Panasonic Lumix S5 im Test Großformat im Kleinen

Wegen ihrer Bildqualität sind teure Vollformatkameras bei Profis beliebt. Mit der Lumix S5 will Panasonic die Technik nun auch für Hobbyfotografen bezahlbar machen. Wir haben sie schon getestet.
Die neue Lumix S5 von Panasonic

Die neue Lumix S5 von Panasonic

Foto: Rainer Claaßen

Verglichen mit anderen Kameras sind solche mit einem Vollformatsensor meist größer und teurer als andere Modelle. Der größere Fotosensor braucht eben mehr Platz, die Technik ist aufwendiger. Für den teils beträchtlichen Aufpreis, den man dafür berappen muss, wird man mit einer im Vergleich beispielsweise zu den sonst üblichen APS-C-Sensoren besseren Bildqualität belohnt.

Bei Panasonics Lumix S5 soll das nicht anders sein, nur dass sie preislich zumindest für ambitionierte Hobbyisten noch im erreichbaren Bereich liegen und handlicher als viele Konkurrenzmodelle sein soll.

Die neue Lumix S5 (rechts) im Größenvergleich mit der Lumix GH4. Trotz Vollformat-Sensor ist die neue Kamera kaum größer als das ältere Modell mit deutlich kleinerem Bildwandler.

Die neue Lumix S5 (rechts) im Größenvergleich mit der Lumix GH4. Trotz Vollformat-Sensor ist die neue Kamera kaum größer als das ältere Modell mit deutlich kleinerem Bildwandler.

Foto: Rainer Claaßen

Zum Test hat uns Panasonic ein Set zur Verfügung gestellt, das unter der Bezeichnung "DC-S5K" vertrieben wird. Es beinhaltet neben dem Kameragehäuse, das Panasonic einzeln für 1949 Euro anbietet, ein Objektiv mit 20 bis 60 Millimetern Brennweite, das einzeln für 699 Euro angeboten wird. Der Paketpreis dafür beträgt 2241 Euro. Damit kostet die S5 deutlich weniger als andere Vollformat-Kameras von Panasonic. Von Mitbewerbern gibt es zwar noch günstigere Modelle, doch anders als die ist die S5 nicht für Einsteiger konzipiert, sondern soll auch Profis ansprechen.

Klein und komplex

Der erste Eindruck ist positiv: Die gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützte Kamera ist gut verarbeitet und wirkt robust. Zusammen mit Objektiv und Akku bringt sie etwas mehr als ein Kilo auf die Waage. Das Gewicht überrascht bei den recht kompakten Ausmaßen der S5 - verglichen mit den meisten anderen Vollformatkameras kann man sie beinahe zierlich nennen.

Beim Bedienkonzept gibt es keine Überraschungen: Links oben auf dem Gehäuse befindet sich ein Drehknopf, mit dem sich zwischen Einzelbelichtung, zwei Serienbild-Modi, Selbstauslöser und Intervallaufnahme umschalten lässt. Alle Modi lassen sich im gut strukturierten Menü noch individuell anpassen. Wird mit der Intervallfunktion fotografiert, kann die Kamera aus den Bildern ein Zeitraffervideo in UHD-Auflösung erstellen. Wählt man hier die richtigen Einstellungen, können dabei Motive sogar bei Lichtwechsel - etwa bei Sonnenuntergang - eingefangen werden.

Die Bedienelemente an der Oberseite der Lumix S5

Die Bedienelemente an der Oberseite der Lumix S5

Foto: Rainer Claaßen

Das große Wählrad rechts neben dem elektronischen Sucher bietet neben den gängigen Automatikfunktionen und manuellen Einstellmöglichkeiten drei individuell konfigurierbare Voreinstellungen - nicht nur Fotoprofis wissen das zu schätzen.

Zwei Rändelräder auf der Kameraoberseite, ein Steuerkreuz mit Drehrad und ein Mini-Joystick auf der Rückseite sowie neun Tasten, deren Funktionen sich individuell festlegen lassen - man muss sich erst mal mit dem Gerät vertraut machen, um die vielen Bedienelemente zielgerichtet nutzen zu können.

Zusammen mit dem gut funktionierenden Touchscreen, der sich drehen und schwenken lässt und einem Einstellmenü, das zwar sehr umfangreich, dabei aber gut strukturiert ist, ist das Bedienkonzept gelungen. Unerfahrene Fotografen wird die Vielfalt der Möglichkeiten überfordern, sie werden das umfangreiche Handbuch gut gebrauchen können.

Der Touchscreen ist dreh- und schwenkbar

Der Touchscreen ist dreh- und schwenkbar

Foto: Rainer Claaßen

Nachschärfen

Während der Autofokus von Wechselobjektiv-Kameras ohne Klappspiegel bis vor Kurzem den Spiegelreflex-Modellen unterlegen war, gilt das für dieses Modell nicht. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen stellt die S5 schnell auf den gewünschten Motivbereich scharf. Wo der liegen soll, lässt sich durch Berühren des Monitors festlegen. So sind auch während einer laufenden Videoaufnahme harmonische Schärfeverlagerungen möglich.

Fotostrecke

Lumix S5 - die Testfotos

Foto: Rainer Claaßen

Mit der Post-Fokus-Funktion wird - bei reduzierter Auflösung - eine Folge von Bildern aufgenommen, bei denen die Kamera auf unterschiedliche Elemente im Bild scharf stellt. Aus diesem Fundus an Aufnahmen kann man später die gelungenste Version auswählen.

Viele Bilder helfen viel

Auch die Serienbildfunktion, die bei voller Auflösung bis zu sieben Fotos pro Sekunde schafft, lässt sich auf diesem Weg noch mal beschleunigen: Bis zu 60 Bilder pro Sekunde sind bei einer Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln möglich.

Das entspricht auch der Leistungsgrenze der Kamera bei Videoaufnahmen: Bis zu 60 Bilder pro Sekunde schafft sie im UHD-Format, wenn der NTSC-Modus aktiviert ist. Mit der in Europa gängigen PAL-Einstellung nimmt sie 50 Bilder pro Sekunde auf - die meisten Mitbewerber kommen in UHD bisher nicht über 30 Bilder pro Sekunde hinaus.

Auch bei Videoaufnahmen bietet die Kamera diverse Profi-Funktionen. So gibt es mehrere Optionen für die Farbaufzeichnung. Experten optimieren damit am Computer den Look ihrer Videos.

Bild- und Videoqualität

Es gibt Vollformat-Kameras mit höher auflösenden Sensoren - also mehr Megapixeln. Die können zwar noch mehr Details wiedergeben, sind dafür aber weniger lichtempfindlich. Die Aufnahmen der S5 hingegen überzeugen sowohl bei guten Lichtverhältnissen als auch bei schwacher Beleuchtung. Wer noch mehr Qualität möchte, muss deutlich tiefer in den Geldbeutel greifen. Auch bei der Videoqualität muss die S5 die Konkurrenz kaum scheuen - jedenfalls nicht, wenn diese nicht deutlich teurer ist.

Fazit

Sowohl die Videofunktion als auch die Fotoqualität dieser Kamera überzeugen. Panasonic ist es gelungen, eine Kamera zu bauen, an der selbst sehr ambitionierte Foto- und Videografen Freude haben werden - die aber zumindest in den Grundfunktionen auch für weniger erfahrene Anwender beherrschbar ist. Die können sich dann nach und nach an die vielen Möglichkeiten heranarbeiten, die es erlauben, exakt die gewünschten Foto- und Videoresultate zu erzielen.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

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