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01. Januar 2017, 07:19 Uhr

Kopfhörer im Test

Diese vier lassen die Welt verstummen

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Weniger Lärm, mehr Ruhe: Das versprechen sogenannte Noise-Canceling-Kopfhörer, die mit elektronischen Tricks Umgebungsgeräusche auszublenden versuchen. Wir haben vier aktuelle Modelle getestet.

Alle vier Testkandidaten versuchen, die Außenwelt ruhigzustellen: Wir haben Noise-Canceling-Kopfhörer von Bose, Sennheiser, Sony und Plantronics ausprobiert - auf Langstreckenflügen und auf Bahnfahrten. Hier sind unsere Eindrücke:

1. Bose QC35

Dass Bose ein Pionier bei geräuschmindernden Kopfhörern ist, merkt man in Flugzeug und Bahn sofort. Der QC35-Kopfhörer liefert im Test die subjektiv beste Geräuschabschirmung und lässt das tiefe Dröhnen der Triebwerke fast völlig verschwinden. Setzt man ihn auf, fühlt es sich fast so an, als würde die Welt um einen herum verstummen.

Leider ist die Steuerung vieler Funktionen etwas schwierig. Man muss sich genau einprägen, wo welcher Knopf liegt und wie oft man ihn drücken muss, um eine bestimmte Funktion auszulösen. Positiv: Es gibt eine QC35-App, mit der man einige Funktionen und vor allem Bluetooth-Verbindungen komfortabel verwalten kann.

Während der Akku des QC35 geladen wird, kann man den Kopfhörer nicht benutzen. Das nervt, wenn man bei einem Langstreckenflug das Gerät laden muss. Der Vorgänger QC25 war da leichter zu handhaben, da man bei ihm einfach die Batterien austauschen konnte - sofern man welche dabeihatte.

Im Vergleich zum Vorgänger QC25 ist das neue Bose-Modell deutlich lauter, was ich als angenehm empfinde. Klanglich liefert er den Hi-Fi-Sound, den man von Bose erwartet: kräftige Bässe und brillante Höhen, was an die Loudness-Taste mancher Stereoanlage erinnert. Das Ergebnis ist ein angenehmer, unaufdringlicher und warmer Sound.

Preis: 325 Euro


2. Sennheiser PCX 550

Beim PCX 550 sucht man die Einschalttaste vergeblich. Die Elektronik aktiviert sich automatisch, sobald man die Hörmuscheln aufklappt, also beispielsweise beim Aufsetzen des Kopfhörers. Genauso schaltet er sich auch selbst wieder ab.

Die Bedienung erfolgt über ein in die rechte Hörmuschel integriertes Touchpad. Hier kann man die Lautstärke regeln, die Musik steuern und Anrufe annehmen. Leider funktioniert nicht alles in jedem Abspielprogramm. Da hilft nur Ausprobieren.

Die Geräuschunterdrückung funktioniert im Flugzeug sehr gut. Triebwerkslärm wird effektiv ausgeblendet, sodass man in Ruhe Musik hören, Filme angucken oder schlafen kann. Merkwürdigerweise kommt der Sennheiser mit weniger lauten Umgebungen weniger gut klar. Die Stimmen einer lauten Unterhaltung im Wohnzimmer etwa bügelt er nicht so überzeugend weg wie Triebwerkslärm.

Klanglich zeichnet sich der PCX 550 durch seine Transparenz aus. Höhen werden sehr präsent wiedergegeben, die Mitten sind gut repräsentiert, ebenso die Bässe. Nur sonderlich druckvoll wird er dabei nicht.

Lobenswert ist außerdem Sennheisers App CapTune, mit der sich viele Funktionen des Kopfhörers steuern und beispielsweise Klangeinstellungen vornehmen lassen. Leider sind die Einstellungen nur direkt in der App nutzbar und gehen verloren, sobald man in einer andere Musik-App wechselt.

