen, der fertig für die Produktion sein soll.

Die Macher schätzen, dass sie die ersten Projecteos Ende Februar 2013 verschicken können. Für 30 US-Dollar (umgerechnet etwa 24 Euro) bekommt man derzeit einen Projecteo und kann ein Filmrädchen dazubestellen, inklusive Versand. Für 45 US-Dollar (35 Euro) bekommt man einen Projecteo, der in den Farben des klasssichen Diaprojektors Rollei P35 daherkommt.
(von Jan Tißler)

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Ein virtuelles Keyboard fürs iPhone - ganz ohne Zubehör

Egal wie gut Bildschirmtastaturen in Smartphones inzwischen geworden sind: Auf einer normalgroßen, physisch vorhandenen Tastatur tippen die meisten Menschen doch am besten und am liebsten. Aber will man deshalb immer eine mitschleppen? Der Schweizer Florian Kräutli überlegte, wie man mit den vorhandenen Möglichkeiten eines Smartphones eine Tastatur simulieren könnte, die eigentlich gar nicht da ist. Dazu gab es bisher komplizerte Apparaturen, die eine Tastatur beispielsweise auf den Tisch projizieren und das Tippen der Finger erfassen sollen. Der an der in London studierende Kräutli kam auf eine andere Idee: Er setzt den Beschleunigungssensor ein, wie man ihn beispielsweise im iPhone findet.

In der Praxis legt man sein Smartphone vor sich auf den Tisch und tippt direkt auf dem Tisch los. Der Beschleunigungssensor registriert die Vibrationen durch das Tippen, die je nach Position der Finger unterschiedlich ausfallen. Das System muss man zunächst auf die Oberfläche trainieren, wobei man ihm aber nicht zwingend jede Taste einzeln beibringen muss, wie Florian Kräutli gegenüber dem britischen Telegraph erklärte. Dann kann das System eine Treffsicherheit von bis zu 80 Prozent erreichen. Ein Wörterbuch zur Autokorrektur hilft dabei, diese Fehlerquote zu verbessern.

Im Übrigen könnte das System noch deutlich akkurater sein, denn der Bewegungssensor im iPhone ist nicht so feinfühlig, wie er eigentlich sein müsste. Vermutlich sei er für bessere Energieeffizienz heruntergeregelt, erklärt Florian Kräutli. Generell funktioniert die Tisch-Tastatur auf kleinen Oberflächen besser, da hier die Vibrationen unterschiedlicher ausfallen.

Florian Kräutlis "Vibrative Virtual Keyboard" soll dabei eigentlich nur zeigen, dass eine solche Tastatur im Prinzip möglich ist. Es ist Teil einer Arbeit zu User Interfaces. Da es recht vielversprechend scheint, könnte natürlich bald der eine oder andere Interessent aus der Industrie anklopfen. Und das muss nicht Apple sein, denn das System lässt sich nach Kräutlis Worten leicht auf andere Smartphones übertragen.
(von Jan Tißler)

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