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Oculus Rift: Blick ins Virtuelle

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Facebook kauft Oculus VR Die Zwei-Milliarden-Dollar-Wette

Facebook-Chef Zuckerberg setzt mit dem Kauf von Oculus VR auf eine Zukunft, in der virtuelle Welten die neuen Treffpunkte im Netz werden. Für die Erfinder der Datenbrille eine Riesenchance. Finanziert aber wurde sie von Fans - die sind jetzt richtig sauer.

Menlo Park - Die 3-D-Brille Oculus Rift scheint für viele endlich wahr zu machen, was all die Jahre nur als Vision existierte: Eine 3-D-Umgebung so lebensnah zu simulieren, dass sie echt wirkt. Dieses Versprechen ist Facebook-Chef Mark Zuckerberg bis zu 2,3 Milliarden Dollar wert: So viel will er für die Firma Oculus VR bezahlen. In Wahrheit allerdings ist der Kauf für Facebook weit billiger: 1,6 Milliarden werden in Facebook-Aktien ausgezahlt, weitere 300 Millionen sind an bestimmte Erfolgskriterien gebunden. Einmal mehr nutzt Facebook seinen eigenen Börsen-Höhenflug für eine strategische Investition.

"Zurück aufs Sofa!" oder "'Raus auf die Straße!"?

In einer Telefonkonferenz sagte Zuckerberg: "Wir schließen eine langfristige Wette ab, dass immersive Virtual und Augmented Reality zu etwas Alltäglichem werden." In der Geschichte seiner Branche gebe es "alle 10 oder 15 Jahre eine neue große Plattform", sei es der PC, das Web oder Mobilkommunikation. Wer die nächste richtig vorhersage, werde "finanziell und strategisch profitieren".

Facebook setzt mit Oculus Rift auf Virtual Reality (VR), auf die völlige Versenkung in simulierten Welten. "Zurück aufs Sofa!", könnte der Schlachtruf dieser Denkschule heißen. Auch der Konsolenkonzern Sony scheint an diese Zukunft zu glauben, er investiert in eine eigene VR-Brille, allerdings primär für Videospiele.

Google dagegen wettet mit seiner Datenbrille Glass auf eine Augmented-Reality-Zukunft, eine, in der die reale Welt mit einer Schicht aus digitalen Daten überzogen wird, die man durchs richtige Gerät sehen und nutzen kann - hier würde "Raus auf die Straße!" als Schlachtruf passen.

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Computerbrille: Das neue Modell der Oculus Rift

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Zuckerberg verspricht, es werde weiter Spiele für die Oculus Rift geben, stellt dazu aber eine Welt vor, in der VR "allgegenwärtig" sei. Eine Welt, in der soziale Interaktionen über gewaltige Distanzen sich anfühlen wie echte körperliche Präsenz.

"Ein besseres Produkt zu einem günstigeren Preis"

Die Geschichte der Virtual Reality ist bislang keine Erfolgsgeschichte - außer in der Literatur, von William Gibsons "Neuromancer"-Trilogie über Neal Stephensons "Snow Crash" bis hin zu Tad Williams' Mammut-Vierteiler "Otherland". Die technische Entwicklung hat mit der Phantasie der Autoren bislang nicht schritthalten können, die VR-Brillen der neunziger Jahre blieben Kuriositäten. Virtuelle Realität fand zwar statt - aber eben auf Bildschirmen.

Einen Boom sozialer Virtual-Reality-Welten gab es nämlich schon einmal - doch Plattformen wie "Second Life" oder "There" fristen heute ein Nischendasein. Zuckerberg glaubt offenbar, dass es eine zweite, diesmal erfolgreiche Runde geben wird: "Stellen Sie sich vor, nicht nur Momente, sondern ganze Erfahrungen und Abenteuer online mit Ihren Freunden zu teilen."

Für die Schöpfer von Oculus Rift ist der Kauf ein Riesengeschäft und eine große Chance: Facebooks Kapital und Marktmacht sollen Massenproduktion und Materialeinkauf erleichtern. Palmer Luckey, einer der Gründer, sagte der US-Spielewebsite Polygon: "Insgesamt wird es ein besseres Produkt zu einem günstigeren Preis werden."

Ärgerlich ist die Sache dagegen für viele derer, die via Kickstarter Geld für einen frühen Oculus-Rift-Prototypen bezahlt haben : Mit ihren 2,4 Millionen Dollar wurde das Unternehmen erfolgreich genug, um Zuckerbergs Aufmerksamkeit zu erregen - nun hat sich der Wert vertausendfacht, doch die ursprünglichen Geldgeber sehen davon nichts.

Kickstarter-Unterstützer fühlen sich betrogen

Im Netz sieht sich das Oculus-Team nun Verwünschungen aller Art ausgesetzt - besonders Unterstützer des Kickstarter-Projekts sind sauer. "Danke, dass du uns verraten hast", schreiben sie über die Projektseite , und: "Ich habe das Konzept in der Hoffnung unterstützt, dass sie etwas Wunderbares schaffen. Leider haben sie nur sich selbst wunderbar reich gemacht."

Ähnliche Reaktionen finden sich in einem eigenen Unterforum bei Reddit , mit 25.000 registrierten Nutzern die größte Diskussionsplattform zur Virtual-Reality-Brille. Aktuelle Beiträge haben dort Titel wie "Wie kann ich meine Vorbestellung stornieren?" und "Fuck Facebook". Im Oculus-Rift-Artikel der Wikipedia  hieß es in der Nacht vorübergehend: "Am 25. März 2014 hat Facebook den Tod der Oculus Rift für zwei Milliarden Dollar bekanntgegeben." Mancherorts wird Oculus aber auch zum Deal gratuliert.

"Facebook macht mir Angst"

Rift-Erfinder Luckey selbst hat sich in Form eines Reddit-Beitrags gerechtfertigt . Er sei zunächst skeptisch gewesen, "als ich aber mehr über die Firma und ihre Vision erfuhr und mit Mark (Zuckerberg - d. Red.) sprach, ergab die Kooperation nicht nur Sinn, sondern wurde zum klaren und naheliegenden Weg, VR jedem zugänglich zu machen."

Markus "Notch" Persson dagegen, der Entwickler des Spielehits "Minecraft", erklärte nach Bekanntwerden des Deals via Twitter , dass er alle Gespräche über eine "Minecraft"-Version für Oculus Rift abbrechen werde. "Facebook macht mir Angst", twitterte Persson.

In einem ausführlichen Blogpost  begründete er seine Skepsis später damit, dass Facebook keine Firma von Graswurzel-Tech-Enthusiasten sei, "keine Spieletechnologiefirma". Der Plattform gehe es "um nichts als das Wachstum der Nutzerzahlen". An die Zukunft des Konzepts Datenbrille scheint Persson aber noch immer zu glauben: Seinen Beitrag überschrieb er mit "Virtual Reality wird die Welt verändern."

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