Preis: 399 Euro


3. Sony MDR-1000X

Beim MDR-1000X fällt zuallererst der Tragekomfort auf. Der Kopfhörer ist einerseits sehr leicht, andererseits ist der Umfang des Tragebügels sehr gut anpassbar, sodass er sehr bequem aufliegt.

Interessant ist die Möglichkeit, die Geräuschminderung an die jeweilige Situation anpassen zu lassen. Auf Knopfdruck misst die Elektronik dafür das aktuelle Umfeld aus. In der Praxis hat das zwar eher marginale Einflüsse, die Geräuschunterdrückung war aber trotzdem sehr gut und hat unter den Hörmuscheln für fast völlige Stille gesorgt.

Zur Bedienung stehen sowohl mehrere Knöpfe als auch ein Touchpad auf der linken Ohrmuschel bereit. Eine sehr gute Idee von Sony ist es, dass in den Boden der Transportbox eine Übersicht der verschiedenen Funktionen von Touchpad und Tasten aufgedruckt ist. So lässt sich unterwegs schnell nachschauen, wie eine bestimmte Aktion ausgelöst wird.

Der Klang des MDR-1000X ist sehr ausgewogen und extrem transparent, fast schon luftig. Nur die Bässe könnten etwas mehr Druck vertragen. Zudem können die Sonys vergleichsweise laut aufspielen. Klangveränderungen oder gar Verzerrungen sind dabei nicht wahrnehmbar.

Preis: 399 Euro


4. Plantronics Backbeat Pro 2

Mit einem Preis von 250 Euro ist der Backbeat Pro 2 das günstigste Modell in diesem Vergleich. Leider merkt man das auch. Die Ohrmuscheln sind aus einem vergleichsweise billig wirkenden Kunststoff gefertigt, aus dem auch die verschiedenen Schalter hergestellt werden.

Ein Touchpad, wie es manche Konkurrenten bieten, gibt es nicht. Dennoch lassen sich die Außenflächen der Ohrmuscheln zur Musiksteuerung und Rufannahme nutzen. Nur eben nicht mit Gesten, sondern mechanisch. Funktioniert aber auch. Ein Ring um die rechte Ohrmuschel dient zur Lautstärkeregelung.

Was mir gut gefällt: Über Sensoren erkennt der Backbeats Pro 2, wenn man ihn absetzt und stoppt dabei automatisch die Musik- oder Videowiedergabe. Sobald man ihn wieder über die Ohren stülpt, wird die Wiedergabe ebenso automatisch fortgesetzt. Das funktioniert zwar nicht in allen Apps, aber in vielen und ist ein echter Komfortgewinn.

Leider kann die Geräuschminderung nicht mit der teureren Konkurrenz mithalten. Flugzeuglärm kann der Plantronics-Kopfhörer zwar deutlich vermindern. So effizient ausblenden wie die anderen getesteten Modelle, kann er ihn aber nicht.

Auch klanglich liefert er ein anderes Bild ab: Er klingt nicht so transparent und neutral wie die Geräte von Sony und Sennheiser. Dafür legt er bei den Bässen eine Schippe mehr auf, was meinem Geschmack entgegenkommt. Erfreulicherweise klingt er dadurch nicht dumpf oder muffig, sondern nur etwas kräftiger im Tieftonbereich.

Preis: 249,99 Euro


Fazit zum Test

Lag Bose mit seinen geräuschmindernden Kopfhörern jahrelang vorn, muss sich das US-Unternehmen jetzt der Konkurrenz geschlagen geben. Was die Geräuschunterdrückung angeht, liegen Sony, Sennheiser und Bose zwar nahe beieinander, doch die Funktionen und die Bedienungsmöglichkeiten der Konkurrenzgeräte sind einfach moderner und besser. Vor allem der Sennheiser kann punkten, zumal seine App ein echtes Plus ist.

Wer mehr aufs Geld schauen muss, sollte dem Plantronics Backbeat Pro 2 eine Chance geben. Sein Preis-Leistungs-Verhältnis ist so gut, dass man seine Schwächen bei Materialauswahl und Geräuschminderung durchaus hinnehmen kann.

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