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10. September 2013, 21:03 Uhr

Neues Billigmodell

Apple spaltet sein iPhone

Von und

Blau, grün, pink, gelb und weiß: Apple verpackt sein iPhone künftig in buntes Plastik - und macht es billiger. Neue Technik kommt ins bekannte Metallgehäuse, darunter nicht nur ein schneller Prozessor, sondern auch ein Sensor für Fingerabdrücke.

Apple hat am Dienstagabend neue iPhones präsentiert. Große Überraschungen blieben dabei aus: Wie bereits zuvor vermutet worden war, gibt es künftig ein günstigeres Einstiegsmodell namens iPhone 5C. Die Plastiktelefone sollen in fünf verschiedenen Farben nebst passenden Schutzhüllen erhältlich sein. Technisch sind die Geräte auf dem Stand des vor einem Jahr vorgestellten Top-Modells iPhone 5.

Ebenfalls am 20. September soll das iPhone 5S erscheinen. Das bekannte Metallgehäuse bekommt mit Gold eine dritte Farbe, innen drin sollen ein neuer Prozessor und 64-Bit-Architektur für doppelte Geschwindigkeit sorgen. Auffälligste Neuerung: Ein Sensor für Fingerabdrücke, der in den Home-Button integriert ist und das Eintippen von Passwörtern und Sperrcode verzichtbar machen soll.

Auch wenn es keine vollkommene Enttäuschung ist: Die neuen iPhones sind nicht die herausragenden Geräte, die sie hätten sein sollen. Viel Kosmetik, ein modernisiertes Betriebssystem, neue Farben und ein bisschen aufgefrischte Technik - das ist schön, aber die Zahl der Fehlstellen gegenüber Highend-Android-Handys wie das G2 von LG ist immer noch groß.

Apple betreibt Modellpflege

Insbesondere fehlt auch dem neuesten Apple-Handy noch ein NFC-Chip, der vor allem bei vielen Audiogeräten das Verbinden vereinfacht. Auch zu einem größeren Bildschirm konnte sich das Unternehmen nicht durchringen, obwohl der von vielen Smartphone-Kunden mittlerweile gefordert wird.

Das neue iPhone 5S ist Modellpflege, so wie es das 4S für das iPhone 4 war. Mit dem iPhone 5C hat Apple nun tatsächlich ein günstigeres iPhone im Angebot, das letztlich ein Redesign des iPhone 5 ist.

Zur NSA-Affäre verloren Firmenchef Tim Cook und seine Manager kein Wort. Angesichts der Enthüllungen des SPIEGEL ist das bedauerlich: Der Geheimdienst soll in der Lage sein, iPhones auszulesen. Außerdem muss der Konzern Nutzerdaten an US-Behörden herausgeben. In einer vom SPIEGEL eingesehenen Präsentation zitieren NSA-Mitarbeiter ausdrücklich Apples berühmten Big-Brother-Werbespot für den ersten Macintosh und verhöhnen iPhone-Nutzer als Zombies.

Auch wenn die Affäre in den USA kein großes Thema ist, wäre es an der Zeit für Apple, klar Stellung zum Verhalten der NSA zu beziehen. Dass angesichts dessen ein Scanner für Fingerabdrücke nicht ganz so gut ankommen könnte, ahnt der Konzern wohl. Er versprach, dass der Abdruck nur verschlüsselt auf dem Gerät abgelegt und auch nicht an Apple-Server übertragen wird.

Neues iOS ebenfalls im September

Die nächste Version des mobilen Betriebssystems iOS soll ebenfalls noch diesen Monat erscheinen. Das kostenlose Upgrade für Geräte mit Retina-Display soll am 18. September zum kostenlosen Download bereitstehen. Darin enthalten ist wohl eine Funktion, die den Nutzern genauer anzeigt, wie das Smartphone die Bewegungen seines Nutzers aufzeichnet.

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