Nvidia Shield Auf diesem Tablet laufen PC-Spiele

Das ist mal ein Versprechen: Nvidias Shield ist nicht nur ein Tablet, man soll damit auch erstmals PC-Games spielen können. Kostenlos, ohne Leistungseinbußen, auch auf dem Fernseher. Wir haben getestet, ob das wirklich funktioniert.

Matthias Kremp

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Mit dem Shield versucht Chip-Hersteller Nvidia, PC-Gamer zum Tablet-Kauf zu locken. Bisher allerdings mit eher mäßigem Erfolg. In den Marktanalysen von Firmen wie Gartner verschwindet das Unternehmen unter "Sonstige". Dabei hatte Nvidia für das Shield viel versprochen. Vor allem, dass man damit PC-Spiele würde spielen können. Aber das klappte bisher nur bei sehr wenigen Spielern.

Denn auf dem Tablet selbst können solche Spiele nicht laufen, dazu sind sogar der potente Quadcore-Prozessor samt 192-kerniger Grafikkarte nicht leistungsfähig genug. Stattdessen musste man Spiele quasi vom eigenen PC auf das Tablet streamen. Aber das ging nur, wenn der eine bestimmte Grafikkarte hatte, natürlich von Nvidia.

Doch seit dem 2. Dezember ist diese Hürde in einigen Ländern gefallen. Jetzt braucht man keinen Gaming-PC mit Spezial-Grafikkarte mehr. Stattdessen sollen ein gutes W-Lan und ein ordentlicher Internetanschluss ausreichen. Die Spiele selbst laufen in der Cloud, genauer gesagt in einem Rechenzentrum in Dublin. Nvidia hat dafür mehrere Serverfarmen gebaut, das sogenannte Grid. Von dort aus werden die Spiele via Internet auf das Tablet gestreamt. Der Flachrechner dient also quasi nur als Bildschirm. Nvidia bezeichnet den Dienst deshalb auch gern als "Netflix für Spiele". In Deutschland soll das Angebot ab Anfang 2015 nutzbar sein.

Schnelles Internet muss sein

Ein paar Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein, damit das wirklich funktioniert. Zum einen braucht man ein schnelles W-Lan nach dem Standard IEEE 802.11n. Zum anderen einen schnellen Internetanschluss, der zehn Megabit pro Sekunde Downloadrate bietet und eine Latenz, also Verzögerung, von weniger als 60 Millisekunden aufweist.

Man kann das System auch mit geringeren Werten zum Laufen bringen, dann ist ein reibungsloser Spielablauf aber nicht garantiert. Ich bin kein Risiko eingegangen, habe das Shield an einem Kabelanschluss mit 100 Megabit pro Sekunde getestet.

Spiele im Wert von mehr als 300 Euro

Nach dem Öffnen der Shield-Hub-App verzweige ich gleich zum Unterpunkt "Grid Games". Hier findet man die PC-Spiele. Denn eigene Spiele kann ich nicht installieren, sondern nur jene spielen, die Nvidia bereitstellt. Insgesamt 22 Titel sind zum Start auf dem Grid zu finden. Darunter bekannte Games wie "Batman: Arkham Asylum", "Boderlands 2", "Street Fighter X Tekken", "Alan Wake's American Nightmare" und "Dirt 2".

Die neusten PC-Spiele sind also nicht dabei, dafür muss man aber auch nichts bezahlen, um die vorhandenen Titel mit dem Shield spielen zu können. Die Lizenzen sind quasi im Kaufpreis enthalten, was laut Nvidia einem Wert von 320 Euro entspricht. Wie lange das so bleiben wird, ist allerdings unklar. Noch bezeichnet Nvidia seinen Spiele-Streaming-Dienst als Preview, also Vorschauversion.

Das Tablet ist eine Konsole

Als ich einige der angebotenen Spiele ausprobiere, staune ich nicht schlecht: Die grafische Qualität dessen, was auf dem kleinen 8-Zoll-Bildschirm angezeigt wird, ist hervorragend. Gerade anspruchsvolle Titel wie die "Batman"-Reihe oder das Autorennspiel "Dirt 2", zeigen viel mehr Details, viel mehr Tiefe und realistischere Bilder, als irgendein Tablet-Spiel.

