Offener Brief Steve Jobs prophezeit das Ende von Adobes Flash-Player

Frontalangriff auf Adobe: Schärfer als bisher hat Apple-Chef Steve Jobs den Flash-Player von Adobe attackiert. Die Technologie sei fehlerhaft, ein Batteriefresser und dem Untergang geweiht - und werde auch in Zukunft nicht auf iPhone und iPad laufen.
Adobe muss draußen bleiben: Steve Jobs prophezeit das Ende von Flash

Adobe muss draußen bleiben: Steve Jobs prophezeit das Ende von Flash

Foto: Justin Sullivan/ Getty Images

iPhone

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New York - Steve Jobs' Abneigung gegen die Flash-Technologie ist kein Geheimnis, aber so direkt und ausführlich wie am Donnerstag (Ortszeit) in einem offenen Brief  war die Kritik des Apple-Chefs noch nie. Der Flash-Player sei von und ausgeschlossen worden, weil er zu fehlerhaft, PC-orientiert und ein Batteriefresser sei, schreibt Jobs darin.

Apple war in die Kritik geraten, weil der Ausschluss des Flash-Players von seinen mobilen Geräten deren Funktionalität im Internet einschränkt. Internetseiten vieler Restaurants oder Video-Anbieter wie das US-Portal Hulu.com etwa operieren mit der Technologie, die meisten Multimedia-Inhalte werden nach wie vor damit abgespielt.

Jobs

Adobe

In seiner Erklärung betont , der wichtigste Grund für den Verzicht auf Flash sei, dass damit ein Dritter zwischen Apple und Programmentwickler kommen würde. Das bedeute bei einem Einsatz von Flash, dass Software-Entwickler nur dann Verbesserungen im Apple-Betriebssystem umsetzen könnten, wenn seine eigene Software update.

Adobe schweigt

Apps

"Die 200.000 beweisen, dass Zehntausende Entwickler kein Flash benötigen, um grafisch ansprechende Applikationen zu entwickeln, Spiele eingeschlossen", schreibt Jobs. Die Technologie habe sich überholt und sei nicht mehr notwendig, um Videos oder anderweitige Inhalte im Internet anzuschauen.

Apples

Von Adobe gab es am Donnerstagabend zunächst keine Stellungnahme. Konzernchef Shantanu Narayen hatte jedoch bereits im März angekündigt, Flash auf jeden Bildschirm bringen zu wollen, also auch auf Kassenschlager iPhone. Ohnehin, so die Mutmaßung Narayens, habe der Bann nichts mit technologischen Problemen zu tun.

Ähnlich äußert sich Sheri McLeish, Branchenexpertin von Forrester Research. Der Ausschluss von Flash sei ungeachtet Jobs' Betonung der technologischen Komponente vielmehr eine geschäftliche Entscheidung gewesen. "Das ist nicht das Ende von Flash", sagt sie jedoch, letztlich sei es am Nutzer, sich für Geräte anderer Firmen zu entscheiden, wenn sie auf die Integration von Flash wert legen.

can/AP/apn
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