Auch kann ich keine spürbaren Verzögerungen zwischen meinen Steuerbefehlen und der Reaktion im Spiel feststellen. Da ruckelt nichts. In dem Autorennspiel "Dirt 2" beispielsweise reagiert der Wagen ohne spürbaren Zeitversatz auf Bremse, Gas und Lenkbewegungen.

Damit das wirklich Spaß macht, ist allerdings die Anschaffung des 60 Euro teuren Shield-Controllers empfehlenswert, eines Game-Controllers speziell für das Nvidia-Tablet. Mit dem lassen sich die Grid-Games wesentlich besser kontrollieren als per Touchscreen.

Investiert man dann noch ein paar Euro in ein Adapterkabel von Mini-HDMI auf HDMI, wird das Shield zur Wohnzimmerkonsole. Im Konsolenmodus schaltet das Tablet seinen Bildschirm ganz ab. Den Ton kann man sich, gut für Familie und Nachbarn, aus der Kopfhörerbuchse des drahtlosen Shield-Controllers auf seine Kopfhörer einspielen. Für längere Gaming-Sessions sollte das Tablet allerdings mit seinem Netzteil verbunden sein: Im Test saugte Grid Gaming den ansonsten recht ausdauernden Akku teils rasend schnell leer.

Vorteile und Nachteile

Schneller Prozessor

Schnelle Grafikkarte

Guter Full-HD-Bildschirm

Robust und wertig ausfgebaut

Herausragende Spielfunktion Grid-Gaming

Hohe Anforderungen an den Internetanschluss

Eingeschränkte Auswahl an Grid-Spielen

Fazit

Der Grid-Games-Dienst macht das Shield einmalig. Wer sich mit dem 22 derzeit nutzbaren PC-Spielen gut bedient fühlt, bekommt damit ein sehr leistungsfähiges Tablet mit der neuesten Android-Version und eine Spielkonsole in einem einzigen Gerät. Der Preis, ab 300 Euro, ist dafür vollkommen in Ordnung, wenngleich man die 90 Euro für ein Cover und den Game-Controller lieber gleich einkalkulieren sollte. Zum Vergleich: Ein aktuelles Nexus-9-Tablet kostet mit 16 GB Speicher und nur W-lan 390 Euro.



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
Flying Rain 03.12.2014
1. Nette sache
Nette Sache, aber wenn man bereits einen starken Pc und/oder Konsole hatt eher unnötig da man mit dem Pc auch auf den Tv streamen kann und der Konsole eh schon daran hängt,....eher für Leute die ein Tablet suchen das auch als Konsolenerdatz dienen soll, oder für die Kids auf der Rückbank im Auto/ bei längeren Busfahrten oder Flüge. Wobei ich gestehen muss das mir dann die Vita mehr liegt,...wie gesagt eine gute Alternative zur Konsole wenn man eher mobiler unterwegs sein will und auch noch ein Tablet haben will
lanas 03.12.2014
2. fuers Auto und unterwegs?
Artikel gelesen oder so ein tolles, mobiles WLan??
liberty_of_speech 03.12.2014
3. etwas verwirrend bis falsch
man könnte fast meinen, dass auf anderen Tablets keine PC-Spiele laufen. Auf einem Surface 2 kann man wunderbar spielen. Noch verwunderlicher wird es weil der Titel behauptet die Spiele laufen auf dem Tablet, dabei soll eben genau das nicht so sein. Sie laufen in Dublin, nicht auf dem Tablet selbst. Zurück zum Surface, man kann PC Spiele installieren und die laufen dann auf dem Tablet auch offline. Also selbst wenn auf dem Android Gerät die Spiele installiert wären wäre es nicht das erste Mal.
raburix2000 03.12.2014
4. Erstaunlich
Erstaunlich, dass SPON immer wieder diese PC Spielgeschichte so große Artikel wert ist. War immer der Meinung,das ist eine Angelegenheiten für Kids und die lesen doch eher was anderes.
johanneshart 03.12.2014
5. Kinder lesen kein Spiegel Online?!?
Was ist das denn für eine Einstellung. Ich bin zwar inzwischen 18 und studiere, nutze Spiegel Online allerdings schon seit ich 12 bin. Und viele meiner Freunde auch. Schon wieder so ein Altkluger, der sich für was besseres als dir junge Generation hält.
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